Falschparker behindern die Arbeit der Feuerwehr

Mahnendes Merkblatt

Wenn Feuerwehr und Rettungskräfte ausrücken, muss es schnell gehen. Umso ärgerlicher ist es, wenn Falschparker die Durchfahrt für Einsatzfahrzeuge erschweren oder gar unmöglich machen. Ein Problem ist dabei wohl auch die Bauweise moderner Autos und Einsatzfahrzeuge. So ist die Situation in Castrop-Rauxel.

CASTROP-RAUXEL

von Matthias Stachelhaus

, 13.10.2016, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Einer, der es wissen muss, stellt fest: Die Verkehrslage für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Rettungskräfte in Castrop-Rauxel ist nicht optimal. „Erst vor kurzem konnten wir bei einer Wohnungsöffnung mit dem Leiterwagen nicht zum Einsatzort vorfahren“, sagt Michael Brudek vom Medienteam der Feuerwehr Castrop-Rauxel. „Zum Glück haben wir den dann auch nicht benötigt, sonst hätte das brenzlig werden können.“

Insbesondere abends und am Wochenende sei die Parkplatzsituation in Castrop-Rauxel schwierig. „Im Grunde kämpfen wir mit den Problemen, die Rettungskräfte in anderen Großstädten auch haben“, so Brudek.

Ein Problem: Die Autos werden breiter

Neben den unbedacht abgestellten Fahrzeugen im Halteverbot sei aber auch die technische Entwicklung der Fahrzeuge selbst Teil des Problems: Autos werden immer besser ausgestattet und damit auch breiter. Dementsprechend wird die vorgeschriebene Mindestdurchfahrtsbreite von 2,50 Meter, insbesondere in Wohnbezirken und Sackgassen, manchmal nicht mehr eingehalten – trotz korrekt geparkter Fahrzeuge.

Wenn kein Durchkommen möglich ist, muss möglichst schnell eine Lösung her. „Wir machen dann mit dem Martinshorn auf uns aufmerksam“, erklärt Brudek. Das funktioniere meistens ganz gut. Alternative fahre man eine andere Route oder müsse das letzte Stück zum Einsatzort zu Fuß bewältigen. Mittlerweile gehöre dies schon fast zum Alltag der Einsatzkräfte.

Merkblätter gegen Falschparker

Im äußersten Notfall darf die Feuerwehr sich aber auch Platz verschaffen – etwa durch das Wegschieben von Hindernissen. Der Schaden muss allerdings stets verhältnismäßig zum Nutzen sein.

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Auf dem Rückweg von Einsätzen hat die Feuerwehr dann noch eine andere Methode in petto: „Wir machen mit einem Merkblatt an der Windschutzscheibe auf Fehlverhalten aufmerksam. Meistens begegnet man uns dann mit Verständnis“, sagt Brudek. Vorsätzliche Behinderungen der Einsatzkräfte, so der erfahrene Feuerwehrmann, seien die absolute Ausnahme: „Dank der besonnen Bürger der Stadt“, so Brudek.

 

 

Umwege und Behinderungen der Feuerwehr in Castrop-Rauxel
  • Große Umwege muss die Feuerwehr zurzeit fahren, wenn sie zu Einsätzen etwa nach Pöppinghausen ausrücken muss.
  • Die Sperrung der Kanalbrücke am Westring für alle Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen betrifft auch große Einsatzfahrzeuge wie etwa den Wagen mit der Drehleiter.
  • Der Einsatzweg wird dadurch bis zu dreimal länger, sagt Michael Brudek.
  • Für Feuerwehren gibt es gesetzlich vorgeschriebene Zeiten, in denen sie den Einsatzort erreichen müssen. Gemessen wird dabei ab der Alarmierung. Die Reaktionsleistungen werden auch immer wieder von unabhängigen Gutachtern geprüft und gehen dann in die Statistik der Feuerwehren ein.

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