Erstmals auch Briefwahl für Ausländer

Integrationsrat

CASTROP-RAUXEL Für die Wahl des zweiten Integrationsrates am 7. Februar 2010 ist erstmals auch eine Briefwahl möglich. Sie soll die 4500 Ausländer in Castrop-Rauxel zu einer höheren Wahlbeteiligung motivieren.

von Von Michael Fritsch

, 01.12.2009, 20:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Integrationsbeauftragte Meltem Söylemez

Integrationsbeauftragte Meltem Söylemez

Darauf jedenfalls hoffen Bürgermeister Johannes Beisenherz und die Integrationsbeauftragte Meltem Söylemez , die am Dienstag im Rathaus Einzelheiten der Wahl vorstellten. "Wir würden uns glücklich schätzen, wenn wir 40 Prozent erreichen würden", legte Meltem Söylemez, die Latte gestern angesichts der 20 Prozent Wahlbeteiligung vor fünf Jahren sehr hoch. Ein Ziel, dass auch Beisenherz für ein wenig zu überehrgeizig hielt. Die Wahlbenachrichtigungen werden in diesen Tagen verschickt.

Der Integrationsrat, früher Ausländerbeirat, ist die kommunale Vertretung aller Migrantinnen und Migranten. 14 Migrantenvertreter werden direkt gewählt, hinzu kommen fünf aktuelle Ratsvertreter sowie sachkundige Bürger. Wahlberechtigt sind alle Ausländer mit Ausnahme von Asylbewerbern, die am Wahltag 16 Jahre sind, sich seit über einem Jahr rechtmäßig in der Bundesrepublik aufhalten und ihren Wohnsitz spätestens am 22. Januar 2010 in Castrop-Rauxel haben. Zudem dürfen auch Deutsche wählen, sofern sie ihre Staatsbürgerschaft erst binnen der vergangenen fünf Jahre erworben haben. Das Mindestalter für das passive Wahlrecht liegt bei 18 Jahren. Wahlvorschläge müssen bis spätestens 21. Dezember, 18 Uhr, beim Wahlamt eingegangen sein. Möglich sind sowohl Listen als auch Einzelbewerbungen.

Türken und Griechen für die Wahl motivieren Neben einer höheren Wahlbeteiligung hoffen sowohl Bürgermeister als auch Integrationsbeauftragte auf stärkeres Interesse der Landsmannschaften außerhalb der beiden stärksten Gruppen, die die Türken und die Griechen stellen. Darüber hinaus, so Söylemez, wäre auch ein stärkeres Engagement von Kandidatinnen wünschenswert. "Der beste Weg, etwas zu ändern, ist mitzumischen", unterstrich sie. Bislang sind im Integrationsrat lediglich Türken und Griechen sowie die zugeordneten Deutschen vertreten.

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