Faktencheck: Was ist dran an der Klassengröße-These von Mario Rommel?

rnKommunalwahl 2020

An der Gesamtschule in Castrop-Rauxel gebe es Klassen mit 35 bis 38 Schülern. Diese These von Bürgermeisterkandidat Mario Rommel sorgte für Aufregung bei der Podiumsdiskussion. Was ist dran?

Castrop-Rauxel

, 03.09.2020, 13:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er ist der Kandidat ohne kommunalpolitische Erfahrung. Er tritt als Einzelbewerber an, hat also keine feste Wählergruppe oder gar Partei hinter sich. So ist Mario Rommel der Außenseiter-Kandidat bei der Kommunalwahl 2020, bei der er antritt, Bürgermeister von Castrop-Rauxel zu werden. Sind so seine zum Teil aggressiven Thesen zu erklären?

Er will jedenfalls Missstände in der Europastadt beheben. Das kündigt er immer wieder an: bei Facebook, wo er sich in viele Diskussionen einschaltet, im Interview mit unserer Redaktion oder aber bei der Podiumsdiskussion der fünf Kandidaten am Mittwochabend (2.9.) in der Stadthalle.

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RN-Podiumsdiskussion Castrop-Rauxel

Eine These, auf dem Podium zum zweiten Mal explizit aufgeworfen, unterzogen wir jetzt einem Fakten-Check. Wörtlich sagte Rommel im Interview: „Natürlich, man muss endlich mal anfangen, diese Schulen oder sowas zu verkleinern, sprich die Klassen zu verkleinern“, so Rommel im Interview. „Es kann nicht sein, dass jetzt auch eine 5. Klasse in der Gesamtschule hier in der Bahnhofstraße, da sind 35 bis 38 Kinder in einer Klasse. Das ist eindeutig zu viel. Was soll da aus unseren Kindern werden?“

Die fünf Bürgermeisterkandidaten für Castrop-Rauxel (v.l.): Manfred Fiedler, Nils Bettinger, Rajko Kravanja, Oliver Lind und Mario Rommel.

Die fünf Bürgermeisterkandidaten für Castrop-Rauxel (v.l.): Manfred Fiedler, Nils Bettinger, Rajko Kravanja, Oliver Lind und Mario Rommel. © Grafik Martin Klose

Bei der Podiumsdiskussion wiederholte er diese These. „Wir haben jetzt Klassen in der weiterführenden Schule, unter anderem, da habe ich dann 35 bis 38 Schüler. Das geht gar nicht.“ Auf Nachfrage sagte er, es sei in der Gesamtschule. „Das kann es nicht sein. Und wenn in der Grundschule 30 und mehr Kinder in der Klasse sind, das geht absolut nicht.“

In der Stadthalle gab es dazu großes Geraune. Stimmt diese These wirklich? Rommel untermauerte das noch mit diesem Satz: „Mein Stiefenkel geht in die Gesamtschule, da sind 35 Kinder in der 5. Klasse.“

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Wir fragten bei der Gesamtschule nach. Leiterin Violetta Kroll-Baues sagte am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion: „38 Schüler? Das ist nicht richtig. Maximal 29 Schüler, das war die Auflage des Schulträgers in diesem 5. Jahrgang. Eigentlich 28, aber wir hatten einen Überhang an Anmeldungen. Wenn es im Jahresverlauf Zuzüge gibt, können wir auch bis zu 30 in eine Klasse aufnehmen, dann kann das schon mal vorkommen. Aber größere Klassen gibt es nicht.“

Bei der Podiumsdiskussion am Mittwochabend waren rund 100 Gäste in der Stadthalle versammelt. Die Redakteure Matthias Langrock und Tobias Weckenbrock führten durch den Abend. Neben Rommel waren Nils Bettinger (FDP), Manfred Fiedler (Grüne / Linke / FWI), Oliver Lind (CDU) und der amtierende Bürgermeister Rajko Kravanja (SPD) die Gesprächspartner.

Zur These, an der Cottenburgschule habe es trotz der Corona-Pandemie keine Seife gegeben und Klassengrößen von 30 und mehr Kindern in Grundschulen läuft eine Anfrage an die Stadtverwaltung als Schulträger.

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