Vollalarm wurde ausgelöst, weil es im Evangelischen Krankenhaus brannte. © Jens Lukas
Urteil

Feuer im EvK: Brandstifterin muss in die geschlossene Psychiatrie

Im Februar legte sie in ihrem Zimmer im Evangelischen Krankenhaus ein Feuer. Jetzt haben die Richter entschieden, dass die 50-jährige Brandstifterin womöglich nie wieder freikommt.

Als der erste Feueralarm am Evangelischen Krankenhaus in Castrop-Rauxel am 8. Februar 2021 ausgelöst wurde, stand zunächst ein Großschaden mit mehreren verletzten Personen im Raum. Die Feuerwehr rückte mit entsprechend vielen Löschzügen aus.

Glücklicherweise bestätigten sich die schlimmen Befürchtungen nicht. Der Brand hatte lediglich Teile des Patientenzimmers einer 50-jährigen Frau zerstört. Und schnell war klar, dass diese Frau das Feuer wohl selbst gelegt hatte. Die Frau verbrachte eine Nacht auf einer Beobachtungsstation, konnte dann aber auch wieder als körperlich gesund entlassen werden.

Seit Jahren schwer krank

Psychisch ist die Castrop-Rauxelerin dagegen seit Jahren schwer krank. Im Prozess hatten die Richter mehrere Ex-Nachbarinnen der Frau als Zeuginnen gehört. Diese bestätigten, dass die 50-Jährige auch schon früher zu Attacken auf ihre Mitmenschen neigte.

Die Richter stuften die Beschuldigte deshalb als Gefahr für die Allgemeinheit ein. Wegen ihrer psychischen Erkrankung wurde sie außerdem für komplett schuldunfähig erklärt.

Rechtsanwältin Kathrin Nunnemann hat die Brandstifterin verteidigt.
Rechtsanwältin Kathrin Nunnemann hat die Brandstifterin verteidigt. © Martin von Braunschweig © Martin von Braunschweig

Die entscheidende Frage, ob die 50-Jährige in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss, beantworteten die Richter mit einem entschiedenen „Ja“. Diese Maßregel ist zeitlich unbefristet. Erst wenn mehrere Ärzte davon überzeugt sind, dass von der Frau keine Gefahr mehr ausgeht, könnte sie aufgehoben werden.

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