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Er dauerte zwölf Stunden: Ein Arbeitstag im Leben von Hitzefrei-Ladenleiter Shahab Nouri

Zwölf am Zwölften

Wie läuft ein Arbeitstag für den Ladenleiter der Eisdiele „Hitzefrei“ in Castrop? „Zwölf am Zwölften“ heißt das monatliche Format - heute mit den 12 Fotos von und mit Shahab Nouri.

Castrop-Rauxel

, 12.06.2019 / Lesedauer: 5 min
Er dauerte zwölf Stunden: Ein Arbeitstag im Leben von Hitzefrei-Ladenleiter Shahab Nouri

© Tobias Weckenbrock

20.01 Uhr: Puh! Feierabend.

Um 8 Uhr hat der Arbeitstag von Shabab Nouri mit dem Meeting begonnen. Jetzt sind zwölf Stunden vergangen - zwölf Stunden mit zwölf Fotos am Zwölften des Juni. „Ich hoffe, ihr habt Spaß daran gehabt, mir an diesem Tag zu folgen“, sagt der Hitzefrei-Ladenleiter. „Es war ein relativ guter Tag - aber nun habe ich mega-Hunger! Ich habe wenig gegessen bis auf ein paar Kugeln Eis oder ein Stück Kuchen, das geht bei uns ja immer.“ Jetzt freue er sich darauf, dass seine Freundin gekocht hat. Vielleicht, sagt er, treffen sie sich dann noch mit seinem Geschäftspartner Philip Stasinski und seiner Frau auf eine Runde Doppelkopf. Morgen um 7, 7.30 Uhr beginnt der nächste Arbeitstag für Hitzefrei.

Er dauerte zwölf Stunden: Ein Arbeitstag im Leben von Hitzefrei-Ladenleiter Shahab Nouri

Shabab Nouri von „Hitzefrei-Eiskreationen“: Er hat einen geschäftigen Tag am 12. Juni 2019. © Tobias Weckenbrock



19.35 Uhr: Die Spülmaschine streikt

Das gibt es doch gar nicht: Gerade auf den Feierabend gefreut, da streikt die Spülmaschine. Für Shabab Nouri bedeutet das: kümmern! Er versucht erst eine Weile, den zuständigen Kontaktmann zu erreichen - dann versucht er selbst, das Problem zu beseitigen. „So ist das, wenn man selbstständig ist“, sagt er. „Ich habe jetzt das bestmögliche rausgeholt, morgen oder übermorgen kommt dann der Techniker.“



18.50 Uhr: Nachtschicht an der Maschine

Shabab Nouri war gerade noch mal in der Produktionsstätte im Unionsviertel in Dortmund. Das Bild zeigt Benedikt Weinreich, den Eismacher, wie er Ananas-Sorbet in die Eismaschine füllt. 15 bis 20 Minuten später ist das Eis fertig. „Ich glaube, er hat noch eine Nachtschicht vor sich“, sagt Shabab Nouri. Für ihn selbst gilt das aber nicht. Gleich ist Feierabend.

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Die Eismaschine von Hitzefrei-Eiskreationen: Sie wird zusammen mit Benedikt Weinreich, dem Eismacher, heute wohl noch eine Nachtschicht einlegen. © Shabab Nouri



17.35 Uhr: 375 Liter Eis am Tag

An einen guten Sommertag, an dem sich der Produzent richtig reinhängt, entstehen bei Hitzefrei pro Tag 50 bis 60 Behälter Eis mit jeweils 7,5 Litern Inhalt.


17.25 Uhr: Die beliebtesten Sorten

Das Eis bei Hitzefrei ist für vier Zielgruppen gemacht: Eis für Schokoliebhaber, Fruchtverehrer, Eis-Freaks und klassische Eisgenießer. Die hat man so kategorisiert und das ist das, was man produziert. Das Schoko-Eis Omas Brownie und das mexikanische Vanilleeis sind ebenso wie das salzige Karamell besonders beliebt. „Das differiert übrigens von Standort zu Standort“, sagt Schabab Nouri.

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Das Eisfahrrad im Einsatz beim NEis-Festival: Frederike Wolf und Shabab Nouri mit ihrem Hitzefrei-Stand. © Shabab Nourie


17.05 Uhr: Vorstellungsgespräch in Dortmund

Shabab Nouri ist zurück im Dortmunder Kreuzviertel. Er muss zum Eisfahrrad und zur Truhe, die man beide mieten kann. Denn er ist dort auch für die Vermietung zuständig. Er hatte gerade ein Vorstellungsgespräch mit einem jungen Mann, den Freund einer Mitarbeiterin. Der junge Mann habe Mega-Lust, ins Team zu kommen, und wird künftig bei Events eingebunden.

