Ein Toter, 250 Verletzte in Castrop-Rauxel: Erkenntnisse aus dem Verkehrsunfallbericht

rnPolizei Recklinghausen

Sechsmal am Tag musste die Polizei im Jahr 2019 zu einem Verkehrsunfall in Castrop-Rauxel ausrücken. In einem Fall überlebte der Fahrer den Unfall nicht. Es gibt statistische Auffälligkeiten.

Castrop-Rauxel

, 26.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 71-jähriger Motorrollerfahrer verunglückte am 7. Januar 2019 auf der Kanalstraße im Habinghorst tödlich. Er stieß mit einer alkoholisierten Autofahrerin zusammen, die in den Gegenverkehr geraten war. Der Mann starb noch an der Unfallstelle.

Unfälle unter Alkoholeinfluss zählte die Kreispolizeibehörde im vergangenen Jahr insgesamt 32. Der Rollerfahrer war der einzige Verkehrstote in Castrop-Rauxel im Jahr 2019, im Jahr davor waren es noch drei. Die Unfallzahlen sind generell im Vergleich zum Vorjahr kreisweit leicht gesunken (2019: 2027, 2018: 2096). Fehler beim Abbiegen und Wenden waren die häufigste Verkehrsunfall-Ursache.

Dieses Bild zeigt sich auch in Castrop-Rauxel: Gab es 2018 noch 2279 Unfälle, waren es im vergangenen Jahr 2256. In den meisten Fällen blieb es bei leichten Sachschäden, 250 Mal gab es Verletzte, 54 Personen waren schwer verletzt. Das definiert die Polizei so, dass Betroffene mehr als 24 Stunden stationär im Krankenhaus bleiben.

Die Polizei musste wie im Vorjahr zu drei Schulwegunfälle ausrücken. Insgesamt wurden 27 Kinder im Straßenverkehr verletzt (2018: 30), knapp die Hälfte war zu Fuß unterwegs (12). „Seit Jahren sind Kinder eine wesentliche Zielgruppe im Bereich der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit“, erklärte Polizeidirektor Karl-Heinz Henn bei der Veröffentlichung des Verkehrsunfallberichtes am Dienstag. „Sie beginnt im Kindergarten und erstreckt sich über die Grundschule bis zu den weiterführenden Schulen.“

Für Castrop-Rauxel hat die Polizei mit dem Ickerner Knoten einen Unfallschwerpunkt definiert. 2019 gab es dort drei Unfälle. Im Mai musste die Polizei in der gleichen Woche gleich zweimal anrücken. In beiden Fällen stieß ein Lieferwagen mit einem Radfahrer zusammen.

Am 29. Mai war es besonders dramatisch: Ein Fahrradfahrer war auf der Langen Straße unterwegs und bog am Knoten auf die Ickerner Straße ab, der Sprinter kam aus Richtung Pennymarkt an der Recklinghauser Straße. Der Lastwagen erfasste den Radfahrer mit der Fahrzeugfront. Der Mann war schwerst verletzt. Er lag bewusstlos am Boden. Sein Fahrrad war ein Haufen Schrott.

Im September stießen zwei Autos an derselben Stelle zusammen. Auch dabei musste einer der Fahrer schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach einem Ortstermin mit Vertretern der Polizei, des Kreises, der Stadt und der Bezirksregierung wurden die weißen Kreuzungs-Markierungen erneuert. Auch der Radweg soll bald in sattem Rot erstrahlen. „Die Kreuzung ist ein bisschen unglücklich“, erklärt Markus Richter von der Polizeidirektion Verkehr, der selbst vor Ort war. Er weiß, dass es dort nicht nur im vergangenen Jahr häufiger gekracht hat, sondern auch in den Jahren zuvor.

Unterm Strich sind die Verkehrsunfallzahlen in Castrop-Rauxel in den vergangenen Jahren etwa gleich geblieben. Um Entwicklungen im Verkehrsunfallbereich strategisch begegnen zu können, analysieren Fachleute der Polizei die Unfälle mit Blick auf Örtlichkeiten, Ursachen, Zielgruppen aber auch hinsichtlich der Art der Verkehrsbeteiligung. Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen sagt: „Grundsätzlich gilt: Je schneller gefahren wird, desto schwerwiegender sind die Folgen.“

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Bei der Veröffentlichung des Verkehrsunfallberichtes appelliert sie an alle Verkehrsteilnehmer: „Jeder kann dazu beitragen, unsere Straßen sicherer zu machen. Verhalten Sie sich verantwortungsbewusst im Straßenverkehr. Nehmen Sie Rücksicht auf andere und helfen Sie uns als Zeugin oder Zeuge, wenn Sie beispielsweise eine Unfallflucht beobachtet haben. Durch gemeinsame Anstrengungen können wir es erreichen, dass alle sicherer an ihr Ziel kommen.“

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