Am Adalbert-Stifter-Gymnasium in Castrop-Rauxel startete am Montag (15.3.) wieder der Wechselunterricht. © Patricia Böcking
Schule

Endlich wieder in die Schule? Das sagen Castrop-Rauxeler Schüler dazu

Seit Montag (15.3.) findet an den weiterführenden Schulen wieder Wechselunterricht statt. Aber was sagen die Schüler dazu? Wir haben uns am Adalbert-Stifter-Gymnasium in Castrop-Rauxel umgeschaut.

Ein Grund zur Freude: endlich wieder raus aus dem Homeoffice und zurück in die Schule! Oder? „Unnötig“, findet Giada aus der zehnten Klasse den Wechselunterricht. Sie würde lieber weiterhin online unterrichtet werden.

Nicht jede Schülerin und jeder Schüler am Adalbert-Stifter-Gymnasium in Castrop-Rauxel sieht das genauso. Viele freuen sich über die Wiedereröffnung der Schule. Die ganz große Begeisterung bleibt aber trotzdem aus. „Ganz okay“, finden zwei Schülerinnen aus der neunten Klasse den Wechselunterricht, als wir sie am Montag (15.3.) fragen. „Besser als online“, findet auch Leonard aus der Mittelstufe. Noch besser fände er allerdings Ferien.

Fehlender Austausch mit den Lehrern im Online-Unterricht

„Besser als online“ – das sagen viele Schüler an diesem Montag. Ein Hauptkritikpunkt am reinen Digital-Unterricht: die mangelnde Interaktion mit den Lehrern. „Jetzt bekomme ich wenigstens wieder direkte Hilfe und muss nicht stundenlang auf eine Antwort warten“, sagt Thimo aus der neunten Klasse. Auch Melike geht lieber zur Schule, als zu Hause vor dem Computer zu sitzen. „Hier ist viel mehr Ordnung“, erklärt sie.

Und natürlich freuen sich die meisten Schüler darauf, ihre Freunde wiederzusehen. „Online fehlt der Austausch mit den Mitschülern“, meint Melike. „Die meisten Freunde habe ich seit Weihnachten nicht mehr gesehen“, sagt auch ihre Freundin Corina.

An den Schulen in Castrop-Rauxel, hier das Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG), startete am 15.3. ein Wechselunterricht in allen Jahrgangsstufen.
An den Schulen in Castrop-Rauxel, hier das Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG), startete am 15.3. ein Wechselunterricht in allen Jahrgangsstufen. © Patricia Böcking © Patricia Böcking

Trotzdem habe auch der Digital-Unterricht seine Vorteile. Eine Schülerin aus der sechsten Klasse findet den Unterricht von zu Hause „chilliger“. „Jetzt muss ich aufstehen, mich anziehen und meine Zähne putzen“, beklagt sie. Auch eine Fünftklässlerin lernt lieber zu Hause. „Da konnte ich länger schlafen“, meint sie. Ein weiterer Schüler findet es zwar schön, zu Hause zu sein, „aber irgendwann wird es dann zu viel.“

Schüler fühlen sich in der Schule sicher

Angst vor einer Infektion hat aber offenbar niemand. Die meisten Schülerinnen und Schüler fühlen sich in der Schule sicher. „Jeder hat seinen eigenen Tisch, es wird gelüftet und man ist viel draußen in den Pausen“, erzählt eine Schülerin aus der Mittelstufe. Der Abstand zwischen den Schülern werde gut eingehalten, meinen auch ihre Mitschüler.

Anders sieht das ein Schüler aus der achten Klasse. „Man müsste einiges verbessern“, meint er. Besonders in den Pausen würden die Lehrer die Einhaltung der Maßnahmen nicht genug kontrollieren. „Da bräuchte man mehr Abstand“, erzählt er. Mehr Abstand wäre auch ein Thema für die Zeit nach Schulschluss: Da stehen die Schüler nämlich wieder gedrängt in Gruppen zusammen.

Ob die Schulöffnungen wirklich nötig sind, ist angesichts der steigenden Infektionszahlen fraglich. „Ich finde es relativ unsinnig, weil die Zahlen im Moment ja wieder hochgehen“, meint Lea aus der Mittelstufe. Sie wäre lieber noch zu Hause geblieben. „Die zwei Wochen bis zu den Osterferien hätte man die Schule auch noch zu lassen können“, findet sie.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin