Geflügel: In Castrop-Rauxel gilt jetzt Stallpflicht

Nach Vogelgrippe in Dortmund

Eine an Vogelgrippe gestorbene Ente vom Dortmunder Phoenix-See hat Auswirkungen für die Geflügelbesitzer in Castrop-Rauxel und Waltrop. Dort gilt ab sofort eine Stallpflicht. Was erlaubt ist und was nicht - auch das hat der Kreis Recklinghausen angeordnet.

CASTROP-RAUXEL

, 01.12.2016, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum gilt die Stallpflicht?

Bei einer Reiherente, die tot am Phoenix-See in Dortmund lag, wurde das Virus H5N8 nachgewiesen - die Vogelgrippe. Angeordnet ist deshalb ein Sperrbezirk mit einem Kilometer Umfang und ein Beobachtungsbezirk mit drei Kilometern Umfang. Geflügel aus diesem Bereich darf nicht transportiert oder gehandelt werden. Auch der Verkauf von Eiern aus diesem Bereich ist untersagt. Selbst Hunde und Katzen dürfen rund um den Phoenix-See nicht herumlaufen.

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Gilt all das auch in Castrop-Rauxel und Waltrop?

Nein. Dort gilt allerdings die Stallpflicht, wie der Kreis Recklinghausen unterstreicht. Geflügel muss in geschlossenen Ställen oder "in besonders geschützten Vorrichtungen" bleiben, etwa in "volierenartigen Vorrichtungen". Wichtig: Nach oben muss es eine Abdeckung geben, auch eine Seitenbegrenzung ist Pflicht. Damit Wildvögel nicht eindringen können, damit das Virus keinen Weg zu den Nutztieren finden kann.

Wie viele Halter und Tiere sind betroffen?

Laut Angaben des Kreises Recklinghausen gibt es in Castrop-Rauxel 117 Betriebe und Geflügelhalter mit insgesamt etwas mehr als 8500 Tieren. Aus Waltrop sind 129 Betriebe und private Halter mit 19.032 Tieren verzeichnet.

Welche Tierarten sind betroffen?

Hühner, Truthahn, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Gänse und Enten.

Wozu sind Geflügelhalter verpflichtet?

Alle - also auch private Halter - müssen ihren Tierbestand melden - bei der Tierseuchenkasse NRW, die zur Landwirtschaftskammer Münster gehört und unter der Telefonnummer 0251/289820 zu erreichen ist. Seit 18. November gelten zudem weitere Sicherheitsmaßnahmen für alle Geflügelbetriebe - egal, wie groß der Tierbestand ist.

Was würde passieren, wenn sich Tiere mit Vogelgrippe anstecken würden?

Das wäre für die Züchter der schlimmste Fall. Dann müssten alle Tiere geschlachtet und entsorgt werden, dürften nicht mehr verkauft werden. Was das bedeuten würde, hatten die Landwirte in Castrop-Rauxel schon vor einigen Tagen angedeutet. Auf dem Hof von Ludger Sanders leben rund 3500 Hühner. Würde sich ein Tier infizieren, läge der Schaden bei rund 30.000 Euro, sagt der Landwirt.

Was richtet der aktuelle Vogelgrippe-Virus bei Menschen an?

Der aktuelle Vogelgrippe-Virus wird „H5N8“ genannt. Er greift Organe wie Milz, Leber und Lunge an; erkrankten Tieren geht es schnell sehr schlecht. Bislang hat sich nach dpa-Informationen noch kein Mensch angesteckt.

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