Fridays-for-Future-Organisatorin Lilli Meister im Interview: „Wir können etwas bewegen!“

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Lilli Meister organisiert den Klima-Streik „Fridays for Future“ am 15. März in Castrop mit. Sie sagt zur Politik: „Die, die jetzt an der Spitze sind, betrifft das alles nicht mehr.“

von Jacqueline Meyer

Castrop-Rauxel

, 11.03.2019, 04:39 Uhr / Lesedauer: 3 min

Regelmäßig gehen Schüler und Studenten freitags auf die Straße, um für den Klimaschutz zu streiken. Für den weltweiten Streik-Tag am 15. März kam auch in Castrop-Rauxel der Wunsch auf, eine Demonstration zu veranstalten. Gesagt, getan: Lilli Meister (18) ist Mitglied des Organisationsteams für den „Fridays For Future“-Streik in Castrop-Rauxel. Im Interview mit unserer Praktikantin Jacqueline Meyer erzählt sie von den Plänen und ihrer persönlichen Motivation.

Sie können dieses Interview anhören oder lesen. Hier ist es zu hören:

Was ist für den globalen Streik am 15. März in Castrop-Rauxel geplant?
Wir streiken für das Klima – unser Vorbild ist Greta Thunberg, die jetzt seit mehreren Monaten auf die Straße geht und für eine bessere Klimapolitik streikt. Wir wollen uns auch dafür einsetzen, dass die Politik damit besser umgeht – wie zum Beispiel beim Kohleausstieg oder dass die Erderwärmung unter 1,5 Grad bleibt. Das ist uns alles sehr wichtig. Deswegen gehen wir auf die Straße. Die, die jetzt an der Spitze sind, betrifft das ja alles nicht mehr. Das sind eher wir und unsere Kinder.

Wie bist du zum Thema Fridays for Future gekommen?
Ich hab das gesehen, da war das noch nicht so in den Medien. Auf einer Instagram-Seite hat ein Mädchen ein Bild gepostet und ich fand das ganz interessant. Dann hat in unserer Klassengruppe bei What’sApp ein Mädchen geschrieben, ob wir nicht Lust hätten, mit nach Dortmund zu kommen. In Dortmund machen die das ja schon etwas länger. Dann meinten wir: „Ja, dann gehen wir einfach mal mit. Ist ja für einen guten Zweck.“
Ich bin dann mit einer Freundin hingegangen. Uns war es wichtig, weil wir das Gefühl hatten, wir können etwas bewegen. Gerade wenn wir das noch freitags machen, wenn wir eigentlich Unterricht haben. Weil es dann Aufruhr gibt.

Und wie war die Demo in Dortmund so?
Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich habe auch mit meinen Lehrern darüber gesprochen. Sie meinten, sie fänden es nicht gut, wenn die Leute das ausnutzen, um die Schule zu schwänzen. Aber wenn man dabei ist, merkt man schon, dass die Leute nicht einfach die Schule schwänzen, sondern ein Ziel vor Augen haben. Es sind alle richtig dabei. Wir sind durch die Stadt gelaufen, haben unsere Sprüche gerufen oder gesungen. Es war schon cool.

Du bist im Organisationsteam für den Streik in Castrop-Rauxel. Wie ist da die Stimmung?
Beim ersten Treffen war ich nicht dabei, weil zu der Zeit meine „Vorabis“ waren – und die gingen einfach vor. Aber ja, es ist schon cool. Wir freuen uns alle auf diese Demo und hoffen, dass möglichst viele Leute kommen. Wir versuchen, das auch alles so gut wie möglich zu organisieren

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Die Demo ist „erst“ um 13 Uhr. Dieses Aufschrei-Thema Schuleschwänzen ist dann ja schon fast vorbei.
Ich habe auch schon in der Gruppe gefragt, ob wir das nicht früher machen sollen. Aber die Mehrheit war dafür, dass wir das so spät machen, damit einfach mehr Leute kommen. Es ist ja bei jeder Schule bei uns so, dass wir alle bis nachmittags Unterricht haben. Wir werden trotzdem noch Unterricht verpassen.

Du hattest gerade auch schon Greta Thunberg angesprochen. Wie findest du das, was sie macht?
Ich finde es Hammer. Wenn ich mir die Videos angucke, wie sie spricht, das ist unglaublich. Ich habe richtig Respekt vor ihr. Es ist echt schon bewundernswert, was sie macht; dass sie jetzt auch durch die ganzen Städte reist. Sie war ja letzte Woche in Hamburg. Das war einfach so cool. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie das Asperger-Syndrom hat. Das ist einfach Hammer.

Wenn es am 15. März in Castrop-Rauxel gut läuft, wärt ihr dann auch bereit, regelmäßig hier zu streiken?
Ich weiß nicht genau, ob sich das „lohnt“. Naja, es lohnt sich immer. Aber ob wir damit viel bewirken? Ich kann mir vorstellen, dass viele nicht freitags die Schule schwänzen, um für das Klima zu streiken, weil viele einfach nicht wissen, wie wichtig es eigentlich ist. Die Schulen würden das glaube ich auch nicht mitmachen.
Deshalb glaube ich erst einmal, dass wir jetzt die Demo machen und dann mal schauen, was für Rückmeldungen wir kriegen und wie die Leute darauf reagieren. Und ob mehrere Leute bereit sind, das weiter zu machen. Oder ob es dann doch besser ist, wenn man in die Großstädte fährt und zusammen eine größere Gruppe ist.

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