Fazit: Viele Funde unter dem Castroper Marktplatz

Ausgrabungen abgeschlossen

43 Tage lang hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf dem Castrop-Rauxeler Marktplatz nach Ausgrabungsstücken gesucht. Nun fand dieser Aufwand am Dienstag vor Ort seinen Abschluss - doch die Funde sorgen noch für jede Menge Arbeit.

CASTROP

, 28.09.2016, 11:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fazit: Viele Funde unter dem Castroper Marktplatz

Mit Unterstützung der Mitarbeiter der Firma Boymann durften die Archäologen am Dienstag noch mal am Dienstag ran.

Es war ein Areal von 1200 Quadratmetern, welches das Team um die Archäologin Kerstin Lehmann eineinhalb Monate lang untersuchen durfte. Hilfe gab es von der Firma Boymann. „Wir haben nochmal sehr viele Keramiken gefunden. Ein komplettes Gefäß aus dem 15. Jahrhundert und Stücke einer Keramik, die noch genauer datiert werden müssen“, sagt Kerstin Lehmann.

Bei Letzterer wurde eine feine Rollstempelverzierung festgestellt. Ein Indiz dafür, dass es sich womöglich um eine Arbeit auf dem Frühmittelalter handeln könnte. „Aber Gewissheit, ob es sich dabei um eine Keramik aus dem 9. Jahrhundert handelt, haben wir noch nicht.“ Lehmann schätzt, dass die genaueren Untersuchungen der zahlreichen Fundstücke noch einen Monat andauern werden. Die Stadtgeschichte müsse aber angesichts der zahlreichen Funde dort nun nicht neu geschrieben werden, so EUV-Vize Thorsten Werth-von Kampen.

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Funde werden ausgestellt

Im Bauausschuss wird Wolfram Essling-Winzer für LWL-Archäologie für Westfalen nun am Donnerstag einen Statusbericht abgeben. „Das wird nochmal richtig spannend“, so Thorsten Werth-von Kampen. Weitaus weniger gute Nachrichten gibt's derweil in Sachen der hölzernen Wasserleitung, die am Markt ausgegraben wurde (wir berichteten). Den Fund wie geplant für die Nachwelt zu konservieren, wird nicht möglich sein, so wie eine Prüfung ergab. Werth-von Kampen: „Der Verwesungsprozess des Holzes ist so weit fortgeschritten, dass das im Rahmen des Aufwandes zur Erhaltung nicht mehr infrage kommt.“

Allerdings sei man zuversichtlich, was die öffentliche Ausstellung der anderen Funde angeht. Sowohl eine Schaufenster-Tour einiger Stücke, wie auch eine Ausstellung in einer Vitrine der Sparkasse Vest am Markt wären im Gespräch.

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