„Ein ekliger Wald“: Lenny (11) und Max (12) halten Castroper Holz sauber

rnWilde Müllkippen

Laut Lenny (11) und Max (12) ist das Castroper Holz ein „richtig ekliger Wald“. Seit zwei Jahren versuchen sie das zu ändern – mit regelmäßigen, ehrenamtlichen Müllsammelaktionen.

Castrop-Rauxel

, 13.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lenny (11) und Max (12) wohnen am Wald. Und wenn die beiden Freunde sich treffen, dann führt der Weg meist ins Castroper Holz. Sie spielen dort, bauen Buden und erkunden ihre Umgebung. Dabei ist ihnen schon vor langer Zeit aufgefallen, dass der Wald reichlich zugemüllt ist.

„Eigentlich hatten wir vor, uns ein Baumhaus zu bauen“, erzählt Lenny. „Das haben wir dann auch gemacht“, erinnert sich Max. „Uns ist aber aufgefallen, dass rundherum sehr viel Müll liegt.“

Das brachte die Freunde auf die Idee, selbst aufzuräumen. Und seit nunmehr zwei Jahren packen sie regelmäßig einen Anhänger ans Go-Cart, schultern die gelbe Warnleuchte und sammeln Müll.

Skurrile Fundstücke im Unterholz

Dabei haben sie, wie sie sagen, bereits recht skurrile Dinge gefunden. Neben zahlreichen Glas- und Plastikflaschen und Plastiktüten hätten sogar schon einmal Elektrogeräte und eine Waschmaschinentrommel im Unterholz gelegen.

„Das ist ja ein richtig ekliger Wald“, sagt Max. „Aber jetzt nicht mehr, wir räumen doch immer auf“, bemerkt Lenny.

Bei ihrem Engagement bekamen die Jungs am vergangenen Mittwoch Unterstützung. Zum Ortstermin kamen EUV-Sprecherin Sabine Latterner und Bürgermeister Rajko Kravanja in den Wald.

Lob vom Bürgermeister

„Ihr Jungs seid echt großartig“, lobte Kravanja die Freunde. Latterner und Kravanja kamen nicht nur mit lobenden Worten, sondern mit echter Unterstützung für die jungen Umweltschützer.

Damit die Freunde in Zukunft effektiver arbeiten können, bekamen sie von Sabine Latterner Greifzangen und Handschuhe geschenkt. Das wichtigste aber waren die Müllbeutel der Stadt. Darin können sie jetzt den Müll sammeln und kostenlos entsorgen.

Die Entsorgung war in der Vergangenheit das größte Problem. Lennys Mutter Mona berichtet, dass die Mülltonne der Familie für den ganzen Waldunrat nicht gereicht habe: „Deshalb mussten wir die Sammelfreude der beiden ein bisschen ausbremsen.“

Unverständnis über wilden Müll

„Ärgert ihr euch manchmal über die Leute, die den ganzen Müll einfach so wegwerfen?“, wollte Rajko Kravanja von den beiden Freunden wissen. „Nö, wir wundern uns nur immer. Es gibt doch an jeder Bushaltestelle Papierkörbe. Dort könnte man doch seinen Dreck bequem entsorgen", antwortete Max.

Und dann erzählte Max noch eine kuriose Geschichte. „Im Unterholz haben wir mal ein Zelt gefunden. Dort hatte sich wohl jemand eingerichtet. Wir hatten Lebensmittel und sogar ein Portemonnaie gefunden – und natürlich mal wieder jede Menge Müll.“

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