Eskimo-Callboy-Drummer will "keine Spaßnummer"

David Friedrich bei "Die Bachelorette"

David Friedrich, Schlagzeuger der Castrop-Rauxeler Band Eskimo Callboy, ist ab Mittwoch in der RTL-Kuppelshow „Die Bachelorette“ zu sehen. Im Interview spricht der 27-Jährigen über seine "krasseste Erfahrung überhaupt". Und er verrät, warum es gerade für einen Rockstar nicht leicht ist, eine Partnerin zu finden.

CASTROP-RAUXEL

, 13.06.2017, 19:08 Uhr / Lesedauer: 3 min

Herr Friedrich, was hat Sie bewogen, bei "Die Bachelorette" mitzumachen?

Am Anfang war das eher eine Schnapsidee. Ich war so im Dezember mit der Band von der Tour zurück, im Februar war mein Part am neuen Album fertig, ich saß also zu Hause rum. Als dann die Werbung zur Sendung lief, meinte ein Freund, ich solle mich bewerben. Also hab ich mich gemeldet, hätte aber nicht gedacht, dass das funktionieren würde. Nach der Zusage habe ich noch gezögert, hatte Bedenken, deshalb abgestempelt zu werden. Aber für mich ist es eine Möglichkeit, ohne dass man Geld ausgibt, eine schöne Zeit zu haben und eine schöne Frau kennenzulernen. Auch meine Eltern haben gesagt, ich solle die Chance nicht ausschlagen.

Es wurde gemunkelt, Ihr Auftritt in der Sendung liege zeitlich verdächtig nahe an den Erscheinungsterminen von Single und Album Ihrer Band. Erleben wir ab Mittwochabend einen genialen PR-Coup?

Mir geht es null um irgendwelche PR-Sachen. RTL hat nicht mal ansatzweise das Publikum für Heavy Metal oder unsere Band. Habe diese Sachen auch gelesen und gedacht, wie doof muss man eigentlich sein? Wenn ich jetzt bei Rockstar bla bla bla mitgemacht hätte, ok. Aber ich wollte einfach privat Spaß haben. Dass es passend mit der Platte und der Single ist, perfekt, keine Frage. Natürlich freue ich mich, wenn da Promo abfällt, aber das war nie als Promo gedacht. Ich bin da als David Friedrich und nicht als Eskimo-Callboy-Schlagzeuger.

Kannten Sie die Bachelorette Jessica Paszka, die in der vierten Staffel von „Der Bachelor“ zu sehen war, bereits vor den Aufnahmen, zumindest aus dem Fernsehen?

Ich kenne Sachen von ihr aus den Medien, habe aber eher die Big-Brother-Sachen von ihr mitgekriegt. (RTL-Sprecherin Mandy Berghoff klinkt sich ins Gespräch ein: „Die Kandidaten haben ja bis zum Start nicht gewusst, wer die Bachelorette ist, erst als sie aus der Limousine stiegen...“).

Haben Sie sie da gleich erkannt?

Ja, ich habe Sie auch darauf angesprochen. Im ersten Moment fand ich das nicht cool, dass es eine Prominente ist. Ich wollte ja jemanden kennenlernen, der nicht in den Schlagzeilen ist.

In derselben Bachelor-Staffel wie Jessica Paszka war die Castrop-Rauxeler Kandidatin Kim Rubenschuh zu sehen. Gibt es da eine Verbindung, vielleicht über die hiesigen Band-Kollegen, sodass Sie sich vielleicht ein paar Tipps für die Sendung holen konnten?

Keine Ahnung, kenne ich gar nicht. Da muss ich mal Kevin (Eskimo-Callboy-Sänger Kevin Ratajczak) oder seine Freundin fragen, die kennen eine Menge Leute in Castrop-Rauxel. Ich habe aber nie jemanden nach Tipps gefragt. Man geht dahin und entscheidet, ob man sich sympathisch findet. Wenn es mir nicht passt, muss ich die Rose ja nicht annehmen.

