Wo gibt es in Stadtlohner Bäckereien am 3. Oktober frische Brötchen? Wir haben nachgefragt. © picture alliance / dpa
Meinung

Ein Cent mehr pro Brötchen löst keine nationale Ernährungskrise aus

Brötchen werden teurer. Weil die Rohstoffe teurer werden. Das ist nicht der Untergang des Abendlandes, findet unser Autor. Auch wenn mancher Kunde meint, die Arme empört hochwerfen zu müssen.

Die Brötchenpreise steigen. Für ein Weizenbrötchen um 1 bis 2 Cent. Was für ein ausgemachter Skandal. Das stellt ja unsere gesamte Ernährung infrage, könnte zur nationalen Krise führen, massive Staatszuschüsse an potenzielle Brötchenkäufer nach sich ziehen.

Das ist natürlich nicht ernst gemeint. Denn schließlich wird ja irgendwie und irgendwann alles teurer. Natürlich sind frische Brötchen am Frühstückstisch quasi ein nationales Kulturgut, ist die Vielfalt der hergestellten und dann auch gekauften Brötchen vermutlich weltweit nirgends so groß wie bei uns.

Aber warum es bei steigenden Brötchen- oder Benzinpreisen regelmäßig zum massiven Aufschrei der breiten deutschen Masse kommt, Autofahrer aber bereitwilligst unglaubliche Preise für Aluminiumfelgen oder anderen Tand ausgeben, Raucher auch noch ungebremst zum Glimmstängel greifen werden, wenn die 20er-Packung 15 Euro kosten wird, das bleibt mir unerklärlich.

Immer mehr Menschen bevölkern die Welt

Immer mehr Menschen bevölkern die Welt, immer mehr Menschen kaufen ein. Rohstoffe werden damit knapper und teurer. Ist so. Kann man noch so lange beklagen, wird sich dadurch aber nicht ändern.

Also, lieber Brötchenkäufer: Gelassen bleiben, an den Blutdruck denken, auf gute Bäckerqualität setzen und das Frühstück einfach genießen. Auch für 38 statt für 37 Cent je Rundstück, Schrippe, Wecke oder Semmel.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter