Fünfter Verhandlungstag um gefälschten 500-Euro-Schein bringt keine Klarheit

rnProzess am Amtsgericht

Fünf Verhandlungstage am Amtsgericht, aber kein Ergebnis: Der Prozess um einen gefälschten 500-Euro-Schein muss fortgesetzt werden. Obwohl diesmal Zeugen aus dem Autohandel erschienen waren.

Castrop-Rauxel

, 30.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist eine wahrlich endlose Geschichte, die Verhandlung um einen gefälschten 500-Euro-Schein. Bereits zum fünften Mal lag die Akte nun auf dem Richtertisch. Und wird mindestens noch einmal gebraucht. Der sechste Verhandlungstag ist in drei Wochen angesetzt.

Zum fünften Termin waren – anders als bei vorigen Sitzungen – recht viele Beteiligte erschienen. Wie immer der 33-jährige Angeklagte, dem vorgeworfen wird, im Oktober 2017 beim Gebrauchtwagenhändler ein Auto mit Falschgeld angezahlt zu haben. Doch der Mann wies die Schuld weit von sich. Sagte aus, dass der Schein Teil eines Erlöses aus dem Verkauf einen Wohnwagens war, mit dem er den Kauf eines 3er-Audis finanzieren wollte. 7000 Euro hatte er für seinen Wohnwagen bekommen, in 14 lilafarbenen 500-Euro-Scheinen.

13 Scheine echt, einer falsch

Und mit einem davon hatte er sein neues Traumauto angezahlt. Doch das war eine Blüte. Was einer von drei insgesamt mit dem Autohandel befassten Männer angeblich sofort ahnte, als ihm sein Sohn den Schein übergab. Eine Prüfung bei der Bank bestätigte den Verdacht, der Schein wurde eingezogen. Die anderen 13 Scheine waren echt, das hatte eine spätere Bankprüfung ergeben.

Vom Autohändler in Kenntnis gesetzt, informierte der Angeklagte die Käufer seines Wohnwagens. Die fielen aus allen Wolken, wie das Ehepaar aus Bottrop nun im Zeugenstand schilderte. Sie hatten die Scheine frisch von ihrer Hausbank erhalten, nach dem Zählen in einem verschlossenen Umschlag aufbewahrt und am Folgetag den Wohnwagen damit bezahlt. Auf Nachfrage hatte die Bank beteuert, dass es unmöglich sei, dass sich ein falscher Fünfhunderter darunter befunden haben könnte.

Zeugen aus Autohandel erstmals erschienen

Neben diesem Ehepaar waren erstmals auch die drei Zeugen aus dem Autohandel erschienen. Zwei vorige Verhandlungstermine hatten vertagt werden müssen, weil sie fehlten. Entschuldigt und unentschuldigt, und einmal soll die Ladung nicht angekommen sein. Auch diese Zeugen schlossen aus, dass der Schein, den sie erhalten hatten, vertauscht oder verwechselt worden sein könnte. Grund: Es war die einzige Einnahme an jenem Tag.

Nach diesen fünf weiteren Zeugenanhörungen war die Sachlage kein bisschen klarer. Und der Vorschlag des Verteidigers des 33-Jährigen, die Blüte auf DNA-Spuren untersuchen zu lassen, um zu schauen, wer ihn in der Hand hatte oder vielleicht nicht, wurde nicht aufgegriffen. Denn auf Fingerabdrücke hatte die Kripo den falschen Schein schon untersucht und mit der dabei eingesetzten Chemie eine weitere Spurensuche unmöglich gemacht. Nun will der Richter von beiden Banken, der Ausgabestelle und der Annahmebank der Blüte weitere Informationen einholen, bevor er sich der schwierigen Aufgabe einer Urteilsfindung stellt.

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