Ex-Opelaner aus Castrop-Rauxel findet neuen Job

Nach 30 Jahren im Werk

30 Jahre lang hat der Castrop-Rauxeler Ludger Ruder im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Als 2014 das Ende des Werks besiegelt wurde, gehörte der heute 54-jährige Kfz-Elektriker zu denen, die in eine ungewisse berufliche Zukunft blickten. Jetzt hat er einen neuen Job gefunden.

CASTROP-RAUXEL

, 12.01.2017 / Lesedauer: 3 min

„In den Beruf zurückzukehren, den ich damals gelernt hatte, war nicht mehr möglich, wie ich raus fand – es gab ihn nämlich nicht mehr“, erzählt der Ex-Opelaner. Das Berufsbild des Kfz-Elektrikers war durch das des Kfz-Mechatronikers abgelöst worden. Ruder hat beruflich trotzdem wieder Fuß fassen können – vor zwei Wochen unterschrieb er einen Jahresvertrag bei einer Metall verarbeitenden Firma in Mettmann. 

Vor rund einem Jahr hatte er schon mit dem Kapitel Opel für sich abgeschlossen, war nach dem Ende seiner Beschäftigung im Bochumer Werk in die Transfergesellschaft TÜV Nord gewechselt, um sich neu zu orientieren, an Qualifizierungs- und Umschulungsangeboten teilzunehmen.

Hoffnung auf bessere Arbeitszeiten

Ein Wohnortwechsel, um für den Autobauer im Rüsselsheimer Werk weiterzuarbeiten, kam nicht für ihn infrage. Überhaupt wollte er der Automobilbranche den Rücken kehren. Neu durchstarten. 30 Jahre lang war Ruder bei Opel im Schichtdienst eingesetzt. Er wünschte sich, nun einen neuen Job zu finden, der etwas angenehmere Arbeitszeiten hat.

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Ruder hatte klare Vorstellungen davon, wie es weitergehen sollte: Als Hausgerätetechniker oder Objektbetreuer wollte er gerne neu starten. „Das nennt man heute allerdings Facilitymanagement und wie ich dann erfuhr, werden da eher Leute gesucht, die aus der Installationstechnik kommen“, erzählt Ludger Ruder.

Praktika und Prüfungen standen an

Als ihm dann eine Umschulung zur Fachkraft im Bereich Stanz- und Umformtechnik angeboten wurde, beschloss er, „da mal reinzuschnuppern“. „Neben Ex-Opelanern waren auch Leute aus ganz anderen Bereichen, zum Beispiel ehemalige Beschäftigte aus der Gastronomie, mit an Bord.“ Zwei Praktika, theoretische und praktische Prüfungen waren zu absolvieren. „Am Anfang habe ich mich da etwas zurückgehalten, wenn man da um die großen Maschinen stand und erklärt bekam, wie sie funktionieren. Das war schon ein ganz andere Welt für mich“, erklärt Ludger Ruder. 

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Und verhältnismäßig laut ging es da in den Betrieben zu – so ganz anders als es der Castrop-Rauxeler von seinem alten Job her kannte. Für seine Praktika fand er eine Firma in Mettmann. „Eigentlich ein Federnwerk, aber Autoteile werden dort auch hergestellt.“ Und schon früh signalisierte man dem Ex-Opelaner, dass eine anschließende Übernahme angedacht sei. „Eigentlich passt jetzt alles wirklich super. Nur, dass ich jetzt täglich rund 60 Kilometer hin und zurück fahren muss, um zu arbeiten, war echt gewöhnungsbedürftig.

Daten und Fakten
214 Castrop-Rauxeler traf am 31. Dezember 2014 das Schicksal der Werksschließung von Opel in Bochum: 22.000 Menschen hatten dort mal gearbeitet, 52 Jahre liefen hier Autos vom Band. Zuletzt waren es noch rund 3000 Beschäftigte, die die Schließung direkt betraf. Und nun, zwei Jahre später: Da ist auch die Transfergesellschaft für diese Menschen praktisch Geschichte. 

 

 

 

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