Endlich: Sanierung der Deponie startet am Montag

Brandheide

Es hat lange Jahre des Anlaufs, der Planung und der Genehmigung gebraucht – jetzt steht ein Datum fest, an dem die Sanierung der alten Deponie Brandheide beginnt. Am 29. Januar soll es losgehen, die Dauer der Sanierung ist allerdings noch nicht ganz klar. Es gibt unterschiedliche Aussagen.

Frohlinde

, 28.01.2018, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Brandheide-Gelände aus der Luft: Oben über dem Waldstück erkennt man den Sportplatz des FC Frohlinde und die Tennisanlage vom TC Grün-Weiß, dahinter die Siedlungsfläche in Frohlinde. Links oben verläuft die Merklinder Straße, wo die alte Gärtnerei Gregg zu erkennen ist. Rechts daneben verläuft eine Baustraße auf das Gelände.

Das Brandheide-Gelände aus der Luft: Oben über dem Waldstück erkennt man den Sportplatz des FC Frohlinde und die Tennisanlage vom TC Grün-Weiß, dahinter die Siedlungsfläche in Frohlinde. Links oben verläuft die Merklinder Straße, wo die alte Gärtnerei Gregg zu erkennen ist. Rechts daneben verläuft eine Baustraße auf das Gelände. © Jens Lukas

Die Sanierung der Deponie Brandheide geht jetzt sogar schneller los, als EUV-Experte Thorsten Werth-von Kampen zuletzt im Dezember gehofft hatte. War damals noch davon die Rede, dass bis zum 13. Februar ausschreibungstechnisch alles unter Dach und Fach sein soll, kam am Donnerstag nun die Nachricht, dass das Mammutprojekt bereits am Montag, 29. Januar, beginnt.

Köster GmbH aus Mülheim ist beauftragt

Wie Sabine Schidlowski-Boos vom AAV, dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, mitteilte, habe der der als Träger der Baumaßnahme für die Ausführung der Arbeiten der Köster GmbH aus Mülheim den Auftrag erteilt. Der Auftrag und die Abwicklung der Sanierungsmaßnahme erfolgten dabei in enger Abstimmung mit den Vertragspartnern des AAV, der Stadt Castrop-Rauxel, dem EUV Stadtbetrieb sowie dem Kreis Recklinghausen.

Südlich der ehemaligen Gärtnerei Gregg (oben an der Merklinder Straße gelegen) gibt es nach vielen Gesprächen eine Zufahrt zur Baustelle.

Südlich der ehemaligen Gärtnerei Gregg (oben an der Merklinder Straße gelegen) gibt es nach vielen Gesprächen eine Zufahrt zur Baustelle. © Grafik: Mühe

Sabine Schidlowski-Boos: „In einem ersten Schritt sind zunächst weitere Rodungen im Bereich der geplanten Baustraßen, des Mühlenteichs, der Fläche, auf der eine biologische Nachklärung stattfinden soll sowie in einer Senke nordöstlich der Fischteiche vorgesehen.“ Außerdem müsse westlich der Deponie eine Spundwand gebaut werden, um zu verhindern, dass das Grundwasser weiter durch den Deponiekörper fließe. „Hierfür werden auf dem Gelände der geplanten Spundwandtrasse ebenfalls Rodungen stattfinden“, so Schidlowski-Boos.

Schon ab Dienstag, 6. Februar, werde die Baustelleneinrichtung erfolgen und das Gelände durch einen Bauzaun gesichert. Anschließend soll Boden für die Geländemodellierung antransportiert werden. Wie Sabine Schidlowski-Boos schildert, werde es dadurch zu erhöhtem LKW-Verkehr kommen, der die Baustelle über den Bereich der Merklinder Straße 150 anfahren werde, also im Bereich der ehemaligen Gärtnerei Gregg.

Die Zuwegung zur Baustelle ist eine Konzession an die vielen Kritiker bei einer Bürgerversammlung vor zweieinhalb Jahren. Neben der Zufahrt von der Merklinder Straße gibt es zwei weitere über die Straße Brandheide. Das wurde schon bei der letzten Bürgerinformation im Oktober 2017 mitgeteilt.

Die Geschichte der Deponie



Die Altdeponie Brandheide befindet sich zwischen den Ortsteilen Merklinde und Frohlinde unmittelbar an der Stadtgrenze zu Dortmund. Die 16,4 Hektar große Fläche diente laut Stadtbetrieb EUV zwischen 1959 und 1972 zur Ablagerung von Hausmüll, Boden und Bauschutt sowie teerbehafteten Abfällen in Form sogenannter Teerschlämme. Die Deponie unterlag nicht dem erst 1972 in Kraft getretenen Abfallrecht (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz) und dessen technischen Spezifikationen, sodass der Standort über keinerlei technische Sicherungssysteme (Sickerwasser- und Gasfassung, Sohl-, Flanken oder Oberflächenabdichtung, Oberflächenentwässerung) verfügt. Auf Grundlage von Untersuchungen, die der Kreis als zuständige Ordnungsbehörde veranlasst hatte, steht fest, dass von der Altablagerung konkrete Gefahren, insbesondere durch den sogenannten Teersumpf für das Grundwasser und für den im Ablauf der Deponie befindlichen Bach ausgehen.

Dauer der Sanierung ist unklar



Die Baustelle hat ein Finanzvolumen von rund 7 Millionen Euro. Laut AAV sollen die geplanten Arbeiten zügig vorangehen. Ein Unsicherheitsfaktor bleibe die Witterung, die die geplanten Arbeiten in Verzug bringen könnte. Thorsten Werth-von Kampen hielt zuletzt eine Bauzeit von 20 Monaten für realistisch. Das stellt nun Sabine Schidlowski-Boos von der AAV anders dar. Demnach rechnet man nach derzeitigem Planungsstand mit einem Abschluss der Sanierung bis Ende 2020. Werth-von Kampen war dazu am Freitag nicht zu erreichen. Nach Sanierung soll das Gelände für die Naherholung genutzt werden.

- Der AAV ist ein Kompetenzzentrum für Flächenrecycling und Altlastensanierung, in dem Land, Kommunen und Wirtschaft zusammenarbeiten. - Durch ein Landesgesetz 1988 gegründet, beseitigt die unabhängige, selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts überall dort Altlasten in Boden und Grundwasser, wo ein Verursacher der Verunreinigungen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann. - Der Verband ist bei den Projekten in der Regel Maßnahmenträger und bringt neben seinem Know-how bis zu 80 Prozent der nötigen Finanzierung auf. - Zusätzlich zu den gesetzlichen Pflichtmitgliedern – dem Land NRW und den Kommunen – haben sich dem Verband auf freiwilliger Basis Unternehmen angeschlossen.
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