Ein 49-Jähriger bestellt einen Schlagstock im Internet und erhält eine Vorladung

rnGerichtsprozess

Weil er seine Mutter schützen wollte, bestellte ein 49-Jähriger einen Schlagstock im Internet. Dass das verboten ist, wusste er angeblich nicht. Vor Gericht erscheinen musste er trotzdem.

Castrop-Rauxel

, 14.01.2019 / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätte es der 49-Jährige, der jetzt am Amtsgericht auf der Anklagebank saß, besser wissen müssen. Schließlich hatte er eine Zeit lang im Security-Bereich gearbeitet. Dennoch hatte er sich im Frühling 2018 einen Schlagstock bestellt – über das Internet bei einer Firma in China.

Der Schlagstock kam nie bei ihm an, dafür eine Vorladung vor Gericht. Denn mit diesem Kauf hatte er gegen das geltende Waffengesetz verstoßen. Das erklärte der Strafrichter dem Mann auf der Anklagebank, der angab, gar nicht gewusst zu haben, dass so etwas verboten sei. „Nach allem, was man so hört, von Messern und so, wollte ich irgendetwas im Haus haben, um mich im Notfall wehren zu können“, erklärte er die Bestellung. Zumal er eine betagte Mutter im Haus habe, die es zu beschützen gelte.

Vom Hauptzollamt beschlagnahmt

Die bestellte Ware indes, eine flexible Stahlrute, erreichte den Mann gar nicht. Sie wurde direkt am Flughafen, wo die Luftpost aus Asien in Deutschland landete, vom Hauptzollamt beschlagnahmt. Gegen den Empfänger wurde Anzeige erstattet.

Der unerlaubte Waffenbesitz war nicht das erste Delikt, weswegen sich der Mann vor Gericht verantworten musste. Im vergangenen Jahr war er Angeklagter in einem Prozess wegen Körperverletzung, wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Ein Strafmaß, gegen das er Berufung einlegte. Mit dem Resultat, dass das Landgericht in Dortmund die Strafe auf ein Jahr reduzierte.

Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt

Das war aber in den Augen von Richter und Staatsanwaltschaft trotzdem genug, um das aktuelle Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen. Mit der Begründung, dass es das Strafmaß nicht verändert hätte, wenn es bei der letzten Verurteilung gleich mit berücksichtigt worden wäre.

Auf die Herausgabe des verbotenen Schlagstocks verzichtete der Angeklagte. „Der war eh erstaunlich preiswert“, bekannte er.

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