Frank Schwabe (SPD) hat eine spezielle Kanzlerkandidatin im Blick

Politik

Das ist mal eine Ansage: Während Deutschland sich über Annegret Kramp-Karrenbauer und ihren Rückzug als Kanzlerkandidatin ereifert, hat SPD-Abgeordneter Frank Schwabe eine besondere Favoritin.

Castrop-Rauxel

, 14.02.2020, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Frank Schwabe (SPD) hat eine spezielle Kanzlerkandidatin im Blick

Frank Schwabe, Abgeordneter im Deutschen Bundestag, sagt über Annalena Baerbock: „Sie ist ein Glücksfall für die Grünen.“ © Tobias Weckenbrock

Annegret Kramp-Karrenbauer hat nach den Thüringen-Querelen rund um die Ministerpräsidenten-Wahl eines Fünf-Prozent-Kandidaten mit den Stimmen von CDU und AfD die Konsequenzen gezogen: Sie kündigte an, nicht als Kanzlerkandidatin zur Verfügung zu stehen und auch von der CDU-Parteispitze den Rückzug anzutreten.

Während halb Deutschland über die K-Frage bei der CDU für die Nach-Merkel-Ära diskutiert, hat der Castrop-Rauxeler SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe eine andere Variante ins Spiel gebracht. Die ist grün, heißt aber gerade nicht Robert Habeck.

„Ich finde sie viel toller als Robert Habeck“

In einem Interview mit unserer Redaktion sagte Schwabe, angesprochen auf eine mögliche Kandidatur des grünen Shooting-Stars aus Norddeutschland: „Die Grünen müssen erst für sich klären, wer für sie antritt. Ich habe ein sehr gutes auch persönliches Verhältnis zu Annalena Baerbock. Ich finde sie viel toller als Herrn Habeck, den kenne ich aber auch nicht persönlich.“

Er kenne Annalena Baerbock gut, weil sie zuständige Person für Klimapolitik bei den Grünen war, bevor sie entschieden hat, an die Spitze zu gehen. Genauso wie er für die SPD-Fraktion im Bundestag, dem der 49-jährige Castrop-Rauxeler seit 2005 angehört. „Sie ist ein Glücksfall für die Grünen: kompetent, freundlich, entspannt, das Gegenteil von aufgeblasen.“ Politisch sehe man „ein paar Dinge manchmal anders, aber ansonsten schätze ich sie sehr“, so Schwabe im Interview.

Ausgrenzung von morgens bis abends

Zurzeit sei ihm, gefragt nach der Lage im politischen Berlin, vor allem eines wichtig: der Erhalt der Demokratie. „Das ist das Zentrale, und da habe ich Sorge“, sagt Schwabe. „Ich will nicht in Panik machen, aber es gibt eine Partei im Bundestag, und das ist die AfD, die Ausgrenzung von morgens bis abends betreibt, die Menschen gegeneinander aufhetzt und ein bisschen auch diese politische Debatte und die Agenda vergiftet.“

Er selbst erachte es als vernünftig für die SPD, politische Alternativen im demokratischen Spektrum offen zu halten. „Deswegen stand ich der Großen Koalition immer super-skeptisch gegenüber“, so Schwabe, „habe aber auch nicht gesagt, die SPD solle sich in die Opposition flüchten. Ich hatte immer eine andere Gestaltungsalternative: Rot-Rot-Grün. Die habe ich auch immer noch.“ Siehe Annalena Baerbock.

Was wollt ihr eigentlich?

„Ich finde, man muss den Grünen die Frage stellen: Was wollt ihr eigentlich? Sie machen das gerade aus ihrer Sicht wahltaktisch ganz geschickt und pendeln hin und her. Sie sagen: Wir wollen uns nicht festlegen“, analysiert Schwabe im Interview. „Ökologisch ist schön, aber es gibt ja noch andere Dinge und die Frage: Wohin soll sich die Gesellschaft entwickeln?“

Er frage sich: Machen sie am Ende mit Merz Steuersenkungen und Sozialstaatsabbau, aber dazu ein bisschen Ökologie? Oder machen sie was im „progressiven Lager mit schwierigen Linken“, so Schwabe? „Das war meine politische Alternative, und ich wäre viel mutiger damit umgegangen als die Spitze meiner Partei, die gesagt hat: Um Gottes Willen, geht alles nicht, mit denen kann man nicht!“

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