Elternräte machen jetzt Druck

Kita-Streik

CASTROP-RAUXEL "Wir wollen in unsere Kitas!", machen die Elternräte der kommunalen Kindertageseinrichtungen jetzt Druck gegen den anhaltenden Streik. Im Stadtrat lehnten SPD und Grüne eine Erstattung der Elternbeiträge ab.

28.06.2009, 11:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit dieser Fotomontage wollen Eltern dem Streik ein Gesicht geben - nämlich das der betroffenen Kinder.

Mit dieser Fotomontage wollen Eltern dem Streik ein Gesicht geben - nämlich das der betroffenen Kinder.

"Nach knapp zwei Monaten Streik gibt es so gut wie kein Kind, das nicht unter dem Streik in den kommunalen Kindertageseinrichtungen leidet", schreiben die Eltern der sechs städtischen Kitas in einem offenen Brief. Sie sagen:

1. Notgruppen ersetzen keine qualifizierte Betreuung. 2. Kindergartenfreunde fehlen zum Spielen. 3. Sprach- und andere Förderung findet nicht statt. 4. Geregelte Tages- und Wochenstrukturen sind durcheinander gewirbelt.

Seelischer Schaden Die Eltern lehnen den Arbeitskampf auf dem Rücken der Kinder als ungeeignetes Mittel ab. "Wenn Mülltonnen stehen bleiben oder Züge nicht fahren, nimmt niemand seelischen Schaden. Unsere Kinder jedoch leiden zunehmend unter der Situation", erklären sie.

Erschwerend komme hinzu, dass die kommunalen Arbeitgeber, bei aller vollmundigen Solidarität mit den Erzieherinnen, doch zumindest finanziell vom Streik profitieren würden und mit jedem Streiktag ihre Haushaltskassen sanieren könnten. "Da fällt es schwer zu glauben, dass die Arbeitgeber an einer zügigen Einigung interessiert sind", wird erklärt.

Dazu hat Bürgermeister Johannes Beisenherz bereits öffentlich gesagt, dass die jetzt eingesparten Personalkosten durch den zu erwartenden höheren Tarifabschluss schnell wieder aufgezehrt würden. "Wir sparen da nichts", so Beisenherz.

Solidarität hat Grenzen "Mit der Bekanntgabe der Gewerkschaft Verdi, während der Sommerferien eine Streikpause einzulegen, geht einher die Ankündigung, notfalls bis Weihnachten weiter zu streiken. Das ist eine unerträgliche Vorstellung!", sind die Elternräte äußerst besorgt. Dann würden die Eltern an die Grenzen ihrer bisherigen Solidarität mit den Erzieherinnen geraten.

Ein Antrag der FDP zur anteiligen Erstattung der Kita-Beiträge wurde von der rot-grünen Ratsmehrheit abgelehnt. Wenn man etwas Gutes tun wolle, solle man lieber mithelfen, eine Beitragsfreiheit für das dritte Kindergartenjahr hinzubekommen. Laut Petra Glöß, Erste Beigeordnete, hat es bisher zwar Anträge von Eltern auf eine Beitragserstattung gegeben, aber noch keine Klage.

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