Im Notfall: Castrop-Rauxeler Schranken öffnen sich für Einsatzfahrzeuge

Redakteur
Der Bahnübergang am Westring bringt Verkehrsteilnehmer durch lange Wartezeiten regelmäßig zur Weißglut. Feuerwehr und Rettungsdienst seien dabei außen vor, so die Stadt.
Der Bahnübergang am Westring bringt Verkehrsteilnehmer durch lange Wartezeiten regelmäßig zur Weißglut. Feuerwehr und Rettungsdienst seien dabei außen vor, so die Stadt. © Feuerwehr
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Nachdem die Deutsche Bahn im Jahr 2017 am Bahnübergang Westring von Halbschranken auf Ganzschranken umgerüstet hat, kommt es an diesem Bahnübergang zu teilweise massiven Wartezeiten.

Bei den Vollschranken, so wurde damals erläutert, werde ein radargestütztes Überwachungssystem eingesetzt, um sicherzustellen, dass sich zwischen den Schranken kein Fahrzeug befindet, ehe freie Fahrt gegeben wird. Diese zusätzliche Gefährdungsüberwachung koste aber Zeit, sodass sich die Schranken manchmal zwischen den Zügen nicht öffnen, begründete Bahnsprecher Dirk Pohlmann die Verzögerungen.

Einsatzkräfte fordern Schrankenöffnung an

Gerade in Pöppinghausen gibt es offenbar immer noch Bedenken, dass wegen Wartezeiten am Bahnübergang am Westring auch Feuerwehr und Rettungsdienst länger brauchen. Hier gibt die Stadtverwaltung Entwarnung und erklärt jetzt in einer Mitteilung, wie Rettungsdienst und Feuerwehr im Notfall mit der Situation umgehen.

Im Einsatz greife folgender Ablauf: Auf Höhe der A 42 / Westring kontaktieren der Einsatzleiter der Feuerwehr oder der Fahrer des Rettungsdienstes die Leitstelle der Deutschen Bahn und fordern per Sondersignal die Öffnung der Bahnschranken an.

Bis die Einsatzfahrzeuge den Bahnübergang am Westring erreicht haben, so die Stadt, seien die Schranken dann geöffnet, und die Retter könnten problemlos passieren. Aus Sicht der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ist dieses Verfahren eine akzeptable, praxisorientierte Lösung, um mögliche Wartezeiten am Bahnübergang zu vermeiden.

Der hauptamtliche Löschzug der Feuerwehr hat demnach seit Anfang 2020 insgesamt 11 Einsatzstellen in Pöppinghausen über den Bahnübergang Westring mit Sondersignal angefahren. Gerade im Rettungsdienst wird aufgrund von Folgeeinsätzen vom Krankenhaus aus häufig die Kanalstraße als günstigere Anfahrt gewählt.

Rettungswagen kommt in der Regel aus Henrichenburg

Grundsätzlich sei übrigens der Rettungswagen aus Henrichenburg zuständig. Dieser fahre in der Regel von der Hedwig-Kiesekamp-Straße über die Kanalstraße und nutze den Bahnübergang am Westring gar nicht.

Sollte dieser Rettungswagen nicht zur Verfügung stehen, übernehme ein Rettungswagen von der Hauptwache an der Frebergstraße. Von dort aus, so die Einsatzbilanz, sei der der Bahnübergang seit 2020 nur 3 Mal genutzt worden.

lm gesamten Zeitraum habe sich die Feuerwehr 7 Mal entschieden, von der Hauptwache über die Kanalstraße anzufahren. Der Rettungsdienst fuhr 23 Mal über die Kanalstraße an. Wartezeiten gab es lediglich zwei Mal, sie lagen laut Stadt aber bei jeweils unter einer Minute.