Ein Bewohner dieses Mehrfamilienhauses am Grünen Weg in Obercastrop konnte die Nacht nicht in seiner Wohnung verbringen. Das Dach wurde von der Windhose abgedeckt, die Giebelwand musste sogar gesondert gesichert werden. © Tobias Weckenbrock
Tief Bernd

Feuerwehr und EUV: Einsätze am Unwettertag waren bestens organisiert

Die Einsätze von Feuerwehr, THW, EUV und Stadt am Unwettertag 14. Juli seien sehr gut organisiert und eingespielt verlaufen. Diese Bilanz zogen Feuerwehr und EUV selbst in einer Sondersitzung.

In einer virtuellen Sondersitzung des Betriebsausschusses 1, der unter anderem für Ordnung und Feuerwehr zuständig ist, zogen am Dienstagabend (27.7.) Feuerwehrchef Ulrich Vogel und der stellvertretende EUV-Chef Thorsten Werth-von Kampen Bilanz des Unwettertages 14. Juli.

Wie Werth-von Kampen und Vogel dabei unisono bestätigten, habe die Zusammenarbeit und Organisation an diesem Katastrophentag bestens funktioniert. Feuerwehr, EUV, Stadtämter und das THW hätten schnell und bestens koordiniert an den wichtigen Stellen eingreifen können.

Prioritäre Aufgabe von Feuerwehr und THW, das hob der EUV-Vize hervor, sei in solchen Großlagen die Gefahrenbeseitigung und Hilfe, während es für EUV und Stadtämter um Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von Kommunikation und Infrastruktur ginge.

Diese Aufgabenteilung habe am 14. Juli bestens funktioniert. Für Feuerwehr-Chef Ulrich Vogel war es dabei oberste Priorität, auch an einem solchen Einsatztag eine einsatzfähige Reserve für Notfälle und Menschenrettung zur Verfügung zu haben. Das habe man gewährleisten können. „So konnten wir dann fünf Löschzüge zum Pumpen und Sägen einsetzen, als gäbe es kein Morgen“, so Vogel.

Auch Einsatz des THW war enorm wichtig

Wichtig sei dabei auch gewesen, dass man schnell das THW dabei gehabt habe, etwa beim Einsatz zur Sicherung der Radiologie am EvK oder bei der Beseitigung der Sturmschäden in Obercastrop, „weil das THW einfach höhere Pumpkapazitäten und schweres Gerät für solche Einsätze hat“, so der Leiter der Feuerwehr.

Sandsäcke und Pumpen lud das THW gegen 20.15 Uhr am Evangelischen Krankenhaus aus. Dort stand das Kellergeschoss der Radiologie unter Wasser.
Sandsäcke und Pumpen lud das THW gegen 20.15 Uhr am Evangelischen Krankenhaus aus. Dort stand das Kellergeschoss der Radiologie unter Wasser. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Dankbar sei man außerdem für die Verpflegung gewesen, die das THW an diesem Tag für rund 100 Einsatzkräfte aller Dienste und Ämter in der Stadt lieferte.

Laut Werth-von Kampen sei man nach der Alarmierung durch das Immobilienmanagement in Obercastrop auf Bilder gestoßen, die er bislang nur aus amerikanischen Katastrophenfilmen gekannt habe. So habe der lokale „Tornado, anders kann man das ja nicht nennen, was wir da hatten“, dort zugeschlagen.

Starker Regen und eine Windhose, die durch Obercastrop fegte: Das Dach der Kita am Grünen Weg machte sich selbstständig.
Starker Regen und eine Windhose, die durch Obercastrop fegte: Das Dach der Kita am Grünen Weg machte sich selbstständig. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Man habe sofort erkannt, dass man mit allen zur Verfügung stehenden Kräften eingreifen müsse, und so seien neben Feuerwehr und Technischem Hilfswerk auch 20 Mann vom EUV und Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Einsatz gewesen, um für Ordnung, Sicherheit und Erhalt der Infrastruktur zu sorgen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass man eine bessere Zusammenarbeit erreichen kann“, so die Gesamtbilanz von Thorsten Werth-von Kampen zum Einsatztag beim Tief Bernd: „Wir waren vorbereitet, haben regelmäßig gemeinsame Übungen gehabt, haben uns taktisch-operativ auch auf solche Starkregen-/Überschwemmungs-Lagen eingestellt.“

Zum Dank wird in der Agora gegrillt

Die Feuerwehr konnte am darauffolgenden Tag sogar noch mit 14 Leuten in Wuppertal helfen, wo man mit anderen Feuerwehren aus dem Kreis RE überörtliche Unterstützung leistete. Außerdem habe man Rettungswagen nach Euskirchen abstellen können, um dort bei einer Krankenhaus-Evakuierung zu helfen. Und man habe ein Transportfahrzeug für einen ehrenamtlich organisierten Hilfstransport ins Ahrtal abgestellt.

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Starkregen verwüstet Castrop-Rauxel

Die Politiker im Ausschuss bedankten sich bei den Einsatzkräften für die geleistete Arbeit. Und auch Bürgermeister Rajko Kravanja will das noch einmal mit einer besonderen Einladung würdigen: Alle Kräfte, die am 14. Juli im Unwettereinsatz waren, will er für den 27. August als Dank zu einem Grillabend in die Agora einladen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter