Kampf gegen Eichenprozessionsspinner: 2020 kommen sechs Methoden zum Einsatz

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Gleich mit sechs verschiedenen Methoden möchte die Stadtverwaltung im kommenden Jahr den Eichenprozessionsspinner bekämpfen. Ein Überblick, wie das gelingen soll.

Castrop-Rauxel

, 25.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Eichenprozessionsspinner hat in diesem Jahr für viel Ärger gesorgt. Das soll 2020 nicht noch einmal passieren. Deshalb hat die Stadtverwaltung umfangreiche Vorbereitungen für das kommende Jahr getroffen.

Der Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen kontrolliert auch im Jahr 2020 intensiv das Stadtgrün auf den Befall durch Eichenprozessionsspinner. Die Bekämpfung erfolge jedoch nur an Eichenbeständen, die in den vergangenen Jahren befallen waren. Besonders im Fokus stehen dabei Schulhöfe, Spielplätze, Friedhöfe und ähnliche Flächen, an denen sich Kinder oder ältere Menschen aufhalten.

40 Prozent aller Eichen in Castrop-Rauxel befallen

Wenigstens 40 Prozent aller Eichen in Castrop-Rauxel waren in den Vorjahren betroffen. Über den Befall weiterer Baumarten wie Hainbuchen oder Ahorn im

aktuellen Jahr kann nur spekuliert werden. Viele Anzeichen deuten darauf hin.

Die Stadtverwaltung hat jetzt ein Konzept erstellt, wie der Eichenprozessionsspinner im kommenden Jahr intensiv bekämpft werden soll. Dieses Konzept sieht die folgenden sechs Methoden vor:

1. Absperrung mit Beschilderung.

2. Vorherige Bekämpfung mit „Bacillus thuringiensis“-Präparaten, die bereits in

diesem Jahr eingesetzt wurden. Das Mittel wirkt rein biologisch und ausschließlich gegen die Schmetterlings-Raupen, indem es deren Verdauung zum Erliegen bringt. Menschen, Tieren oder andere Insekten schadet das Mittel nicht.

3. Probeweise werden zudem sogenannte „Pheromonfallen“ eingesetzt. Dabei werden die Eichenprozessionsspinner mit Duftstoffen in eine Kunstfalle gelockt.

4. Ebenfalls probeweise zum Einsatz kommt ein Biozid, das im ökologischen Landbau angewendet wird: NeemPro®tect. Das Präparat enthält Margosa/Neembaum-Extrakt. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der schwerpunktmäßig abschreckend auf Insekten wirkt. Mit Wasser verdünnt wird es großzügig auf die Blätter der zu behandelten Bäume aufgetragen.

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Die Eichenprozessionsspinner fressen die Blätter und nehmen dadurch NeemPro®tect auf. Daraufhin stellt sich bei den Raupen in kürzester Zeit ein Fraß- und Entwicklungsstopp ein. Weitere Eiablagen werden somit verhindert. Da NeemPro®tect kein Kontaktgift ist, sterben die Raupen erst zwei bis sieben Tage nach der Behandlung. Die gefährlichen Brennhaare können sich ab der Behandlung aber nicht mehr ausbilden.

5. Zudem hängt die Stadt Castrop-Rauxel vermehrt Nistkästen an Eichen auf. Diese sollen Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen anlocken. Sobald die Vögel nisten, brauchen sie zahlreiche Insekten, um die hungrigen Mäuler zu füttern.

Dafür sollen dann unter anderem die Raupen der Eichenprozessionsspinner herhalten. Zum Einstieg sind um die hundert Nistkästen vorgesehen.

6. Zu guter Letzt wird die konventionelle Bekämpfung per Absaugung durch Spezialfirmen weiter fester Bestandteil des Maßnahmenkatalogs der Stadtverwaltung sein. Dabei sind meistens drei Facharbeiter sowie eine mobile Hubarbeitsbühne im Einsatz. Pro Woche fallen dafür Kosten in Höhe von rund 7500 Euro an.

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