Ergebnisse, Grafiken, Analyse und Stimmen: So lief der Wahltag in Castrop-Rauxel

rnEuropawahl 2019

Um 18.31 Uhr war Sonntag das erste Wahllokal ausgezählt: Hans-Christian-Andersen-Schule Deininghausen. Aber was hat die Wahl für Ergebnisse gebracht? Zahlen und Stimmen aus dem Rathaus.

Castrop-Rauxel

, 26.05.2019, 18:50 Uhr / Lesedauer: 4 min

Wir haben hier über den Abend hinweg live und aktuell berichtet und die Tabellen und Grafiken mehrfach aktualisiert. Die Stimmen und Meinungen finden Sie weiter unten.

18.45 Uhr: Die ersten drei Schnellmeldungen sind im Rathaus eingetroffen und publiziert. In den Wahllokalen wird gezählt, nachdem die 58.000 Wähler von 8 bis 18 Uhr Zeit hatten, ihre Stimmen abzugeben. Im Rathaus sind ein paar Gäste versammelt, vor allem Politiker der SPD und der Bürgermeister. Hier verfolgen sie in Sitzungsraum 3 das Eintreffen der Ergebnisse. Wir gehen gleich auf Stimmenfang.

19.04 Uhr: Inzwischen sind 29 Wahlbezirke in Castrop-Rauxel ausgezählt, 29 von 68 Schnellmeldungen sind im Rathaus eingegangen. Das geschieht zunächst vom Wahlvorstand des jeweiligen Wahllokals aus per Telefon. Wir aktualisieren unsere Grafiken nicht minütlich, aber sie geben aktuell schon einen recht genauen Überblick.

19.31 Uhr: Jetzt sind 55 von 68 Lokalen ausgezählt. Die Werte verändern sich nun wohl nur noch marginal. Wir gehen jetzt auf Stimmenfang.

19.33 Uhr: Margita Gudjons ist Ratsfrau der Linken in Castrop-Rauxel. Sie sagt zum Ergebnis der Linkspartei:, das etwa bei 4,6 bis 4,9 Prozent landen wird: „Wer nicht viel hat, der kann auch nicht viel verlieren.“ Sie habe mit einem Ergebnis in dieser Größenordnung gerechnet. „Es wird noch Jahre dauern, bis die Linke bei den Menschen richtig angekommen ist. Aber ich bin froh über die hohe Wahlbeteiligung“, so Gudjons mit dem Blick auf die rund 59 Prozent bundesweit. Sie hatte im Vorfeld auf 63 Prozent getippt.

19.35 Uhr: Bernd Goerke (SPD) ist Ratsherr und sagt, er sei ob des Ergebnisses der SPD natürlich nicht begeistert. In Castrop-Rauxel wird sie bei um 26 Prozent landen. Aber: „Durch die gute Wahlbeteiligung hat das rechte Spektrum nicht sein Ziel erreicht. Darum danke ich allen Bürgern, die demokratisch gewählt haben. Darüber bin ich wirklich froh.“

19.40 Uhr: Die Wahlbeteiligung nach 60 ausgezählten Stimmbezirken in Castrop-Rauxel liegt nun bei 57,1 Prozent.

Video
Bürgermeister Rajko Kravanja zur Europawahl

20 Uhr: Nils Bettinger (FDP) hätte sich an diesem Wahlabend für seine Liberalen ein bisschen mehr erhofft, sagt er. „Der Listenplatz 8 für Michael Kauch aus Dortmund wird so leider nicht reichen, um einzuziehen. Schade. Wir haben uns stabilisiert und die Linken vielleicht sogar überholt - aber keine großen Sprünge gemacht.“ Gut finde er, dass es „zu dem Rechtsruck in der befürchteten Stärke nicht gekommen ist. Ich glaube, dass es sich ausgewirkt hat, dass man angefangen hat, so stark dagegen anzuarbeiten. Die AfD kann zwar auch in den nächsten Jahren vielleicht noch etwas zulegen, aber sie hat ihren Zenit überschritten.“

20.04 Uhr: In Castrop-Rauxel fehlen jetzt noch vier Schnellmeldungen, dann sind alle Stimmbezirke ausgezählt und übermittelt.

