Gericht sieht Raubüberfall nicht bestätigt, verhängt aber Gefängnisstrafen

Urteil am Landgericht

Zwei Männer wollen bei einem Bekannten an der Erfurter Straße Schulden eintreiben und schießen dabei über das Ziel hinaus. Das Dortmunder Landgericht verhängt Haftstrafen.

Castrop-Rauxel

, 03.04.2019 / Lesedauer: 2 min

Im Prozess um einen mutmaßlichen Raubüberfall an der Erfurter Straße wurden jetzt zwei Männer verurteilt. Der 26-jährige mutmaßliche Haupttäter und sein Freund wurden zu Gefängnisstrafen von 14 beziehungsweise 16 Monaten verurteilt. Ein dritter Mann, der ebenfalls seit Dezember auf der Anklagebank des Landgericht Platz nehmen musste, wurde dagegen freigesprochen.

Auch nach viermonatiger Verhandlungsdauer bleibt unklar, was am Tattag wirklich passiert ist. Die beiden Angeklagten hatten erklärt, sie hätten bei einem Bekannten Schulden eintreiben wollen und den Mann dabei auch körperlich attackiert. Dass sie anschließend zahlreiche Wertgegenstände aus der Wohnung des Opfers mitnahmen, sei jedoch kein Raub gewesen. Der Fernseher, das Handy und die anderen Dinge hätten ihnen lediglich als Pfand gedient.

Opfer: „Ich bin überfallen worden“

Das Opfer beteuerte jedoch auch am Mittwoch noch einmal: "Ich bin überfallen worden." Die beiden Angeklagten hätten mitnichten von ihm Geld zu bekommen gehabt. Vielmehr hätten sie ihm vorgeworfen, eine ihrer Drogenlieferungen zerstört zu haben und ihn deshalb ausgeraubt. Neben den Wertsachen sollen sie auch mehr als 10.000 Euro in bar mitgenommen haben.

Martin Urbaniak, der Anwalt des Opfers, zeigte sich mit dem Ergebnis des Prozesses deshalb auch überhaupt nicht einverstanden. "Diese beiden Angeklagten hätten harte Strafen verdient", sagte er in seinem Plädoyer. Das Gericht sei viel zu freundlich mit den Männern umgegangen.

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