EM: Kein Kreisel-Gucken am Ickerner Knoten

Verbot vom Ordnungsamt

Einen Flachbildschirm, große Boxen und natürlich einen Generator. Mehr brauchte Michael Kähmann nicht für sein Fußball-Glück mitten auf einem Kreisverkehr am Ickerner Knoten im Castrop-Rauxeler Stadtteil. Doch in diesem Jahr wird's nichts mit dem Kreisel-Gucken.

ICKERN

, 10.06.2016, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
EM: Kein Kreisel-Gucken am Ickerner Knoten

Von der Stadt gestoppt: Rudelgucken am Ickerner Knoten mit Michael Kähmann und Anhang, hier bei einem vergangenen internationalen Fußballturnier.

Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Europameisterschaft in Frankreich noch gar nicht am Ball, da muss DFB-Anhänger Michael Kähmann bereits die erste Niederlage hinnehmen. Das Ordnungsamt untersagte ihm das Public Viewing am Ickerner Knoten. „Das ist sehr schade“, sagt Kähmann.

Riesengroß war der Jubel im kleinen Kreisverkehr an der Recklinghauser Straße als die DFB-Auswahl 2014 zum vierten Mal Weltmeister wurde. Seit der WM in Südafrika 2010 hatte der Ickerner dort zu den großen Fußball-Turnieren Flachbild-Fernseher, Lautsprecher und Generator auf der kreisrunden Rasenfläche mit der Bergmannstatue aufgestellt. Dort traf er sich mit Familie, Freunden und Nachbarn zu den Spielen der deutschen Elf.

Keine Genehmigung fürs Gucken

„Das war eine so tolle Stimmung vor zwei Jahren“ erinnert sich Kähmann. Seine Ehefrau Nicole Kähmann pflichtet ihm bei: „Es sind Leute zu mir gekommen - Nachbarn, aber auch Menschen, die ich gar nicht kannte - und haben sich bedankt.“ Ärger habe es in all den Jahren nie gegeben. Auch die Polizei habe die Kreisel-Gucker gewähren lassen. „Das ist immer sicher und ordentlich abgelaufen“, sagt Michael Kähmann.

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Am Donnerstag habe er ein Schreiben des Ordnungsamtes im Briefkasten gehabt. Darin wurde ihm untersagt, erneut ein Public Viewing am Ickerner Knoten zu veranstalten. Begründet wurde das Verbot mit einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit. Eine Sondernutzungserlaubnis für den Kreisel würde auch auf Antrag nicht erteilt werden, hieß es darin. Kähmann wurde ein Bußgeld und die Beschlagnahme der in den Kreisel gebrachten Gegenstände angedroht.

Kleine Wiese als Alternative

In einem Telefonat mit dem Ordnungsamt sei dann noch die kleine Rasenfläche direkt gegenüber des Kreisels zwischen Recklinghauser und Lange Straße ins Gespräch gekommen, schilderte Kähmann. „Diese Fläche ist ordnungsrechtlich unproblematisch, weil Zebrastreifen dort hin führen, sagte Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi, „ein Kreisverkehr ist für eine Begehung nicht vorgesehen.“

Für die kleine Wiese müsse lediglich das Einverständnis des Grünflächenamtes eingeholt werden. Dort aber fürchtet Kähmann Ärger mit den Anwohnern, die sich gestört fühlen könnten. „Dann gucke ich die EM lieber auf meiner Terrasse“, erklärte der Ickerner. Für das erste Spiel der Deutschen gegen die Ukraine am Sonntag stand schon alles bereit. Aber Kähmann wurde noch vor dem Anpfiff zurückgepfiffen.

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