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Das Lokal "Hitzefrei Eiskreationen" im Dortmunder Saarlandstraßenviertel. © Shabab Nouri


16.05 Uhr: Dortmunder Szeneviertel-Kooperation

Neben dem selbst hergestellten Eis gibt es speziellen Kaffee: Der kommt aus dem „Neuen Schwarz“ an der Saarlandstraße in Dortmund. Der Inhaber dieses Kaffeeladens ist Benedikt Heitmann aus Selm, den die Macher kurz vor der Eröffnung von Hitzefrei kennenlernten. Die Bohnen seien nachhaltig angebaut und qualitativ hochwertig. Die Siebträgermaschine, die in Castrop steht, ist eine La Marzocco - „die mehr oder weniger beste Maschine“, so Shabab Nouri. Die Bohne, die man bei Hitzefrei einsetzt, ist eine brasilianische Cruzero: nussig, schokoladig, trockenfruchtig. „Wir sind sehr froh über diese Kooperation.“ Auch der Bio-Tee kommt aus dem „Neuen Schwarz“.

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Das ist die "La Marzocco", in der in Castrop der Kaffee aus dem Dortmunder Laden "Neues Schwarz" aufgebrüht wird. © Shabab Nouri



15.30 Uhr: Anna Severin und das Eis-Fahrrad

Seit über zwei Jahren ist Anna Severin dabei - eine der dienstältesten Mitarbeiterinnen von Hitzefrei. Sie ist heute in Dortmund im Laden, betreut auch Veranstaltungen, unter anderem mit dem mietbaren Eisfahrrad von Hitzefrei, mit dem sie die 25 Kilometer aus Dortmund bis nach Waltrop fuhr. Himbeer-Minze hat sie in der Hand: „Die Minze habe ich heute schon vor 8 Uhr gekauft“, sagt Shabab Nouri.

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Die Eisdiele von Hitzefrei im Rewe auf dem Dortmunder Höchsten: Anna Severin ist einer der dienstältesten Mitarbeiterinnen. © Hitzefrei Eiskreationen



14.15 Uhr: Mitarbeiterin Kemi regelt den Verkauf

Shabab Nouri ist nicht allein im Geschäft: Mitarbeiterin Kemi Adepoju ist heute in der Castroper Filiale, um den Kunden Eis anzubieten. Sie hat keine Schlange vor der Theke stehen, aber freut sich doch, dass die Sonne am Nachmittag wieder stärker herausgekommen ist. Nouri sagt, dass man das Eis vor Ort nur in Glasschalen verkaufe und zum Mitnehmen in Bio-Pappbechern. Das Konzept setzt auf bio und Nachhaltigkeit, Äpfel, Pflaumen, Erdbeeren und Co. kommen vom Hof Mertin - also aus der Region.

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Kemi Adepoju arbeitet heute mit dem Chef zusammen in der Castroper Filiale am Marktplatz. Sie zeigt die Eissorte Indische Mango. © Shabab Nouri


13.25 Uhr: Schule war zu Besuch

Eine Dortmunder Förderschule hat Hitzefrei geholfen: Gerade hatte Schabab Nouri Besuch von einer Schulklasse: junge Leute, die zusammen mit ihren Lehrern aus alten Europaletten Blumenbeet-Zaunelemente gebaut haben, die nun die Außensitzfläche am Marktplatz-Boulevard abgrenzen. Dafür dankt Schabab Nouri ihnen heute – denn das hat sein Lokal am Markt deutlich aufgewertet.

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Shabab Nouri von „Hitzefrei-Eiskreationen“ mit den Schülern, die diese Europaletten „upgecycelt“ haben. © Tobias Weckenbrock


12.35 Uhr: Orga gehört dazu

„Wir sind keine reine Eisdiele“, sagt Shabab Nouri. Man biete auch 500-ml-Becher an. Die kann man in den Läden kaufen - und seit anderthalb Jahren gibt es eine Kooperation mit Rewe-Märkten in Dortmund, Hagen oder Essen, wo es das Eis zu kaufen gibt. Das hilft auch bei Regen: „Wir wollten den Leuten das einfach gern anbieten“, so Nouri - Qualitätseis auch bei Regenwetter für die Couch daheim. Gerade war er beim Rewe im Dortmunder Stadtteil Höchsten im Süden der Stadt. „Dorthin habe ich gerade neue Becher gebracht“, so Nouri. Und jetzt? Jetzt fährt er tatsächlich nach Castrop los. „Es ist leider in der Selbständigkeit so, dass immer irgendwas dazwischen kommt. Aber das ist ja auch das Spannende daran und die Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen.“

