Geborstenes Wasserrohr sorgte für Chaos

Immense Schäden in Ickern

Ein Wasserrohrbruch in Ickern hat in der Nacht auf Mittwoch zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Gelsenwasser und Technischem Hilfswerk geführt. Das gebrochene Rohr auf der Lange Straße hat für immense Schäden gesorgt: Keller liefen voll Wasser, sogar ein Stück der Straße brach ein. Wer dafür zahlen muss, ist auch geklärt.

ICKERN

, 24.06.2015, 09:06 Uhr / Lesedauer: 3 min

 

Update 16.30 Uhr: Wie das Unternehmen inzwischen auf Anfrage mitgeteilt hat, wird der Wassernetzbetreiber Gelsenwasser für die Schäden der Anwohner aufkommen. "Unsere Rohre, unser Schaden", sagt Ulrich Sadlowski, zuständig für den Rohrnetzbetrieb bei Gelsenwasser. "Solche Schäden sind über unsere Haftpflichtversicherung abgedeckt." Man habe am Nachmittag auch einen Mitarbeiter abgestellt, der sich vor Ort um die Anwohner kümmere. 

Update 15.25 Uhr: Die Arbeiten an der Lange Straße dauern weiter an. Inzwischen hat Gelsenwasser neue Rohre geliefert, die zur Stunde verlegt werden. "Wir hoffen, dass wir die Arbeiten bis zum frühen Abend abschließen können und die Anwohner dann wieder mit Wasser versorgt werden können", sagt Bärbel Terlau, Mitarbeiterin in der Pressestelle bei Gelsenwasser, im Gespräch mit der Redaktion. Doch auch nach der Reparatur der Leitung bleibt das betroffene Teilstück der Lange Straße zwischen Sünderlingstraße und Recklinghauser Straße weiter gesperrt. Die Straße muss neu geteert werden. Bis zum 3. Juli sollen die Arbeiten dauern. Die Techniker von Westnetz arbeiten unterdessen daran, die Stromversorgung für die Anwohner wieder herzustellen.

Die Anwohner sind unterdessen dabei, ihre Keller leer zu räumen. Container sind angeliefert worden, in denen sie die unbrauchbar gewordenen Elektrogeräte, Campingartikel und anderes Hab und Gut entsorgen können. Positiv fällt auf, wie groß die Solidarität der Nachbarn untereinander ist. Das berichtet auch Anwohnerin Karin Kunkel: "Die Leute helfen sich gegenseitig hier."

Update 12 Uhr: Gelsenwasser setzt alles daran, den Rohrbruch möglichst rasch zu reparieren. Hilfe bekommt das Unternehmen weiter vom Technischen Hilfswerk (THW), das mit zehn Mann im Einsatz ist und versucht, die Bruchstelle auszupumpen, um den Gelsenwasser-Mitarbeitern die Reparatur in der der aufgerissenen Straße zu ermöglichen.  Wie Michael Brudek, Pressesprecher der Feuerwehr Castrop-Rauxel, am Mobiltelefon von der Einsatzstelle berichtete, wird das AWO-Altenheim an der Lange Straße 200, das von dem Rohrbruch auch betroffen ist, mit einer Wasser-Notversorgung bedient.

Ansonsten seien der Stadtbetrieb EUV und die Firma RWE gerade intensiv damit beschäftigt, in den Häusern rund um die Unglücksstelle möglichst rasch wieder eine Stromversorgung herzustellen. Da zahlreiche Keller komplett vollgelaufen waren, müssen die Hausversorgungen zum Teil komplett neu hergestellt werden. Ein immenser Aufwand an Personal und Technik ist dafür nötig.

Update 9.53 Uhr: Gelsenwasser informiert die Castrop-Rauxeler auch schon per Facebook über den Wasserrohrbruch: Demnach gab es in der Nacht zu Mittwoch gegen 3:20 Uhr einen Rohrbruch auf der Lange Straße in Höhe Hausnummer 191. Es ist eine Hauptwasserleitung mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern zerborsten. Dementsprechend viel Wasser trat aus und überspülte die Straße und Keller. 

FOTOSTRECKE
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Wasserrohrbruch in Ickern

Ein geborstenes Wasserrohr sorgte am Mittwoch in Ickern für viele Probleme: Mindestens zwölf Keller liefen voll, Anwohner waren Stunden ohne Frischwasser und die Lange Straße - Ort des Geschehens - musste gesperrt werden.
24.06.2015
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Rauschende Wassermassen: So sah es nach dem Rohrbruch an der Langen Straße aus. Ein Anwohner hat das Foto gemacht.© Foto: Arkadi Hinne
Rauschende Wassermassen: So sah es nach dem Rohrbruch an der Langen Straße aus. Ein Anwohner hat das Foto gemacht.© Foto: Arkadi Hinne
Ein recht spektakulärer Anblick bot sich am Mittwoch auf der Langen Straße in Ickern.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Eine Wasserleitung im Castrop-Rauxeler Stadtteil Ickern war geborsten und dadurch sackte ein Teil der Straßendecke ab.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort und schätzt, dass die Reparatur nicht Stunden, sondern Tage dauern wird.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Ein Teilstück der Langen Straße musste gesperrt werden.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Anwohner hatten den Rohrbruch in der Nacht zu Mittwoch bemerkt.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Viele Menschen sind betroffen, Anwohner mussten ohne Trinkwasser auskommen.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Der abgesackte Teil der Straßendecke.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Ein Teil der Langen Straße ist als Folge des Wasserrohrbruchs eingesackt.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Viele Keller sind vollgelaufen, die Aufräumarbeiten werden Tage in Anspruch nehmen.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Die Aufräumarbeiten werden Tage in Anspruch nehmen.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Viele Keller sind vollgelaufen.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Viele Keller sind vollgelaufen.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Das geborstene Wasserrohr hat für Chaos in Ickern gesorgt.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Das geborstene Wasserrohr hat für Chaos in Ickern gesorgt.© Foto: Klaus Schräder-Grau
Das geborstene Wasserrohr hat für Chaos in Ickern gesorgt.© Foto: Klaus Schräder-Grau
© Foto: Sylvia Schemmann
Wenige Sachen aus dem Keller sind noch zu retten. Das meiste wandert geradewegs in den Container.© Foto: Sylvia Schemmann
An dem Kreidestrich ist es abzulesen: So hoch stand das Wasser in der Einfahrt von Familie Kunkel.© Foto: Sylvia Schemmann
Wenige Sachen aus dem Keller sind noch zu retten. Das meiste wandert geradewegs in den Container.© Foto: Sylvia Schemmann
Wenige Sachen aus dem Keller sind noch zu retten. Das meiste wandert geradewegs in den Container.© Foto: Sylvia Schemmann
© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden verlegt© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden verlegt© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden verlegt© Foto: Sylvia Schemmann
Das ist der Übeltäter: Die geborstene Wasserleitung aus dem Jahr 1963.© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden angeliefert.© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden angeliefert.© Foto: Sylvia Schemmann
Das ist der Übeltäter: Die geborstene Wasserleitung aus dem Jahr 1963.© Foto: Sylvia Schemmann
Das ist der Übeltäter: Die geborstene Wasserleitung aus dem Jahr 1963.© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden angeliefert.© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden angeliefert.© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden angeliefert.© Foto: Sylvia Schemmann
Die neuen Rohre werden angeliefert.© Foto: Sylvia Schemmann
Auf der Lange Straße laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Fahrbahn nach dem massiven Rohrbruch. So sah es am Donnerstag aus, also einen Tag nach dem Rohrbruch.© Foto: Thomas Schroeter
Auf der Lange Straße laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Fahrbahn nach dem massiven Rohrbruch. So sah es am Donnerstag aus, also einen Tag nach dem Rohrbruch.© Foto: Thomas Schroeter
Auf der Lange Straße laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Fahrbahn nach dem massiven Rohrbruch. So sah es am Donnerstag aus, also einen Tag nach dem Rohrbruch.© Foto: Thomas Schroeter
Auf der Lange Straße laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Fahrbahn nach dem massiven Rohrbruch. So sah es am Donnerstag aus, also einen Tag nach dem Rohrbruch.© Foto: Thomas Schroeter
Auf der Lange Straße laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Fahrbahn nach dem massiven Rohrbruch. So sah es am Donnerstag aus, also einen Tag nach dem Rohrbruch.© Foto: Thomas Schroeter
Auf der Lange Straße laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Fahrbahn nach dem massiven Rohrbruch. So sah es am Donnerstag aus, also einen Tag nach dem Rohrbruch.© Foto: Thomas Schroeter
Auf der Lange Straße laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Fahrbahn nach dem massiven Rohrbruch. So sah es am Donnerstag aus, also einen Tag nach dem Rohrbruch.© Foto: Thomas Schroeter
Auf der Lange Straße laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Fahrbahn nach dem massiven Rohrbruch. So sah es am Donnerstag aus, also einen Tag nach dem Rohrbruch.© Foto: Thomas Schroeter
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Wie Gelsenwasser weiter schreibt, seien die eigenen Mitarbeiter und auch die der Freiwilligen Feuerwehr und des THW seitdem im Dauereinsatz. Noch in der Nacht sei die Schadensstelle abgeriegelt worden, sodass nur noch unmittelbare Anlieger in der Lange Straße und der Römerstraße ohne Wasserversorgung sind. Unmittelbar nach dem Rohrbruch, so bestätigt das Unternehmen, seien auch Kunden in Waltrop und Lünen betroffen gewesen.

Wasser kommt möglicherweise trüb aus dem Hahn

Derzeit würden für eine Notversorgung der Menschen Standrohre aufgebaut und Wasserwagen aufgestellt. Die Lange Straße ist von der Sünderlingstraße bis zur Recklinghäuser Straße für den Verkehr voll gesperrt.  Laut Gelsenwasser kann es zeitweise zu Eintrübungen im Wasser kommen. Die Anwohner werden daher gebeten, das Wasser solange laufen zu lassen, bis es wieder klar aus der Leitung komme.

Für Anwohner, die Fragen haben, hat Gelsenwasser eine Info-Nummer eingerichtet unter der Telefonnummer 0209 708-429.

 

Unsere ursprüngliche Berichterstattung: In der Nacht auf Mittwoch hört Anwohner Detlef Dohlmann ein merkwürdiges Geräusch. Er schaute auf die Straße. "Alles war voll Wasser, aber es regnete nicht". Schlussfolgerung: ein Wasserrohrbruch. Und der Schaden wurde erst sichtbar als er in seinen Keller ging. "Alles ist vollgelaufen. Waschmaschine, Trockner, Sauna - alles kaputt".

Das gebrochene Rohr auf der Lange Straße, zwischen dem Ickerner Knoten und der Römerstraße, hat immense Folgeschäden ausgelöst. Ein Dutzend Keller liefen voll Wasser, ein Teilstück der Lange Straße ist komplett zusammengefallen. Der Abschnitt wurde gesperrt. Busse und Autos mussten spontan eine Umleitung nehmen. Und natürlich gab es für einige Zeit kein Frischwasser.

Auswirkungen bis nach Waltrop und Lünen

Die Auswirkungen spürten sogar Anwohner in Waltrop und Lünen. In weiten Teilen von Ickern ist die Bevölkerung nach wie vor von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die Reparatur wird noch den ganzen Tag andauern, hieß es von Gelsenwasser. "Die Reparatur der Straße wird einige Tage in Anspruch nehmen", kündigte gar Feuerwehrsprecher Heiner Holtkotte.

Die Berufs- und alle freiwilligen Feuerwehren der Stadt Castrop-Rauxel waren vor Ort - insgesamt 37 Einsatzkräfte. Zudem wurde das THW mit 10 Mann angefordert.

Leichte Erschütterung reicht aus

Warum das Rohr in die Brüche ging, muss noch geklärt werden. Ein Sprecher von Gelsenwasser sagte, dass die Wasserrohre mitunter 60 Jahre alt seien und unter enormen Druck stehen. Leichte Erschütterungen, die durch einen LKW entstehen würden bereits ausreichen um das Rohr zu beschädigen. 

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