Gestaltungsbeirat wird jetzt Chefsache

CASTROP-RAUXEL Die erste Halbzeit wurde "vergeigt". Der Seniorenwohnpark am Stadtgarten (Foto), die neue Waldschule, das Café Del Sol und auch der bevorstehende Neubau des Kindergartens Lummerland am Ickerner Markt gingen am Kunst- und Gestaltungsbeirat vorbei. Jetzt macht der Bürgermeister das Gremium zur Chefsache.

von Von Peter Wulle

, 07.11.2007, 16:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gerade das aktuelle Bauprojekt Lummerland bereitet Professor Kleine-Alekotte, dem Vorsitzenden des Kunst- und Gestaltungsbeirats, große Bauchschmerzen. "Die Planung findet in keinster Weise unsere Zustimmung. Wir haben bereits im November 2006 Empfehlungen dazu gegeben, von denen nichts in die Weiterbearbeitung eingeflossen ist. Das Bauprojekt wurde uns erst jetzt, da alle Entscheidungen gefallen sind, wieder vorgelegt", sparte Prof. Kleine Alekotte während einer Pressekonferenz zur Zwischenbilanz des Beirats nicht mit Kritik. Weder funktional noch architektonisch habe das Gebäude am Ickerner Markt Qualität, erklärte er.

Gerade das aktuelle Bauprojekt Lummerland bereitet Professor Kleine-Alekotte, dem Vorsitzenden des Kunst- und Gestaltungsbeirats, große Bauchschmerzen. "Die Planung findet in keinster Weise unsere Zustimmung. Wir haben bereits im November 2006 Empfehlungen dazu gegeben, von denen nichts in die Weiterbearbeitung eingeflossen ist. Das Bauprojekt wurde uns erst jetzt, da alle Entscheidungen gefallen sind, wieder vorgelegt", sparte Prof. Kleine Alekotte während einer Pressekonferenz zur Zwischenbilanz des Beirats nicht mit Kritik. Weder funktional noch architektonisch habe das Gebäude am Ickerner Markt Qualität, erklärte er.

"Dicker Flop"

Bürgermeister Johannes Beisenherz räumte ein, dass die Nichteinbindung des Expertengremiums, dem unter anderem der Stadtplaner Prof. Scheuvens oder der Architekt Jochen Schittkowski angehören, ein "dicker Flop" gewesen sei. Das Projekt habe allerdings auch unter einem Kosten- und Zeitdruck gestanden. Vor diesem Hintergrund nahm der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt auch die Planer im Bereich des städtischen Immobilienmanagements in Schutz: "Dort wurde mit viel Herzblut unter den gegebenen Bedingungen sicher gute Arbeit geleistet."

Wiederholen soll sich diese Missachtung des Kunst- und Gestaltungsbeirats während der zweiten Hälfte der Legislaturperiode bis 2009 nicht. "Die Brisanz erkennend, habe ich den Beirat zur Chefsache gemacht", erklärte Johannes Beisenherz. Er will künftig selbst an den Sitzungen teilnehmen, dem Ausschuss für Stadtentwicklung sollen grundsätzlich die Berichte des Beirates vorgelegt werden und in der Bauverwaltung wird eine halbe Stelle zur Unterstützung der Beiratsarbeit eingerichtet.

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