Einbrecher haben es verstärkt auf Werkzeuge, Kupfer und Grableuchten abgesehen

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Seit Anfang 2019 gab es bereits acht Fälle in Castrop-Rauxel, die im Zusammenhang mit Diebstahl von Werkzeugen, Kabel und Kupfer standen. Die Polizei rät vor allem zur Kennzeichnung.

Castrop-Rauxel

, 29.04.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Vorfall im Januar, zwei im Februar, zwei im März und bisher drei im April. Immer wieder haben es Diebe in Castrop-Rauxel auf Werkzeuge, Kabel und Kupfer abgesehen. Doch warum?

„Es gibt immer bevorzugte Diebesgüter, da gehört auch Metall dazu“, sagt Michael Franz, Pressesprecher der Polizei im Kreis Recklinghausen. Das liegt vor allem daran, dass Metall „schlecht zuzuordnen“ sei, so Franz. Meistens ist es nicht gekennzeichnet und kann so relativ einfach beim Schrotthändler in Zahlung gegeben werden.

Bis zu 5,29 Euro pro Kilo Kupfer

Der erste Vorfall des Jahres wurde in Castrop-Rauxel am 9. Januar gemeldet. Am Rapensweg wurden Lagercontainer aufgebrochen. Diebesgut: Kfz-Teile und Seilwinden. Im Februar folgten zwei Fälle. Am Deininghauser Weg wurden Kupferrohre und Werkzeug aus einem Container auf einem Firmengelände gestohlen und im Vereinsheim des SuS Pöppinghausen am Ringelrodtweg hatten es die Diebe ebenfalls auf Werkzeug abgesehen.

Der Kupferpreis liegt laut dem Vergleichsportal „schrott24“ gerade bei bis zu 5,29 pro Kilo. Für Eisen und Stahl werden 17 Cent pro Kilo bezahlt, für Edelstahl 1,36 Euro und für Messing 3,55 Euro. Immer gestaffelt, nach der Menge und der Qualität des Schrotts.

Minibagger zur Verladung genutzt

Im März dann der bisher spektakulärste Einbruch. Die Täter durchtrennten eine Stahlkette und drangen auf ein Baustellengelände an der Habinghorster Straße ein. Dort stahlen sie etwa 45 Spundbohlen und zwei Metallbauverschläge. Da das Diebesgut bis zu 18 Tonnen wog, wurde für die Verladung auf einen Tieflader ein Minibagger, der auf dem Gelände stand, genutzt.

Und im April wurden erneut ein Lagerraum am Ringelrodtweg und ein Firmengelände am Deininghauser Weg zum Ziel der Kriminellen. Wieder ist Werkzeug abhanden gekommen.

„Keine auffälligen Entwicklungen in dem Bereich“

Trotz der Auffälligkeiten und der vielen Vorfälle in der jüngsten Zeit sieht die Polizei „keine auffälligen Entwicklungen in dem Bereich“, so Franz. Von einer möglichen Bande, die ihr Unwesen in Castrop-Rauxel und weiteren Städten im Ruhrgebiet treiben würde, sei nichts bekannt.

„Es ist schon immer so, dass Täter in Neubaugebieten agieren und sogar Kabel oder Leitungen aus den Wänden reißen.“ Auch von Friedhöfen würden Messing oder Grablampen gestohlen werden und dann an Eisenhändler gegeben, die in der Regel jedoch gut vernetzt mit der Polizei seien und Auffälligkeiten melden würden. Deswegen ergebe es schon Sinn, die Güter entsprechend zu sichern und vor allem auch zu kennzeichnen, damit sie zuzuordnen seien, sagt Franz.

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