Die Pöller begrenzen die Straße hier für breitere Fahrzeuge, damit die Statik der Brücke über die Emscher nicht gefährdet wird. © Tobias Weckenbrock
Straßenbau

Emscher-Brücke Horststraße kostet 800.000 Euro: Wird sie je repariert?

Mehrere Dutzend Brücken gibt es in Castrop-Rauxel. Aber kaum eine ist so kaputt wie die über die Emscher an der Horststraße in Ickern. Repariert wird sie aber nicht. Wann ist es soweit?

Wer in Ickern von der Vinckestraße aus schnell zum Agora-Kulturzentrum will, der nimmt die Horststraße: erst die Emscher überqueren, dann die A2. Doch auf einer der beiden Brücken wird es eng. Sie ist marode.

Betonpöller stehen links und rechts auf der Fahrbahn. Sie machen die Durchfahrt für breite und damit auch schwere Fahrzeuge unmöglich. „Dieses Brückenbauwerk weist umfangreiche Sanierungsaufwendungen bei der Brückenkonstruktion vor“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage, die schon aus dem Jahr 2017 stammt. Darin sind die Ergebnisse der Brückenprüfung 2016 zusammengefasst, bei der alle Brückenbauwerke auf mögliche Mängel geprüft werden.

„Hier besteht seitens der Verwaltung der Ansatz, im Rahmen der Förderrichtlinie kommunaler Straßenbau Förderzugang Nr. 2.1 einer Bereitstellung öffentlicher Mittel zu erhalten“, heißt es weiter. Bis dahin halte man die Beschränkung auf 3,5 Tonnen Maximalgewicht aufrecht. „Diese temporäre Maßnahme kann nicht auf Dauer aufrechterhalten werden, so dass aus Sicht der Verwaltung Handlungsbedarf besteht.“ Das war vor mehr als vier Jahren.

Die Emscherbrücke, über die die Horststraße als Verbindungsweg zwischen den Wohnvierteln Vinckestraße und Zechenstraße führt, ist seit Jahren eine der marodesten Brücken in Castrop-Rauxel.
Die Emscherbrücke, über die die Horststraße als Verbindungsweg zwischen den Wohnvierteln Vinckestraße und Zechenstraße führt, ist seit Jahren eine der marodesten Brücken in Castrop-Rauxel. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Grundsaniert worden ist seither die Erinbrücke, auch bekannt als Krickesteg. Bei den Brücken Schöttelkamp über die Emscher und Wirtschaftsweg über den Herdicksbach (Wirtschaftsweg zwischen der Voerstestraße und Kainhorststraße) wurde der Belag grundhaft erneuert. Zudem wurde an der Schöttelkamp-Brücke auch das Geländer erneuert. Damit wurde sie verkehrssicherer.

Zustandsnoten sind nicht alleiniges Kriterium

Diese Brücke (3,9) steht bei den Zustandsnoten noch schlechter da als die Horststraße (3,7), der Reparaturaufwand wurde aber nur mit knapp 100.000 Euro bemessen. Die Erinbrücke (3,2) dagegen mit 450.000 Euro Kostenvolumen steht zwar auch weit oben, aber doch deutlich dahinter.

Der große Knackpunkt sind bei der Horststraße die Kosten: Sie macht bei einem Kostenvolumen von 2,26 Millionen Euro, das 2016 für alle Brücken insgesamt berechnet wurde, mehr als ein Drittel aus: 800.000 Euro. „Bei der Brücke an der Horststraße sowie an der Borghagener Straße läuft die Planungsphase“, erklärt Sabine Latterner, Sprecherin des EUV-Stadtbetriebs, auf Anfrage unserer Redaktion.

Schilder weisen auf die Regelung hin: Keine Autos über 3,5 Tonnen dürfen hier fahren.
Schilder weisen auf die Regelung hin: Keine Autos über 3,5 Tonnen dürfen hier fahren. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Bevor daran gearbeitet wird, vergeht aber auf jeden Fall noch Zeit: „Kleinere Maßnahmen an diversen Brücken zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit wurden durchgeführt“, sagt Latterner. Auch Geländer-Erhöhungen oder Neubauten und Anstriche zählten dazu. Größere Sanierungen stünden nun bei der Brücke in Ickern an der Stettiner Straße (Note 3,3) an.

Die Pöller bleiben auf der Horststraße also vermutlich noch eine ganze Weile stehen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen der Medienwelt seit der Jahrtausendwende.
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Tobias Weckenbrock

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