EUV gibt zu: Sanierung des Krickestegs wird fast das Doppelte kosten

rnFußgängerbrücke

Die Sanierung des Krickestegs über den Altstadtring wird fast doppelt so teuer, wie es der Stadtbetrieb EUV im Juli angekündigt hatte. Und der angepeilte Zeitrahmen ist auch nicht zu halten.

Castrop

, 15.09.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Krickesteg gehört schon lange zu den besonderen Sorgenkindern unter den Brücken in Castrop-Rauxel. An der Erinbrücke über den Altstadtring gab es seit Jahren schon Probleme mit der Entwässerung und dem Asphalt. Bei Sonnenschein erhitzt sich die Stahlkonstruktion stark, kühlt aber auch schnell wieder ab.

Deshalb zieht sich auch das Material ständig zusammen und dehnt sich wieder aus. Das verursache Probleme, erläuterte Michael Werner vom EUV-Vorstand bereits im März 2017. Die Gesamtkosten einer Sanierung beliefen sich dafür auf rund 450.000 Euro, so hieß es.

Seit Juli laufen die Sanierungsarbeiten. Die müssen nun aufwändiger ausfallen, als damals angekündigt.

Seit Juli laufen die Sanierungsarbeiten. Die müssen nun aufwändiger ausfallen, als damals angekündigt. © Thomas Schroeter

Das ist viel Geld. Und so wollte es der EUV im Sommer 2020 doch lieber mit einer preiswerteren Variante versuchen: Am 13. Juli startete eine „Sanierung light“ der Brücke, bei der Bodenbelag der Brücke erneuert und Korrosionsschäden an der Konstruktion behoben werden sollten. Und in Teilbereichen, so teilte der EUV Anfang Juli mit, sollte auch der Anstrich der Brücke erneuert werden.

EUV-Sprecherin Sabine Latterner sagte: „Die Kosten für die Sanierungsmaßnahme belaufen sich insgesamt auf circa 200.000 Euro.“ Für die Dauer der Sanierung ist die erst 1995 gebaute Fußgänger-Brücke, die vom Einkaufszentrum Widumer Platz zum Erin-Park führt, komplett für Passanten gesperrt. Der Plan war, dass die Arbeiten je nach Wetter im Oktober erledigt sein sollten.

Der Plan des EUV hat nicht funktioniert

Der Plan hat nicht funktioniert: Wie unsere Redaktion jetzt auf Nachfrage erfuhr, seien im Zuge der Arbeiten „deutliche Mängel im Rahmen der Freilegung des vorhandenen Anstriches und somit beim Korrosionsschutz festgestellt worden“, so die schriftliche Auskunft des Stadtbetriebs.

Die Folge: Es ist nun eine vollständige Neubeschichtung erforderlich. Das verlängert wiederum die Baumaßnahmen deutlich. Da das Wetter dabei eine entscheidende Rolle spielt, geht man beim EUV nun mit einer Fertigstellung frühestens im November aus.

Seit Juli laufen die Sanierungsarbeiten. Die müssen nun aufwändiger ausfallen, als damals angekündigt.

Die Fußgängerbrücke bliebt bis mindestens November komplett gesperrt. © Thomas Schroeter

Wenn die Temperaturen mitspielen. Denn der Fortschritt der Sanierung sei doch

stark von „trockener Witterung und ausreichenden Temperaturen (über 10 Grad plus und unter 30 Grad) abhängig“. Bei der nun herrschenden Hitze ist das schon problematisch. Und im Oktober kann es schnell auch mal unter 10 Grad warm werden.

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Doch die zeitliche Verzögerung ist ja nicht das einzige Manko: Die Baumaßnahme wird natürlich auch teurer, als vom EUV zuletzt erhofft. Statt der 200.000 Euro, die der Krickesteg kosten sollte, spricht der EUV jetzt schon von Sanierungskosten von insgesamt „circa 350.000 Euro“. Denn zu den angekündigten Arbeiten kommen jetzt auch noch Stahlbauarbeiten hinzu, die dem EUV zufolge in Teilbereichen erfolgen müssen.

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