Ein plötzlich eingezäuntes und gerodetes Grundstück sorgt für einen Verdacht

rnRecklinghauser Straße

Ein Grundstück an der Recklinghauser Straße ist plötzlich gerodet und mit einem Bauzaun versehen. Da bleiben Gerüchte nicht aus. Wird gebaut? Ohne Bebauungsplan? Wir sind dem nachgegangen.

Ickern

, 03.02.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unmittelbar an der Recklinghauser Straße, schräg gegenüber der Tankstelle Laub in Ickern, hat Ulrich Mues, unter anderem Vorsitzender der Senioren-Union in Castrop-Rauxel und bekannter Geschäftsmann in der Europastadt, ein bisher unbebautes Grundstück.

Einem anonymen Mailschreiber, der als Absender „Baumschutz Ickern“ angab, ist aufgefallen, dass das Grundstück völlig gerodet worden und mit einem Bauzaun umgeben ist. Er äußerte in seiner Mail den Verdacht, dass hier eine unerlaubte Bebauung vorbereitet werden könnte, und das auf einem Gelände, das zum Teil zum Landschaftsschutzgebiet Beerenbruch gehöre.

Nun gehen wir anonymen Verdächtigungen nicht immer nach, weil sie sich in den meisten Fällen als haltlos erweisen. Da die Rodungsarbeiten direkt an der viel befahrenen Straße aber auch anderen Anwohnern aufgefallen waren, fragten wir bei Ulrich Mues nach: Was passiert auf diesem Grundstück?

Bäume waren nach Sturm umgeknickt

„Auf dem Grundstück standen früher vier Bäume“, sagt der. „Zwei davon hat irgendwann mal der Kampfmittelräumdienst für Bombensuchen fällen lassen, die anderen Bäume sind bei einem Sturm abgeknickt“, erzählt Mues. Da in den Baumstümpfen immer mal wieder Kinder herumgeklettert seien und das Unkraut sowie die Sträucher in die Höhe geschossen seien, habe er kürzlich eine Firma beauftragt, das gesamte Grundstück durchzufräsen.

„Dazu habe ich vorher mit dem Grünflächenamt gesprochen und dann mit dem für den Forst zuständigen Förster“, so Mues. Die hätten beide an den Fräs-Arbeiten nichts auszusetzen gehabt.

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Den Bauzaun habe er anschließend aus einem ganz einfachen Grund aufstellen lassen: „Auf dem Grundstück wurde ständig wilder Müll abgeladen. Wir haben da komplette Badezimmer, Matratzen und sonstigen Müll gehabt und für teuer Geld abfahren lassen“, erzählt der Ickerner, der für die CDU seit vielen Jahren im Rat der Stadt sitzt.

Ruhe vor wilden Müllkippern durch Zaun

Immer wieder habe er Aufforderungen von der Stadt erhalten, das Grundstück von Müll zu befreien. „Das war ich jetzt leid. Darum habe ich den Zaun aufstellen lassen, um endlich Ruhe vor den Müllkippern zu haben“, so Mues.

Was mit dem Grundstück auf Dauer passiere, darüber mache er sich noch keine Gedanken. Er selbst wohnt wenige Meter weiter an der Straße Am Beerenbruch. Auch ob er das Gelände künftig selbst behalte oder irgendwann vielleicht verkaufe, sei noch unklar.

Die Stadtverwaltung bestätigte auf Nachfrage, dass der Stadt über Bebauungsabsichten keine Hinweise vorlägen. „Auch Verstöße gegen Fällbestimmungen im Rahmen der Waldbewirtschaftung gibt es hier offenkundig nicht“, so Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi.

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