Die sogenannte Audi-Bande soll im April in Castrop-Rauxel zugeschlagen haben. Drei Täter versuchten, einen Geldautomaten der Sparkasse zu sprengen. Am Mittwoch begann der Prozess.

Frohlinde

, 12.10.2018, 06:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Oberstaatsanwältin Jutta Breuer wirft den drei Angeklagten insgesamt drei Taten vor. Im März sollen sie bei Geldautomaten-Sprengungen in Ratingen und Schüttorf mehr als 130.000 Euro erbeutet haben. Der Versuch in der Filiale der Sparkasse Vest an der Dortmunder Straße in Frohlinde ging dagegen schief. Ein Mann kam nachts zufällig am Tatort vorbei und vermasselte der Audi-Bande die Tour.

Mit schnellen Sportwagen der Marke Audi unterwegs

Ihren Namen verdanken die Geldautomaten-Sprenger dem Umstand, dass sie stets mit schnellen Sportwagen der Marke Audi unterwegs waren. Zahlreiche Taten sollen auf die Konten verschiedener Bandenmitglieder gehen. In der Regel handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um Männer mit marokkanischen Wurzeln, die in den Niederlanden leben und von dort aus für die Taten nach Deutschland fahren.

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Der Coup in Castrop-Rauxels Süden sollte funktionieren wie jeder andere. „Hoch professionell und eingespielt“, nannte Oberstaatsanwältin Breuer am Mittwoch das Vorgehen der Täter. Wieder kamen sie mit einem zuvor gestohlenen Audi RS, fuhren in Frohlinde vor. Wieder hebelten sie zunächst die Filialtür und dann auch den Geldautomaten auf, ehe sie Flaschen mit Gas und Sauerstoff vor das Gehäuse stellten. Selbst den Zünddraht sollen die Täter schon angeschlossen haben, ehe sie dann doch noch flüchten mussten. Mit einem Nachtschwärmer hatten sie um 2.30 Uhr in der Frühe nicht gerechnet.

Ausrüstungsgegenstände wurden gefunden

Trotz sofort eingeleiteter Großfahndung konnten die Täter zunächst entkommen. Einige Stunden später nahm die Polizei dann doch die drei jetzigen Angeklagten fest. Bei späteren Durchsuchungen sollen zahlreiche Ausrüstungsgegenstände, die zum Sprengen von Geldautomaten verwendet werden, gefunden worden sein. Zum Prozessauftakt haben sich die Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Beobachter rechnen mit einem langen und aufwändigen Prozess.

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