Gericht kann nicht klären, wer 37,5 Tonnen Stahl gestohlen hat

Prozess am Amtsgericht

37,5 Tonnen Stahl soll ein Trio 2017 vom ehemaligen Grüter-Gelände gestohlen haben. Doch das Trio machte es dem Richter alles andere als leicht.

Castrop-Rauxel

, 01.12.2018 / Lesedauer: 3 min
Gericht kann nicht klären, wer 37,5 Tonnen Stahl gestohlen hat

Vom ehemaligen Grüter-Gelände verschanden 37,5 Tonnen Stahl. © Foto: Schlehenkamp

Schrottklau zum Dritten. In drei langen Verhandlungen musste sich der Straftrichter mit einem Diebstahl von insgesamt 37,5 Tonnen Metall vom ehemaligen Grüter-Gelände in Rauxel befassen. Mit rund zwölf Tonnen schweren Stahlträgern hatten Polizisten nach einem Hinweis einer Anwohnerin auf der B235 einen Transport gestoppt, veranlasst, dass die Ladung, knapp 15.000 Euro wert, wieder zum Gelände zurücktransportiert wird.

Schrotthändler, Sohn und Gehilfe

Das Trio, das damals im Januar 2017 beteiligt war, bestand aus einem Schrotthändler, seinem Sohn und einem Gehilfen. Beim Prozessauftakt im Mai dieses Jahres war der Senior bereits verstorben, der Gehilfe nicht aufzufinden. Auf der Anklagebank allein der inzwischen 33-jährige Sohn. Der damals versicherte, den zum Transport erforderlichen Kranwagen zwar wieder flott gemacht, vom Geschäft selbst aber nichts gewusst zu haben.

Angeklagter schildert eine andere Version

Auch seine Mutter bestätigte, dass er nicht von Anfang an an der Aktion beteiligt gewesen sein könne. Das Verfahren wurde eingestellt, der flüchtige Gehilfe mit Strafbefehl zur Suche ausgeschrieben. Er drückte dann Mitte Oktober die Anklagebank – und schilderte eine völlig andere Version. Danach war der Junior neben dem Vater sehr wohl informiert und von Anfang an beteiligt. Er selbst dagegen ahnungslos. Habe gegenüber der Polizei nur deshalb angegeben, das Schrott-Geschäft eingefädelt zu haben, um dem Junior einen Gefallen zu tun und weil er hoffte, so eine feste Anstellung zu bekommen. Vielleicht auch für mehr als die 50 Euro Tagesspauschale.

Der Junior war diesmal Zeuge

Die abweichenden Aussagen machten einen dritten Verhandlungstag erforderlich. Wieder mit dem 49-jährigen Gehilfen als Angeklagtem, dem Junior diesmal im Zeugenstand. Der wieder seine bereits bekannte Version schilderte, dabei verriet, dass der Gehilfe vom Vater gern „Doof“ tituliert wurde.

Dass ihm der aufwendige Schrottklau allein zu Lasten gelegt werden könne, schien auch schwer vorstellbar. Obwohl er bei Weitem kein unbescholtenes Blatt ist.

Fazit: Auch nach dem dritten Verhandlungstag gab es keine Klarheit. Fest stand nur, dass der Junior nicht mehr belangt werden konnte, kann doch niemand wegen derselben Sache zwei Mal angeklagt werden. „Der Vater ist tot, von Ihnen hat einer gelogen“, so der Richter. Wer, das war nicht zu ergründen. Deshalb gab es einen Freispruch.

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