20.28 Uhr: Michael Breilmann, Kreisvorsitzender der CDU aus Castrop-Rauxel, sagt gerade im Rathaus: „Bundesweit ist positiv, dass die Rechtspopulisten nicht so stark geworden sind, wie man das befürchtet hatte. Man muss konstatieren, dass die Grünen sehr hohe Gewinne eingefahren haben. Wir haben natürlich verloren, größter Verlierer ist aber die SPD.

Wir müssen überlegen, wie wir uns bei der Klimaschutzpolitik aufstellen und wie wir umgehen mit Akteuren aus den sozialen Netzwerken. Ich glaube, dass die CDU da ein paar Hausaufgaben bekommen hat. Ich weiß nicht, ob Rezo so kurz vor der Wahl Auswirkungen hatte. Es hat aber deutlich gemacht, dass wir uns den Positionen dort stellen müssen. Wir hätten uns mit einem Videostatement deutlich dagegen stellen müssen. Teilweise arbeitet er mit falschen Statistiken und es ist viel Polemik dabei. Deutschland steht wirtschaftlich gut da. Man muss die Diskussion führen, aber dann auch über die Wege, die er gewählt hat. Das hat die CDU nicht geschafft.

Lokal sind die Verluste bei uns nicht so hoch, auch wenn wir hier stimmen verloren haben. SPD und CDU nähern sich immer näher an, die Grünen aber legen deutlich zu.

Die Grünen scheinen einen gewissen Trend im Moment zu bedienen. Ich wünsche mir aber auch bei den Grünen vor Ort mehr Antworten auf Fragen, die uns betreffen: Gewerbeflächen, Wirtschaftsförderung – da sehe ich wenig konkrete Antworten auf die Fragen.“

20.31 Uhr: Ulrich Werkle von den Grünen war gerade am Telefon richtig begeistert: „Wir sind froh, wir haben unsere Wahlziele erreicht. Wir haben das Thema Klima in den Vordergrund gestellt und das ist honoriert worden. Das ist DAS Problem unserer Zeit, daran arbeiten wir, daran haben wir jahrelang glaubhaft gearbeitet, ohne zu wackeln. Das sind Vorschusslorbeeren und werden nun zusehen, dass wir an diesem Thema, mit der gestärkten Kraft weiter arbeiten. Die Wahlbeteiligung war hoch, dadurch ist der Rechtsruck nicht so hoch geworden als erwartet. Die AfD war unter ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl. Die knapp 12 Prozent sind noch schlimm genug, aber es ist kein Anstieg mehr.“

20.33 Uhr: Bert Wagener, Ortsverbands-Vorsitzender und Fraktionschef der Grünen: „Wir haben auf die realen Fragen der Menschen reale Antworten. Soziale Sicherung, Mobilität, Umwelt. Wir sind damit nun angekommen. Ich bin etwas skeptisch, denn wir hatten schon mal so einen Hype. Ich hoffe, dass sich das nun verfestigt.“

20.36 Uhr: Fotis Matentzoglou trat als Kandidat für die Liste der Linken an. Er sagte gerade am Telefon: „Das Ergebnis ist für uns enttäuschend. Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir mit dem Hype, den die Grünen gerade haben, umgehen, und welche Schlussfolgerung wir inhaltlich daraus ziehen sollten. Die Große Koalition ist abgestraft worden, als Linke müssen wir unser klimapolitisches Ziel erreichen. Mein Einzug ins EU-Parlament wurde deutlich verfehlt, aber ich habe für die Sache gekämpft und nicht für mich.

Das Rezo-Video hat natürlich den Grünen genutzt. Ich glaube schon, dass das Auswirkungen aufs Wahlergebnis hatte. Die Grünen haben profitiert, man sieht auch, dass deren Ergebnis noch besser ist als in den Umfragen.“

20.38 Uhr: Es fehlt jetzt noch ein einzelner Briefwahlbezirk. In Rathaus wird also noch ausgezählt. Das letzte Wahllokal war gerade das in der ehemaligen Marienburger Grundschule.


Hier zeigen wir Ihnen, wie die Europawahlen in den vergangenen Jahrzehnten in Castrop-Rauxel ausgegangen sind:


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