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Das ist die Eistruhe beim Rewe in Dortmund-Höchsten: Hier gibt es Hitzefrei-Eis auch aus der Kühltheke für zu Hause. © Shabab Nouri



12 Uhr: Regen in Castrop

Nicht unbedingt Eisdielen-Wetter heute: Nach dem guten Vormittag ist jetzt der Regen über Castrop angekommen. Ob das für viel Besuch in der Eisdiele sorgt - oder eben vielleicht nicht? „Hitzefrei-Eiskreationen“ ist natürlich wie alle anderen Eisverkäufer auch schwer angewiesen auf sonniges Wetter.

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Regnerisch heute: „Hitzefrei-Eiskreationen“ hat vergangenes Jahr das leere Geschäft am Marktplatz neben Unitymedia bezogen. Draußen sitzen kann man seit Mai - bei Regen ist das aber nicht so beliebt... © Tobias Weckenbrock



10.20 Uhr: Filialen abklappern

Um 10 Uhr trennen sich nach dem Mittwochsmeeting stets die Wege der Crew. Shabab Nouri hat einen Schlenker zum Neuen Graben 67 ins Dortmunder Kreuzviertel gemacht - das war der erste Laden, den „Hitzefrei“ vor rund zweieinhalb Jahren eröffnete. „Ich musste ein paar Dinge hierher bringen: Erdbeer- und Schokosoße, die wir selbst machen und die hier aufgebraucht waren“, erzählt Shabab. An den vergangenen zwei Tagen war es so voll, dass auch die Papiertücher alle waren - er hat nun Nachschub gebracht. Jetzt geht es noch zum Rewe auf dem Dortmunder Höchsten: Dort gibt es einen Pop-Up-Store im Rewe Romberg, wo Hitzefrei zurzeit Eis verkauft.

Er dauerte zwölf Stunden: Ein Arbeitstag im Leben von Hitzefrei-Ladenleiter Shahab Nouri

Das ist der Laden am Neuen Graben in Dortmund: Hier war in den vergangenen zwei Tagen so viel los, dass nun Nachschub gebraucht wurde. Shabab Nouri hat Soßen geliefert. © Shabab Nouri

8.00 Uhr: Dienstbeginn

Shabab Nouri ist Gesellschafter bei Hitzefrei Eiskreationen. Am Mittwochmorgen geht es jede Woche mit einem Meeting los. Es geht dazu an diesem Mittwoch in die Produktionsstätte auf dem Union-Gewerbehof in Dortmund. Der Strategische Manager und fürs Wachstum zuständige Mann sitzt am Tisch, der Eis-Produzent und derjenige, der für die Läden und das operative Geschäft zuständig ist - das ist Shabab Nouri, sind mit in der Runde. Sie sitzen heute im Hofcafé auf dem ehemaligen Brauereigelände und besprechen alles, was in der vergangenen Woche gut war und was schlecht - und was in der kommenden Woche auf die Mitarbeiter zukommt. Das Treffen findet nicht immer dort statt - auch mal bei einem der Mitarbeiter zu Hause. Aber weil heute ein Tag ist, an dem „Hitzefrei“ viel Eis produzieren muss, hat man sich um 8 Uhr gleich dort getroffen.

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Konferenz, oder besser gesagt Meeting am Morgen: Jeden Mittwoch treffen sich die Hitzefrei-Macher zur Besprechung. Shahab Nouri, Benedikt Weinreich, Mitarbeiterin Friederike Wolf (Mitarbeiterin Kreuzviertel und Unna) und Philip Stasinski (v.l.) sind ein gutes Team. © Shabab Nouri



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Angelehnt ist diese Rubrik an die Aktion „12 von 12“. Verschiedene Blogger machen am 12. eines Monats ganz viele Fotos und dokumentieren so ihren Tagesablauf. Am Ende wählen sie zwölf Bilder aus und posten sie. Auf dem Blog „Draußen nur Kännchen“ können sich die Blogger dann in eine Teilnahme-Liste eintragen lassen. Auf Twitter findet man die Aktion unter #12von12
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