Fünf Veranstaltungen: Zu viel für Castrop-Rauxel?

Fazit nach Mega-Wochenende

Das Mega-Wochenende mit Konzerten, Karussells und Oldtimerfahrten ist vorüber. An fünf Standorten wurde groß gefeiert. Doch wie zufrieden sind eigentlich die Veranstalter? Haben sich die Events gegenseitig die Besucher geklaut?

CASTROP-RAUXEL

, 19.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Fünf Veranstaltungen: Zu viel für Castrop-Rauxel?

Rockfestivals, Scheunenfest und Oldtimer-Rallye, dazu noch die Herbstkirmes: In Castrop-Rauxel wurde am Wochenende überall gefeiert.

Save the Planet, Rock unterm Förderturm, das Scheunenfest auf Hof Emschertal, die Herbstkirmes und die Ausfahrt Garagenschätzchen in der Agora – so viele große Veranstaltungen gab es an einem Wochenende in Castrop-Rauxel wohl noch nie. Wer raus wollte, um etwas zu erleben, hatte die Qual der Wahl – oder begab sich sicherheitshalber auf eine regelrechte Party-Tour. Wir haben bei Veranstaltern und Schaustellern nachgefragt, inwiefern sich das an den einzelnen Standorten bemerkbar gemacht hat.

  • Das sagen die Schausteller der Herbstkirmes: Gastronom Christian Wachsmann von Wachsmanns Braterei auf dem Marktplatz zeigte sich nicht gerade begeistert: „Man hat schon gemerkt, dass es Konkurrenz gab. Vor allem Rock unterm Förderturm, das ja diesmal über zwei Tage ging, hat viele Besucher von der Kirmes gezogen. Das war eine Konstellation, mit der sich letztlich kein Veranstalter einen Gefallen tut. So viele Events auf einmal verkraftet eine Stadt wie Castrop-Rauxel nicht. Das hätte man anders koordinieren müssen.“ Ähnlich sieht das Christian Scharley, der an seinem Backkartoffel-Stand zwar nicht auf seine treue Stammkundschaft verzichten musste, aber dennoch sagt: „Es war schon ziemlich leer hier.“ Auf ihre Stammkundschaft konnte auch Eveline Völz mit ihrem Süßigkeitengeschäft setzen. „Es kamen auch Leute hier vorbei, die zuvor unterm Förderturm waren. Von daher kann so ein Veranstaltungs-Wochenende auch etwas gutes. Es wäre aber schöner gewesen, die Leute hätten auch was gekauft“, sagt sie grinsend.  
  • Das sagen die Veranstalter von Save the Planet: Frank Ronge vom Jugendtreff Café Q hält die Konstellation mit fünf Veranstaltungen ebenfalls für ungünstig, ist aber mit dem Zuspruch für das Festival in Habinghorst rundum zufrieden. „Wir hatten zwischen 100 und 200 Gäste – viele Familien und zum Abend ein junges Publikum. So hatten wir uns das auch vorgestellt. Wir sollten trotzdem darüber nachdenken, ob wir Veranstalter uns besser abstimmen und vernetzen sollten.“ Eine Art Festivalplan für Organisatoren wäre laut Ronge hilfreich, da man nicht immer alle Events auf dem Schirm habe.  
  • Das sagen die Veranstalter des Scheunenfests: Marc Frese vom Verein Mein Ickern hält viel von diesem Vorschlag – wenngleich er nicht den Eindruck hatte, dass sich die Veranstalter gegenseitig die Besucher weggenommen haben. „Das lag aber wohl auch daran, dass unsere Veranstaltung einen anderen Schwerpunkt hatte und auf Ickerner ausgerichtet war.“ Viele Besucher des Scheunenfests hätten sich nach ein bis zwei Stunden auf den Weg zu einer der anderen Veranstaltungen gemacht oder kamen gerade von einer, etwa der Oldtimer-Ausfahrt. „Wir hatten an beiden Tagen zusammen aber trotzdem 450 Besucher. Das hat unsere Erwartungen weit übertroffen.“  
  • Das sagt der Veranstalter von Rock unterm Förderturm: Elmar Bök vom Brauhaus Rütershoff ist ebenfalls zufrieden mit der Resonanz für die Traditionsveranstaltung in neuem Format – auch, wenn noch keine exakte Auswertung vorliegt: „Freitag werden es rund 400 Besucher gewesen sein. Samstag bis zu 1000 – und die kamen nach der Regenpause sogar wieder“, so der Gastronom. Und wie steht‘s mit dem Besucherklau? „Das kann man nur schwer einschätzen“, sagt Bök. Sollte es in Zukunft mehr Absprachen unter den Veranstaltern geben, wäre man aber mit am Tisch.

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