Ersatz fürs Corona-Flatterband: Glasscheiben in Bussen kommen

rnUmrüstung läuft

Einige Busse sind umgerüstet: Sie haben Scheiben, die den Busfahrer vor Corona schützen. Aber noch längst nicht alle Unternehmen in Castrop-Rauxel haben den Umbau abgeschlossen. Warum?

Castrop-Rauxel

, 09.11.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit die Coronavirus-Pandemie im März unsere Region erreicht hat, haben die Busdienstleister in Castrop-Rauxel ein Problem: Sie können in den meisten Bussen keine Fahrkarten mehr verkaufen. Und die Fahrgäste können nicht vorne einsteigen oder die ersten Bänke besetzen. Denn dort ist mit Flatterband abgesperrt.

Zumindest in den meisten Bussen. Denn die Busdienstleister rüsten nun nach: Ein halbes Jahr nach den ersten behelfsmäßigen Absperrungen sind nun die ersten Fahrzeuge mit Kunststoffscheiben rund um den Fahrerplatz ausgestattet. Und bis Jahresende sollen es weit mehr sein.

Alle in Castrop-Rauxel verkehrenden Verkehrsunternehmen arbeiten seit mehreren Jahrzehnten zusammen. Darum wurde das Aussetzen des Vordereinstiegs Mitte März gemeinsam umgesetzt. Das gleiche gilt nun für die Nachrüstung der Fahrzeuge, wie mehrere Sprecher der Unternehmen bestätigen.

„Durch die im März getroffenen Maßnahmen konnte die Wahrscheinlichkeit der Übertragung des Coronavirus für unser Fahrpersonal und für unsere Fahrgäste minimiert werden“, sagt Christoph Kollmann, Sprecher der Bogestra.

„Im Rahmen der Kooperation wurde auch die Beschaffung gestartet für Abtrennungen, die notwendig sind, um bei den Bussen den Vordereinstieg wieder zu ermöglichen und den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal wieder aufzunehmen.“

HCR: 19 von 69 Bussen umgebaut

Die Ausstattung der Fahrzeuge damit habe inzwischen begonnen. HCR-Sprecher Dirk Rogalla sagt, man sei bei 19 Bussen, die umgerüstet seien. Von 69, die das Unternehmen in Herne und Castrop-Rauxel im Einsatz hat. Aber in den kommenden Wochen sollen weitere folgen, bis Jahresende will man fertig sein damit.

Das Problem seien die verschiedenen Fahrzeugtypen, die unterschiedliche Schutzscheiben brauchen. Und mit den Bestellungen sei man im Kreis Recklinghausen gerade auch nicht allein: „Sie können sich sicher vorstellen, dass die ganze Branche gerade solche Schutzvorrichtungen einbauen möchte. Alle Welt bestellt gleichzeitig.“

Vestische: Sechs Mitarbeiter bauen nach und nach um

Das Hertener Nahverkehrsunternehmen Vestische ist schon recht weit:

190 von 240 Fahrzeugen sind umgerüstet. Sie haben die 6 Millimeter dünnen Echtglas-Scheiben schon eingebaut. Auch jedes fünfte Fahrzeug von Fremdfirmen, die für die Vestische im Einsatz sind, sei umgerüstet, so Torsten Kastner, Abteilungsleiter Technik bei der Vestischen.

Dort musste auch das Kassen- und Verkabelungssystem verlegt und umgebaut werden. Darum kostet der Umbau pro Bus in Summe etwa 1000 Euro: Materialkosten. Sechs Mitarbeiter seien derzeit fast nur mit dem Ein- und Umbau beschäftigt.

Wann bei der Bogestra der Vordereinstieg und Ticketverkauf in Bussen wieder aufgenommen wird, steht laut Sprecher Kollmann zurzeit noch nicht fest. Das gilt auch für viele Busse der DSW21, der HCR und bei der Vestischen. Wenn Busse die Abtrennungen erhalten haben, werde in jedem Fall die Sperrung des Fahrerbereichs aufgehoben und der Platz für die Fahrgäste erweitert.

„ÖPNV ist sicher“

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie biete der ÖPNV im Kreis Recklinghausen eine sichere Möglichkeit, mobil zu sein, so Kollmann von der Bogestra. In Bussen und Bahnen und an Haltestellen und Bahnhöfen trage die Maskenpflicht dazu bei.

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