Jetzt lesen

In Ihrem Kandidaten-Video sagten Sie, dass Sie eine potenzielle Partnerin nicht durch Internet-Apps wie Tinder kennenlernen möchten, sondern möglichst viel Zeit mit ihr verbringen wollen. Ist das in einem Kreis von 20 Bewerbern und den Kameras drumherum überhaupt möglich?

(RTL-Sprecherin Mandy Berghoff: Wir dürfen noch nicht zu viel verraten, das werden die Szenen zeigen...) Das muss man dann sehen.

Als Schlagzeuger von Eskimo Callboy mit zahlreichen Tourneen ist es Ihnen ja nicht fremd, in der Öffentlichkeit zu stehen. Bei "Die Bachelorette" geschah das nun in einem ganz anderen Kontext, mit den ganzen Kameras um sich herum und ohne direkten Bezug zum Publikum. Wie war das?

Das war mit Abstand die krasseste Erfahrung überhaupt. Wir touren seit Jahren, da sind viele Leute am Start. Aber mit einer Show kann man das nicht vergleichen, das ist etwas ganz anderes. Du bist auf dich allein gestellt, hast die ganzen Kameras um dich herum. Das ist ein Riesenunterschied, eine sehr einprägsame und interessante Erfahrung. Ich bereue nicht mal ansatzweise, da mitgemacht zu haben, trotz der Bedenken, die ich im Vorfeld hatte.

Was waren das für Bedenken?

Dass man abgestempelt wird. Wegen der ganzen Formate, die bei RTL so mittags laufen. Wenn das viele Leute gucken, muss man das nicht dem Sender zum Vorwurf machen. Im Netz haben da aber alle eine Riesenschnauze. Und so machen sich die Leute dann viel mehr Gedanken um die Meinung anderer Leute, statt darum, selbst was zu erleben.

In unserer Redaktion hieß es, „als Schlagzeuger einer Band muss er doch eine Frau finden“. Ich hielt flapsig dagegen, „Schlagzeuger sitzen bekanntlich zu weit hinten, um dem weiblichen Publikum aufzufallen“.Welches Klischee stimmt denn nun?

Natürlich lernt man als Musiker viele Frauen kennen, oder hat die Möglichkeit dazu. Aber nicht nur als Musiker: Heutzutage geht man doch einfach in eine Disko. Das geht alles ohne Schwierigkeiten, eine reine Wegwerfgesellschaft. Seit meiner Trennung war ich nur noch der Schlagzeuger von Eskimo Callboy, worauf ich auch stolz bin. Aber es ist schwer, jemanden kennenzulernen, der David Friedrich haben will, und nicht David Eskimo.

Ich war zuletzt fünf Jahre in einer Beziehung. Jetzt suche ich wieder eine feste Freundin und keine Spaßnummer. Ich bin ein Beziehungsmensch. Musiker zu sein habe ich nie ausgenutzt, um mich an Fans ranzumachen. Ich habe nicht mit der Mucke angefangen, um Mädchen abzuchecken. Ich kann mein Testosteron durchaus zurückhalten.

Wie lange sind Sie Single?

Seit anderthalb Jahren.

2004 gewann ein Castrop-Rauxeler
Die RTL-Kuppelshow ist ab 14. Juni jeden Mittwoch um 20.15 Uhr zu sehen. In sieben Folgen werben 20 Männer um eine Frau. Kandidat David Friedrich ist 27 Jahre alt, lebt in Moers und ist seit 2012 Schlagzeuger der Castrop-Rauxeler Erfolgsband Eskimo Callboy. Geboren wurde er in Duisburg. Bachelorette ist Jessica Paszka. Die 27-Jährige versuchte 2014 in der vierten Staffel von „The Bachelor“ die Gunst von Christian Tews zu erlangen. 2016 war sie bei Sat. 1 in „Promi Big Brother“ zu sehen. In der ersten Bachelorette-Staffel 2004 gewann der Castrop-Rauxeler Polizist und Amateurfußballer Mark Quinkenstein die Gunst von Monica Ivancan.

Lesen Sie jetzt