Gefängnisstrafen für die Parkplatz-Bande

Homosexuelle überfallen

Jetzt ist den Castroper Parkplatz-Tätern das Lachen endgültig vergangen. Was im Sommer 2010 als Verhöhnung von Homosexuellen begann, endete gestern mit Gefängnisstrafen. Vier der sechs Angeklagten wurden zu Jugendhaftstrafen von bis zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

CASTROP-RAUXEL

von Von Werner von Braunschweig und Jörn Hartwich

, 10.02.2011, 18:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Parkplatz Lusebrink an der A42 bei Bladenhorst.

Der Parkplatz Lusebrink an der A42 bei Bladenhorst.

Von nun an wurden die Opfer in die Zange genommen, bedroht und zusammen geschlagen. „Da wurde eine Grenze überschritten“, sagte Kirfel. Die Beute: Bargeld, Handys, Schmuck. Die Angeklagten haben offenbar erst im Laufe des Prozesses realisiert, wie brutal sie vorgegangen sind. Ein 18-Jähriger musste sich während des Plädoyers des Staatsanwalts sogar die Tränen aus dem Gesicht wischen. „Er wurde von der Situation übermannt“, sagte seine Verteidigerin Nadine Strohmeyer. Einer der überfallenen Männer war gestern ebenfalls noch einmal im Gericht erschienen. Nach Angaben seines Anwalts leidet der Student noch immer unter Todesangst. Die Überfälle war offenbar kühl kalkuliert: Die 16- bis 18-jährigen Täter hatten wohl darauf spekuliert, dass sich viele Opfer wegen der durchaus peinlichen Situation nicht „outen“ würden. Ein Mann war ohne Hose unterwegs, ein anderer ganz nackt.

Für die vier Haupttäter war keine Bewährungsstrafe mehr möglich. Die Jugendlichen sollten die Haftstrafe allerdings auch als Chance begreifen. Richter Kirfel: „Vielleicht können sie schulisch noch etwas erreichen, was sie in Freiheit nie schaffen würden.“ 

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