Fliegerbomben entschärft

ICKERN Reibungslos verlief die Enstchärfung von zwei britischen Fliegerbomben auf dem Gelände der JVA Meisenhof am Mittwoch mittag. Die Häftlinge warteten zunächst in der Sporthalle, dann auf dem Sportplatz auf Entwarnung. Besondere Sicherungsmaßnahmen gab es nicht: Alle sind im offenen Vollzug.

von Julia Grunschel

, 18.07.2007, 17:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fliegerbomben entschärft

<p>Heinz-Dieter Berchem (r.) und Uwe Pawlowski haben die Bomben entschärft.</p>

Um 13.07 Uhr gab Dieter Gerth vom Ordnungsamt Entwarnung. Heinz-Dieter Berchem und Uwe Pawlowski vom Kampfmittelräumdienst atmeten nach getaner  Arbeit auf. Für die 270 Inhaftierten der JVA Meisenhof war die "große Pause" vorbei. 

Um 13.07 Uhr gab Dieter Gerth vom Ordnungsamt Entwarnung. Heinz-Dieter Berchem und Uwe Pawlowski vom Kampfmittelräumdienst atmeten nach getaner  Arbeit auf. Für die 270 Inhaftierten der JVA Meisenhof war die "große Pause" vorbei. 

"Für die meisten war das eine willkommene Abwechslung vom Arbeitsalltag", kommentiert JVA-Leiter Julius Wandelt die Entschärfung zweier Bombenblindgänger. Diese wurden im Rahmen der geplanten Baumaßnahmen, die sich nun um vier Wochen verschieben, gefunden.

Sieben Meter tief

Nummer eins - eine amerikanische Fünf-Zentnerbombe - galt es am Sportplatz der Anstalt unschädlich zu machen. In einer Tiefe von 4,20 Meter hatten Experten vor mehreren Tagen bereits Leitwerk gefunden. "Dass es sich dabei um eine scharfe Bombe handelt, haben wir erst am Dienstagnachmittag ermitteln können", so Dieter Gerth. Um überhaupt an die Bombe zu gelangen, die sieben Meter tief schlummerte, musste zunächst das Grundwasser abgesenkt werden. "Problematischer aber waren die Hochspannungsleitungen über dem Fundort", veranschaulicht Dieter Gerth.

Diese werden vorsichtshalber abgeschaltet als Heinz-Dieter Berchem und Uwe Pawlowski, die Feuerwerker des staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienstes, ihren Einsatz beginnen. "Mit ein bisschen ungutem Magengefühl", wie Heinz-Dieter Berchem erzählt, "und dass, obwohl ich schon auf die 500. Bombe zugehe." Um 12 Uhr ist der erste Teil ihrer Arbeit erledigt. Sie wechseln den Standort. Gegenüber des Pförtnerhäuschens wartet eine englische Bombe auf sie.

Keine Fluchtgefahr

Auch in die 270 Häftlinge (110 arbeiten außerhalb des Geländes) und 30 Bedienstete kommt Bewegung. In der Sporthalle haben sie die erste "Große Pause" verbracht. Für die zweite wechseln sie zum Sportplatz. Julius Wandelt bleibt gelassen. "Dadurch, dass wir offenen Vollzug haben, bedeutet das kein erhöhtes Sicherheitsrisiko." Dass jemand die Gunst der Stunde zur Flucht nutzen könnte, kommt dem Leiter nicht in den Sinn. "Sonst wären die Männer doch nicht bei uns."

Kleine Notiz am Rande: Zwei Neuzugänge, die per Bustransport ankommen, müssen sich vor dem Tor gedulden - und genießen die Große Pause.

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