In den Geros-Heimen, wie hier das Seniorenzentrum Philogeria In der Kemnade, will sich nur die Hälfte der Mitarbeiter gegen das Coronavirus impfen lassen. © Abi Schlehenkamp (Archiv)
Coronavirus

Geros-Altenheime: Hälfte des Personals will sich nicht impfen lassen

In den Castrop-Rauxeler Geros-Altenheimen sollen die ersten Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Von der Belegschaft ist dazu jedoch nur die Hälfte bereit.

Am Wochenende soll es soweit sein. Dann wird auch bei dem größten Träger von Altenheimen in Castrop-Rauxel, den Geros-Heimen, mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen. Den Start macht am Samstag (16. Januar) das Domizil am Stadtgarten.

„Rund 85 Prozent unserer Bewohner wollen sich impfen lassen“, erklärt die Leiterin der Einrichtung, Michaela Schmidt. Beim Personal sei die Nachfrage jedoch deutlich geringer, hier wolle sich nur die Hälfte impfen lassen. „Insgesamt sind am Samstag so 107 Impfungen geplant.“

Verständnis für niedrige Impfbereitschaft

Geros-Geschäftsleiter Alexander Boulbos zeigt Verständnis für die Tatsache, dass nur ungefähr 40 seiner Mitarbeiter bereit seien, sich zu impfen: „Es ist zur Zeit ein sehr sensibles Thema und die individuelle Entscheidung jedes Einzelnen. Ich kann beide Seiten in dieser Frage verstehen“, meint er.

Auch für die weiteren Einrichtungen der Geros-Heime, das Seniorenzentrum Helena und das Seniorenzentrum Philogeria, bei denen nächste Woche die Impfungen starten sollen, geht Boulbos von einer ähnlichen Impfbereitschaft unter seinen Pflegekräften aus.

Mit mehr Bereitschaft nach Impfungen wird gerechnet

„Wir rechnen jedoch fest damit, dass sich nach Beginn der Impfungen noch mehr Mitarbeiter bereit erklären werden“, sagt er. Bei Michaela Schmidt hätten sich bereits mehrere Personen aus der Belegschaft gemeldet, die sich nachträglich impfen lassen wollen.

Dennoch ist die Impfbereitschaft unter den Mitarbeitern der Geros-Heime im Vergleich zu der ihrer Kollegen aus anderen Seniorenheimen in NRW deutlich geringer. Im Wilhelm-Kauermann-Seniorenzentrum lag die Quote unter den Mitarbeitern bei fast 70 Prozent, als in dem Heim am Silvestertag geimpft wurde. Manche Heime in Südwestfalen hätten eine Impfbereitschaft von 80 Prozent verzeichnet, wie der WDR berichtet.

Relativ schneller Ablauf

Boulbos nimmt an, die Zurückhaltung habe damit zu tun hat, dass die Mitarbeiter wenig Zeit hatten, sich für oder gegen eine Impfung zu entscheiden. „Die Impfaktion erfolgt bei uns relativ schnell, wir haben erst letzte Woche unseren genauen Impftermin erhalten“, erzählt er. Dementsprechend flott hätte man auch mit klaren Zusagen anfordern müssen.

„Da ist es nur natürlich, dass der ein oder andere doch noch zögert“, meint Boulbos. „Zumal auch noch relativ wenig über mögliche Nebenwirkungen bekannt ist.“ Dass man in so einer Frage zunächst unschlüssig sei und Zeit brauche, um seine Gedanken zu sortieren und eine klare Meinung zu bilden, kann er voll und ganz verstehen.

Umso glücklicher ist er daher, dass sich ein so großer Teil der Bewohner in den Geros-Heimen zur Impfung entschlossen hat: „Es tut gut, unseren Bewohnern in diesen Zeiten ein Stück Sicherheit wiederzugeben.“

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Volontär
Geboren in Dorsten, nach kurzem studienbedingten Besuch im Rheinland jetzt wieder in der Region. Hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, findet aber, dass sich die wirklich interessanten Geschichten auf der Straße und nicht zwischen zwei Buchdeckeln finden lassen.
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