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Erste Großtagespflege in Castrop-Rauxel eröffnet

Mit Audio-Interview

Großtagespflege: Das könnte ein Konzept sein, um neue Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zu schaffen – in Castrop-Rauxel gibt es davon zu wenige. Am Dienstag haben die "Kleinen Frösche" in Ickern ihr Eröffnungsfest gefeiert. Was hinter der Idee steckt, erklären die Verantwortlichen im Audio-Interview.

CASTROP-RAUXEL

, 19.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Erste Großtagespflege in Castrop-Rauxel eröffnet

Kleine Frösche: So nennen sich die Kinder, die jetzt in die erste Großtagespflegestelle Castrop-Rauxels in Ickern gehen. Die Einrichtung, die Erzieherin Stephanie Rogowski (l.) und die angehende Tagesmutter Sandra Gebauer vor wenigen Wochen gegründet haben, ist ein Zwischending zwischen Kita und Tagesmutter.

In unserem Audio-Interview sprechen Erzieherin Stephanie Rogowski, die angehende Tagesmutter Sandra Gebauer, Yvonne Hoffmann (AWO) von der Fachstelle Kindertagespflege und Claudia Wimber, Leiterin des Bereichs Kinderförderung der Stadtverwaltung, über Flexibilität in der Kinderbetreuung:

Großtagespflege ist ein Zusammenschluss von zwei oder drei Tagesmüttern, die gemeinsam Kinder unter drei Jahren betreuen. Eben nicht allein, wie man das sonst von Tagesmüttern kennt: Die können bis zu fünf Kinder gleichzeitig stundenweise bei sich zu Hause aufnehmen – bei der Großtagespflege sind bis zu neun Kinder möglich. Sie bildet also eine Zwischenlösung aus der Kindertagesstätte (Kita) mit ihren verschiedenen Gruppengrößen, die je nach Alter der Kinder im KiBiz NRW geregelt sind, und der Einzel-Tagespflege einer Tagesmutter.

Neun Kinder vom Babyalter bis zwei Jahren

Vorteil für die Eltern: Bei einer Erkrankung der Tagesmutter gab es bisher keine Ausweichmöglichkeiten – sie mussten das Kind dann tageweise selbst betreuen. Bei der Großtagespflege gibt es gegenseitige Vertretung. In Ickern ist vor knapp drei Wochen eine solche Einrichtung an den Start gegangen. Sie nennt sich „Kleine Frösche“, ist beheimatet in einem ehemaligen Geschäftslokal an der Heinestraße und wird betrieben von Erzieherin Stephanie Rogowski zusammen mit der angehenden Tagesmutter Sandra Gebauer. Ersatzfrau ist Ulrike Kerner.

Am Dienstagnachmittag feierten die kleinen Frösche, neun Kinder vom Babyalter bis zwei Jahren, ein kleines Eröffnungsfest. Dazu waren Claudia Wimber von der Stadtverwaltung und Yvonne Hoffmann von der Fachstelle Kindertagespflege vor Ort. Die eine (Wimber) freut sich darüber, dass es neue Tagespflegeplätze in der Stadt gibt – denn da fehlen Castrop-Rauxel noch einige zur Erfüllung seiner Pflichten –, die andere (Hoffmann) half beim Aufbau der Einrichtung und dem Nehmen der organisatorischen Hürden mit.

Mindestens mit fachlicher Tagesmutter-Qualifizierung

 

Denn mehr noch als bei Tagesmüttern, die die Kinder oft in den eigenen vier Wänden betreuen, muss eine Großpflegestelle besondere Anforderungen erfüllen – vor allem baurechtlich. Rettungswege, Barrierefreiheit – das sind die Stichworte.

Während es in der Nachbarstadt Recklinghausen schon neun sogenannte „Tagespflegenester“ gibt, startet Castrop-Rauxel damit erst. Die Mitarbeiterinnen verfügen mindestens über die fachliche Tagesmutter-Qualifizierung, die man bei der Volkshochschule erwerben kann.

Betreuungsplätze nach wie vor nicht ausreichend

Das macht Sandra Gebauer gerade. 150 Euro musste sie selbst beisteuern, dann ein halbes Jahr lang zweimal in der Woche und dazu einige Samstage pauken – inklusive Abschlussprüfungen. Nicht jeder wird dabei in den Kurs aufgenommen: Yvonne Hoffmann spricht vorher mit den Interessentinnen (vor allem Frauen). Wenn sie es schaffen, haben sie hinterher die Pflegeerlaubnis des Jugendamts. Sie müssen sich aber auch im laufenden Job ständig fortbilden.

Die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder in Castrop-Rauxel ist nach wie vor nicht ausreichend. Würden alle Eltern ihren gesetzlichen Anspruch auf einen Platz geltend machen, fehlten nach den Plänen aus dem Winter allein für Kinder zwischen drei und sechs Jahren im laufenden Kita-Jahr 177 Plätze. Für 1866 Kinder unter drei Jahren gibt es im laufenden Jahr etwa 520 Betreuungsplätze. Die Stadt teilt auf Anfrage mit, dass bisher noch keine Eltern ihr Recht eingeklagt haben.

Beiträge wie in der Kita

Die „Großtagespflege“ schafft nun weitere Abhilfe: Eltern können Bring- und Abholzeiten der Kinder mit Rogowski und Gebauer abstimmen – sie sollten allerdings zwischen 7 und 14.30 Uhr liegen. Ausnahmen möglich.

Der Beitragssatz bemisst sich wie nach den städtischen Regularien für alle anderen Betreuungsplätze und ist nach Einkommen gestaffelt. Die Anlage – ein Küchen- und Essraum, ein heller Spielraum mit großen Fenstern, dazu ein gepflasterter Innenhof – bietet einige Möglichkeiten.

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