Doku belegt: Geldautomaten-Sprenger hätten eher geschnappt werden können

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Die „Audi-Bande“ aus Holland hatte 2018 versucht, auch in Frohlinde einen Geldautomaten zu sprengen. Eigentlich wollte die Polizei schon am Tatort warten. Das scheiterte, wie eine Doku zeigt.

Castrop-Rauxel

, 14.07.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 17. April 2018 ging der Versuch, in der Filiale der Sparkasse Vest an der Dortmunder Straße in Frohlinde den Geldautomaten zu sprengen und um seinen Inhalt zu erleichtern, schief. Ein Zeitungszusteller kam am frühen Morgen gegen kurz vor 3 Uhr zufällig am Tatort vorbei und vermasselte der sogenannten „Audi-Bande“ die Tour.

Ihren Namen verdanken die Geldautomaten-Sprenger, denen Taten im Rheinland und im Ruhrgebiet zur Last gelegt wird, dem Umstand, dass sie stets mit schnellen Sportwagen der Marke Audi unterwegs waren und sind.

Zahlreiche Taten sollen auf die Konten verschiedener Bandenmitglieder gehen. Die Ermittler der LKA-Sonderkommission „Heat“ gehen davon aus, dass die Gruppierung etwa seit 2015 immer ähnliche Taten verübt.

Männer reisten für Taten aus Holland an

In der Regel handelt es sich bei den Bandenmitgliedern um Männer, die in den Vororten von Utrecht und Amsterdam in den Niederlanden lebten und noch leben. Die Täter haben in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro erbeutet und zusätzlich Millionenschäden durch die Sprengungen angerichtet.

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Der Coup in Castrop-Rauxels Süden sollte funktionieren wie jeder andere: Wieder hebelten die Täter zunächst die Filialtür und dann auch den Geldautomaten auf, ehe sie Flaschen mit Gas und Sauerstoff vor das Gehäuse stellten. Selbst den Zünddraht sollen die Täter schon angeschlossen haben, ehe sie dann doch noch flüchten mussten.

Polizei hatte Kommunikationsprobleme

Was jetzt durch eine Video-Dokumentation von Spiegel Online klar wird: Als dieser Teil der „Audi-Bande“ den Versuch unternahm, den Frohlinder Automaten zu sprengen, wurden die Tatverdächtigen längst von der Polizei beobachtet und verfolgt.

An einem der Fahrzeuge, das die Bande nutzte, hatten Beamte einen Peilsender angebracht. Eigentlich hätte die Gruppe noch bei der Tat in Frohlinde geschnappt werden können.

Ein Mobiles Einsatzkommando der Polizei stand bereit, aber die Kommunikation mit den holländischen Kollegen funktionierte offenbar nicht. Und später waren wiederum nicht genügend Polizeibeamte vor Ort einsatzbereit, als die Täter an einer anderen Stelle das Fluchtfahrzeug gegen einen anderen Wagen eintauschten.

Einige Stunden später, gegen 8.30 Uhr am 18. April 2018, nahm die Polizei in einem Dortmund Gewerbegebiet dann aber zwei der drei mittlerweile verurteilten Täter fest. Den anderen Mann, der mit seinen Komplizen für die versuchte Sprengung in Frohlinde verantwortlich war, fasste man kurz später.

Bei Durchsuchungen sollen zahlreiche Ausrüstungsgegenstände, die zum Sprengen von Geldautomaten verwendet werden, gefunden worden sein. Für die drei Täter gab es in einem Gerichtsverfahren in Düsseldorf 2019 langjährige Haftstrafen.

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