Ehemann von Misshandlungs-Vorwurf freigesprochen

Rosenkrieg

CASTROP-RAUXEL Es war am Dienstag nur ein winzig kleiner „Lebenssachverhalt“, der vor dem Amtsgericht aufgerollt wurde. So titulierte der Strafrichter die angeklagte körperliche Misshandlung, die sich letztlich nicht bestätigte.

von Von Gabi Regener

, 21.07.2009, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Werner Angeklagte gab seinen Überfall zu.

Der Werner Angeklagte gab seinen Überfall zu.

„An den vier mir zur Verfügung stehenden Garagen hatte meine Noch-Ehefrau nichts zu suchen“, bekräftigte der 57-Jährige. Er war deshalb wütend, dass die Frau sehr wohl einen Schlüssel für das Tor hatte. „Ich habe für alle Garagen einen Schlüssel, auch für die der anderen Mieter“, erklärte die Zeugin. Und führte bei ihrer Vernehmung aus, dass sie keineswegs stehlen wollte, sondern die Leiter gebraucht habe, damit der 25-jährige Student – vom Mann als Komplize verdächtigt – die Dachrinne am Erker des Hauses reinigen konnte.  Als der aufgebrachte Ex-Gatte auftauchte, seien sie gerade dabei gewesen, die Leiter wieder zurück zu stellen.

Wortgefechte, Geschubse, die Schilderungen der Kontrahenten drifteten auseinander. Und zeigten deutlich, wie tief die Kluft zwischen dem ehemaligen Paar ist, wie bitter und langwierig der Rosenkrieg, der derzeit noch am Landgericht ausgefochten wird. Am Dienstag ging es jedoch ausschließlich darum zu prüfen, ob der Angeklagte wegen körperlicher Misshandlung zu verurteilen ist.

Der Anwalt, der die Ex-Frau als Nebenklägerin vertrat, forderte eine Strafe dafür, dass seine Mandantin einen nachhaltigen Schock erlitten habe. Äußere Verletzungen, so hatte die Frau selbst ausgesagt, hatte sie nicht davongetragen. Staatsanwalt wie Verteidiger pochten dagegen auf Freispruch. Den gab es auch. Weil ein Schock laut Strafgesetz keine körperliche Misshandlung darstelle und somit keine Grundlage für ein Urteil gegeben sei, wie der Richter erläuterte.

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