„Eher sollte man die größer machen“: Kirmes-Pläne der CDU stoßen auf Ablehnung

rnJahrmärkte

Dreimal gibt es die Kirmes im Jahreslauf in Castrop-Rauxel: zweimal in der Altstadt, einmal in Henrichenburg. Die CDU würde gern zwei der Veranstaltungen abschaffen - und erntet dafür Kritik.

Castrop-Rauxel

, 11.03.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frühjahrskirmes, Herbstkirmes, Henrichenburger Kirmes: Die drei Jahrmärkte haben eine Tradition, die zum Teil älter ist als die CDU. Das bedeutet nicht, dass man nicht über eine Abschaffung nachdenken kann. Aber dass diese Forderung gerade von den „Konservativen“ kommt, überrascht. Viele Castrop-Rauxeler zeigen sich verwundert.

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„Na klar schafft die Kirmes ab, damit Castrop-Rauxel noch mehr stirbt“, meint Kevin Przibilla in einem langen Diskussionsforum in der Facebook-Gruppe „Du bist Castroper, wenn...“, wo über 200 Kommentare eingegangen sind. „Hier ist doch eh schon nichts mehr los.“ Doch er schränkt auch ein: „Kirmes kann man das ja wohl nicht mehr nennen. Früher das war noch ne Kirmes.“ Damit spielt er auf die Zeit an, als es noch kein EKZ Widumer Tor gab, sondern dort noch der Platz war, an dem die traditionsreiche Altstadtkirmes stattfand.

Kati Romeike knüpft da an: „Eher sollte man die größer machen“, kommentiert sie bei Facebook. Wobei: „Finde gerade die beiden kleinen Castroper Kirmessen ganz süß, bezahlbar und übersichtlich.“ Stefanie Babilas meint: „Irgendwie versuchen die, einem alles zu nehmen, was Spaß macht.“

Elmar Maria Balzer findet: „Ich bin sehr dafür, dass die Kirmes NICHT abgeschafft wird. Und dass das ganze Jahr über attraktive Stadtfeste stattfinden. Ich glaube, dass das zur Lebensfreude beiträgt.“

Jörg Schwirtz meint: „Manchmal fragt man sich, warum die deutsche Kultur und das Vergnügen abgeschafft werden soll. Die Punkte Kriminalität, Drogen und andere Scheinargumente, die hier angeführt werden, dienen doch nur dem Alibi.“

Christian Reder schreibt: „Ganz ehrlich? Kompletter Mumpitz!“ Und Thomas Joschki kommentiert: „Die Stadt bräuchte ein neues Motto. Irgendwas in die Richtung ‚Castrop-Rauxel - Wo man zum sterben hingeht.‘“

User Gra Nini schreibt: „Ich persönlich brauche keine Kirmes... Eine einzige (vielleicht größere) Kirmes hätte vielleicht mehr Besucher, weil es dann was Besonderes wäre.“

Versöhnlich handhabt das Sandra Stegemann. Sie empfiehlt: „Aufwerten und drüber nachdenken, ob das unbedingt in der Altstadt stattfinden muss.“ Die Probleme könne sie teilweise nachvollziehen, gerade mit dem Parken. „Solche Angelegenheiten könnten vielleicht mal über eine repräsentative Umfrage ausgewertet werden. Aber wer nimmt das auf sich?“

„Provoziert“ hat diese Reaktionen neben der CDU Daniel Djan: Der postete den Beitrag unserer Redaktion in der Facebook-Gruppe. Er findet: „Alle Jahre wieder kommt die CDU mit einem Vorschlag um die Ecke, der die Lebensqualität unserer Stadt für Kinder, Jugendliche und Familien stark vermindern würde. Kirmes, oft als Synonym für ein Volksfest verwendet, ist genau das: ein Fest für die Bevölkerung.“

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