Der Meeting-Point in Rauxel. Bald könnte der Betrieb hier vorbei sein. © Matthias Langrock
Kinder- und Jugendförderplan

Ein gefährdeter Castrop-Rauxeler Jugendtreff ist wohl gerettet – vorläufig

Dass zwei Castrop-Rauxeler Jugendtreffs schließen müssen, weil die Stadt sie nicht mehr fördern will, sorgte für Aufregung. Nun gibt es eine Lösung. Jetzt hat noch einmal die Politik das Wort.

Der Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Castrop-Rauxel sollte bereits im Juni beschlossen werden. Doch kurz vor der Ratssitzung wurde öffentlich diskutiert, dass zwei Jugendtreffs nicht weiter gefördert werden sollen. Zwei Fraktionen aus der Opposition protestierten.

Nun wurde für einen der beiden Jugendtreffs eine Lösung gefunden. Dauerhaft ist sie allerdings nicht.

Eine Diskussion im Rat gab es im Juni nicht. Der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen. Jetzt steht er wieder drauf. Die Lage bleibt erst einmal unverändert. Der Kinder-und Jugendförderplan für die Jahre 2022 bis 2026 sieht vor, dass die Mittel anders als bisher verteilt werden.

In der Vorlage heißt es: „Die kommunale Strukturförderung für den Meeting Point sowie der Einrichtung der Offenen Kinder-und Jugendarbeit in der Marienschule, Johannesstraße 5, sollen zum 1.1.2022 eingestellt werden.“ Profitieren soll unter anderem das Jugendzentrum D-Town, das eine 0,3-Stelle erhalten soll.

Landesförderung soll den Erhalt des Meeting Points sichern

Doch für den Meeting Point in der Luisenstraße, bislang mit 27.000 Euro gefördert, gibt es nun eine Lösung. Nils Bettinger (FDP) schreibt dazu in einer Pressemitteilung: „Erfreut stellt die FDP-Fraktion fest, dass die Verwaltung in dem neuen Beschlussvorschlag zum Kinder- und Jugendförderplan Ideen der FDP übernommen hat, um den Meeting Point zu retten.“ Man habe Verwaltung und Vertreter des evangelischen Kirchenkreises als Träger zum Gespräch eingeladen. Dabei sei der Knoten schnell durchgeschlagen worden.

Die Stadt informiert ebenfalls: „Im gemeinsamen Dialog wird für den Meeting Point nun durch eine projektbezogene Fördermöglichkeit aus dem Programm ,Aufholen nach Corona‘ die Finanzierung für 2022 gesichert. Mit einem gezielten prozessbegleitenden Monitoring der Arbeit unterstützt und berät die Verwaltung die Jugendarbeit vor Ort.“ Fördermöglichkeiten aus den Corona-Programmen stünden darüber hinaus allen freien Trägern offen, so die Stadt.

„Ich bin von der guten Qualität und der Zukunftsperspektive des Kinder- und Jugendförderplans überzeugt“, sagt Sozialdezernentin Regina Kleff. „Durch die nochmaligen Gespräche mit den Freien Trägern konnte die konsensuale Ausrichtung für die Kinder- und Jugendarbeit in Castrop-Rauxel bestätigt werden.“

FDP-Ratsherr Tom Roehl kommentiert: „Wir sind uns zwar bewusst, dass eine Förderung für ein weiteres Jahr keine langfristige Planungssicherheit bietet, jedoch war angesichts der aktuellen Haushaltslage der Stadt nicht mehr herauszuholen.“

Falken fürchten, dass sie Castrop-Rauxeler Standort aufgeben müssen

Sein Parteikollege Bettinger setzt darauf, dass laut Beschlussvorschlag nach Ablauf der einjährigen Förderung eine neue Evaluierung erfolgen solle, inwieweit die Stadt den Meeting Point weiter fördern könne. „Hierfür müssen wir allerdings abwarten, wie sich die finanzielle Lage der Stadt entwickelt und auch, inwieweit eine Qualitätssteigerung beim Meeting Point erfolgt.“

Keine Rettung gibt es dagegen für die „Falken“ mit ihrem Offenen Kindertreff in den Räumen der Marienschule. 10.000 Euro fallen laut Beschlussvorschlag ab 2022 weg. Damit wird es den Treff an zwei Tagen der Wochen nicht mehr geben. „Wir werden zwei Honorarkräfte entlassen“, sagt Jana Schubert, Geschäftsführerin des Falken-Unterbezirks, auf Anfrage.

Fraglich sei, ob man überhaupt in Castrop-Rauxel bleibe. In der Beschlussvorlage heißt es zwar: „Die Unterstützung der Falken bei der verbandlichen Arbeit bleibt hierbei unbenommen.“

„Das sind 2000 Euro“, sagt Jana Schubert, „wie sollen wir davon die Miete zahlen?“ Zweimal wöchentlich treffen sich die Falken zu den Verbands-Gruppenstunden. Zwischen 15 und 20 kommen zu den Treffen. Zuletzt seien die Ferienangebote sehr gut angenommen worden.

Politik entscheidet

  • Der Kinder- und Jugendförderplan liegt am 31. August, 17 Uhr, in der Europahalle der Politik in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses zur Abstimmung vor.
  • Der Rat beschließt abschließend am 2. September. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr in der Europahalle.
Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen