Sichere Fahrradwege sind nur ein Punkt, um Castrop-Rauxel attraktiver für Radfahrer zu machen. © Iris Müller (Archiv)
Radverkehr

Forderung: Castrop-Rauxel soll mehr Tempo bei Rad-Verbesserungen machen

Castrop-Rauxel hat beim Stadtradeln am schlechtesten im Kreis abgeschnitten. Eine Partei nimmt dies zum Anlass, mehr Tempo in Sachen Nahmobilität zu fordern.

Radfahren fürs Klima: Unter diesem Motto stand auch im Kreis Recklinghausen die Aktion Stadtradeln. Der Kreis insgesamt schnitt dabei sehr erfolgreich ab, Castrop-Rauxel bildete das Schlusslicht.

Diese Bilanz ist für die FWI in Castrop-Rauxel Grund genug, zeitnah Konsequenzen zu fordern. 245 Teilnehmer, so wenige waren es in keiner anderen Stadt im Kreis. 21 Tage lang notierten sie jeden mit dem Rad gefahrenen Kilometer. 53.486 Kilometer kamen zusammen. Pro Teilnehmer sind das zwar mehr als 200 Kilometer, pro Einwohner aber nur 731 Meter.

Dazu meldet sich die Freie Wähler Initiative FWI zu Wort. „Für die FWI ist es keineswegs überraschend, dass die Castrop-Rauxeler im Vergleich zu Radbegeisterten und Klimaschützern anderer Städte in unserem Kreis schlecht abgeschnitten haben“, schreibt Christel Sperz als stellvertretende Vorsitzende für ihre Partei.

Nahmobilitätskonzept weist 626 Maßnahmen auf

„Im kürzlich im Rat beschlossenen Nahmobilitätskonzept haben die Stadt- und Verkehrsplaner der Planersocietät aus Dortmund allein für den Radverkehr in unserer Kommune ein Maßnahmenpaket mit 626 Maßnahmen entwickelt. Aus der Vielzahl der Maßnahmen lässt sich schon erschließen, dass die Radwege in Castrop-Rauxel, vorsichtig ausgedrückt, nicht im besten Zustand sind“, so die FWI.

Sie fordert, dass die Verkehrssicherheit auf Radwegen erhöht werden müsse. Das reiche aber nicht aus, um das Fahrrad als Freizeit- und Alltagsverkehrsmittel zu etablieren. „Es fehlen Lademöglichkeiten für Pedelecs und Anlagen zur Gepäckaufbewahrung sowie zentrale Abstellmöglichkeiten für die wertvollen Fahrräder. Ebenso sollte man über beschützte Fahrradparkplätze an Schulen nachdenken, um die jungen Leute von Mutters Auto zu entwöhnen.“

Die Stadt Castrop-Rauxel habe sich laut Nahmobilitätskonzept zum Ziel gesetzt, eine fuß- und radverkehrsfreundliche Stadt zu werden, so heißt es weiter in der Pressemitteilung: „Uns scheint, dass es aus Klima- und anderen Gründen dringend Zeit wird, sich diesem Ziel möglichst schnell zu nähern.“

Klimabündnis, Klimabeirat und Vereine engagieren sich

Auf unseren Bericht über die Aktion meldete sich auch Wolfgang Schlabach, bekannt aus dem Vorstand des Vereins „Rettet die alte Eiche“. Für ihn ist die Bilanz zur Stadtradel-Aktion keine Aussage über die Bereitschaft in der Stadt, sich für das Klima einzusetzen. Deshalb kritisierte er auch unsere Zeitungsüberschrift „Castrop-Rauxeler schützen Klima am wenigsten im Kreis“.

„Es gibt in Castrop-Rauxel das Klimabündnis“, schreibt Schlabach und nennt als Beispiel die Klima-Mahnwache am 24. September und andere Aktionen. Schlabach, der auch als Sachkundiger Bürger im Umweltausschuss sitzt, verweist auf den Klimabeirat mit verschiedenen „Arbeitsgruppen, die sich um Müllvermeidung, Gebäude und Energie, Klimagerechte Stadtentwicklung befassen, sowie Vereine, Gruppierungen, die sich um das Klima Sorgen machen und aktiv im Klimaschutz agieren.“

Bei der Aktion Stadtradeln, die im September bundesweit lief, belegte der Kreis Recklinghausen den dritten Platz in NRW bei allen Kreisen und Städten über 500.000 Einwohnern. Mehr als eine Million Kilometer – das entspricht 26 Erd-Umrunden auf dem Äquator – kamen zusammen. Mehr als 5000 Radfahrer in 408 Teams machten mit. Am Ende hatten sie 157 Tonnen CO2 vermieden.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen