Falsch befüllter Müllcontainer wird nicht geleert

Ein Fest für Schmeißfliegen

Seit Wochen wird eine Gelbe Tonne an der Wittener Straße in Castrop-Rauxel nicht geleert. Weil der Container falsch befüllt ist, verweigert Remondis den Abtransport des Unrats. Ein Fest für Schmeißfliegen, ein Ärgernis für Anwohner – und möglicherweise auch ein Gesundheitsrisiko.

CASTROP-RAUXEL

, 07.09.2016, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Falsch befüllter Müllcontainer wird nicht geleert

Seit mehreren Wochen stehen die überfüllten Müllcontainer an der Wittener Straße. Weil unter anderem Essensreste in dem für Leichtverpackungen vorgesehenen Container gelandet sind, nimmt Remondis den Müll nicht mit.

Der Sticker auf dem Container ist unmissverständlich: „Hier gehören nur restentleerte Einweg-Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoff hinein [...]. Andernfalls erfolgt keine Mitnahme!“ Die Bewohner dreier Mehrfamilienhäuser in der Wittener Straße haben sich offensichtlich nicht daran gehalten. Aus der Tonne quellen Essensreste, davor liegt ein angeschimmeltes Brot. Schmeißfliegen kreisen um die Container, die nicht geleert wurden – mal wieder.

„So lange der Müll nicht richtig sortiert ist, erfolgt keine Abholung“, betont eine Sprecherin der Firma Remondis, die seit der Übernahme von Schönmackers für die Entleerung der Gelben Tonnen zuständig ist. Ein Blick in die Fehlbefüllungsliste des Unternehmens verrät: Bereits am 28. April, am 7. Juli, am 4. August und am 1. September dieses Jahres war besagter Container nicht vorschriftsmäßig befüllt und deshalb nicht geleert worden.

Das Problem ist nicht neu

Das Problem sei bekannt, sagt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann. „Es gab Anwohnerbeschwerden. Der Container ist nicht nur fehlbefüllt, sondern auch überfüllt. Der EUV ist da dran.“

Dem Stadtbetrieb ist das Thema ebenfalls nicht neu. EUV-Chef Michael Werner spricht von „einem sehr speziellen Haus“, deren Bewohner „nicht mit den Gepflogenheiten deutscher Abfalltrennung vertraut“ seien. „Es ist die Aufgabe des Haus- und Grundeigentümers, das zu ändern.“

Der wiederum zeige sich nicht kooperationsbereit – auch was die Erstattung der Kosten für einen Abtransport des Mülls durch den EUV angeht. „Wenn das Ordnungsamt uns eine Verfügung erteilt, dann transportiert der EUV den Müll ab und stellt es dem Eigentümer in Rechnung“, so Werner. „Wir wollen unsere Leistung schließlich auch bezahlt haben.“

Infektionsrisiko durch verwesende Lebensmittel

Dass die Stadt finanziell in Vorlage gehe, sei jedoch die letzte von vielen Maßnahmen, sagt Maresa Hilleringmann. Vor allem, solange keine akute Gefahr für Leib und Leben bestehe. „Oberstes Ziel ist weiterhin, dass der Eigentümer sich kümmert.“

Inwieweit verwesende Lebensmittel Infektionskrankheiten bedingen können, erklärt Michael Greef, Vorsitzender des Ärztevereins: „Solange der Deckel geschlossen ist, ist das Risiko relativ gering.“ Gefährlich werde es, wenn man direkt mit dem Inhalt des Containers in Kontakt komme. „Dort können sich Maden ansiedeln und Gase entstehen und wenn gefährliche Stoffe oral aufgenommen werden, besteht durchaus ein Infektionsrisiko.“

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