Geschäftsmann wollte Wildpinkler für 200 Euro verprügeln lassen

rnProzess am Amtsgericht

Weil ein Wildpinkler immer wieder vor seinen Laden urinierte, wollte ein 44-Jähriger ihn verprügeln lassen. 200 Euro soll er dafür als Belohnung geboten haben. Jetzt stand er vor Gericht.

Castrop-Rauxel

, 17.03.2019, 17:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor die Schaufensterscheibe uriniert, Türklinke und Glasscheibe mit „Rotz“ beschmiert. Eine eklige Angelegenheit, die den betroffenen Händler nicht nur wütend machte, sondern auch zu einem drastischen Schritt veranlasste. Der ein juristisches Nachspiel hat.

Der Geschäftsmann hatte wohl einen Verdacht und wollte diesen erhärten, den Übeltäter auf frischer Tat ertappen. Doch nicht er selbst wollte sich auf die Lauer legen, er schrieb diesen „Job“ im vergangenen Juli aus. Machte einen Aushang in seinem Schaufenster. Darin rief er dazu auf, den Wildpinkler und Schmierer per Handyvideo zu überführen.

200 Euro Belohnung für eine Prügelei

Das war ihm, so der Aushang, 50 Euro wert. Doch der 44-Jährige stellte noch eine höhere Summe in Aussicht. Versprach demjenigen, der den Täter nicht nur filmte, sondern auch ordentlich verprügelte, 200 Euro Belohnung.

Obwohl er das bei der Befragung durch die Polizei als Jux abtat, angab, schon häufiger witzige Aushänge gemacht zu haben, wurde eine Anzeige geschrieben. Die da lautete: Aufforderung zu einer Straftat.

Angeklagter fehlt unentschuldigt

Das Gericht hatte diesen Fall zunächst auf dem schriftlichen Weg versucht zu lösen. Der Kaufmann wurde aufgefordert, 40 Tagessätze zu je 30 Euro, also 1200 Euro, zu zahlen. Weil der 44-Jährige dagegen Einspruch erhob, wurde bereits zwei Mal ein Verhandlungstermin vor dem Strafrichter anberaumt. Beim ersten Mal schickte der Angeklagte ein Attest, jetzt blieb er unentschuldigt fern.

Anlass für die Staatsanwaltschaft, den Einspruch zu verwerfen. Das bedeutet, dass die Geldstrafe nun fällig wird. Sofern der Angeklagte nicht wieder ein Attest nachreicht. Dann könnte es noch zu einem dritten Versuch kommen, den Fall mündlich zu verhandeln.

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