Frau fordert nach Katzenbiss 3800 Euro: Klage abgewiesen

rnGerichtsprozess

Eine Nachbarskatze soll einen Hund und die Halterin angefallen haben. Die Frau musste in die Klinik, war einen Monat arbeitsunfähig und verlangte 3800 Euro. Der Richter wies ihre Klage ab.

Castrop-Rauxel

, 21.02.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Katze beißt Hund: Der Fall hat sich im November 2017 im Partyraum eines Kellers zugetragen. Dort wurde der Schäferhund einer Mieterin, die ihr Tier zum dahinter liegenden Trockenraum mitgenommen hatte, gebissen. Von einer Katze.

Und nicht nur das: Beim Versuch, den Hund von der Katze zu befreien, verbiss diese sich in der Hand der Hundehalterin. Mit üblen Folgen: Vier Tage Klinikaufenthalt, danach vier Wochen arbeitsunfähig.

Geschädigte forderte 3800 Euro von ihrem Nachbarn

Ein Szenario, mit dem sich im Januar ein Zivilrichter befassen musste, denn die Hundebesitzerin hatte Klage gegen den Katzenbesitzer erhoben. Sie wollte rund 3800 Euro, Schmerzensgeld und Entschädigung für den Einkommensausfall, weil sie freiberuflich arbeitete (wir berichteten am 24. Januar).

Vor Gericht hatte die Hundehalterin die Geschehnisse ausführlich geschildert, hatte berichtet, dass die insgesamt drei Katzen des Mannes, der im Nachbarhaus wohnt, schon häufiger in ihrem Haus gewesen seien, auch schon mal vor ihrer Wohnungstür. Sie beteuerte, die Katze eindeutig als eine der Nachbarkatzen identifiziert zu haben. Legte dem Richter Fotos vor, die sie nach dem Vorfall vom Übeltäter gemacht hatte.

Katzenfotos sorgten für Verunsicherung

Fotos hatte auch der Verteidiger des Beklagten mitgebracht. Drei an der Zahl, die alle weiß-graue Stubentiger zeigten. Was zu diesem Zeitpunkt nur die Beklagtenseite wusste: Es waren Aufnahmen verschiedener Tiere.

Die Reaktion der Klägerin war wohl wie erhofft. Sie war unsicher, schob ihr Zögern auf den anderen Blickwinkel.

Den Vorschlag zur Güte, den der Zivilrichter am Ende der Anhörungen unterbreitete, stieß beim Beklagten nicht auf Gegenliebe. Er war nicht damit einverstanden, an die Hundehalterin 650 Euro zu zahlen.

Nicht eindeutig, ob die Katze dem Nachbarn gehörte

Damit war es nun einzig Sache des Richters, die Sachlage zu bewerten und zu urteilen. Nach gut drei Wochen verkündete er seine Entscheidung. Und die hieß: Die Klage wird abgewiesen. Was im Klartext bedeutet, dass der Beklagte, der Besitzer der Katzen, das Verfahren gewonnen hat.

Schon zum Abschluss der Anhörung im Januar hatte der Richter deutlich gemacht, dass es allein das Gericht entscheide, ob es sich bei dem vierbeinigen Angreifer um die Katze des Beklagten handele. Und das war wohl nicht eindeutig genug klar geworden.

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