Alarm: Castrop-Rauxel gehen schon in wenigen Monaten die Gewerbeflächen aus

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Wirtschaftsförderer Thomas Ratte schlägt Alarm: Castrop-Rauxel steht bald ohne Gewerbeflächen da. Und damit ohne neue Gewerbesteuerzahler. Eine Katastrophe für eine chronisch klamme Stadt.

Castrop-Rauxel

, 22.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wirtschaftsförderer Thomas Ratte schlägt Alarm: Wenn nichts passiert, steht die Stadt Castrop-Rauxel bald komplett ohne vermarktbare Flächen für neue Gewerbebetriebe dar. Damit kann man keine neuen Gewerbesteuer-Zahler nach Castrop-Rauxel holen. Und das wäre für den Haushalt der Stadt eine Katastrophe.

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Fakt ist: In den Gewerbe- und Industriegebieten in Castrop-Rauxel gibt es immer weniger Platz. Allein im Jahr 2019 habe man laut Ratte 18 Grundstücksverträge über eine Gesamtfläche von 6,8 Hektar geschlossen. Damit haben sich die derzeit vorhandenen gewerblichen Ansiedlungsflächen auf 16,5 Hektar verringert.

Freie Flächen im Detail:

  • Dienstleistungs‐, Gewerbe‐ und Landschaftspark Erin: 0,7 Hektar
  • Mittelstandspark West: 1,8 Hektar
  • Graf Schwerin: 5,7 Hektar
  • Gewerbe‐ und Industriegebiet Deininghauser Weg: 2,2 Hektar
  • Mittelstandspark Ost: 3,8 Hektar
  • Gesundheitszentrum nördlich der Grutholzallee: 2,3 Hektar

Nimmt man nun die Tatsache hinzu, dass die Fläche von Graf Schwerin trotz anderer Aussagen des Flächeneigentümers RAG MI offensichtlich nicht zu vermarkten ist, bleiben gerade noch 10,8 Hektar übrig. Davon entfallen 2,3 Hektar* aber auf die für ein Gesundheitszentrum vorgehaltene Fläche an der Grutholzallee. Bleiben 7 Hektar frei verfügbare Fläche für Ansiedlungen.

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„Hinzu kommt: Da gibt es überall nur noch kleinere Teilflächen. Wenn bei uns jemand nachfragt, ob er ein 10.000-Quadratmeter-Grundstück [entspricht 1 Hektar] haben kann, müssen wir komplett passen“, schilderte Thomas Ratte die Lage am Dienstag im Wirtschaftsförderungs-Ausschuss.

Rechne man die Vermarktungserfolge der vergangenen Jahre hoch und ziehe von den insgesamt vorhandenen Flächen die 13,7 Hektar ab, über die man bereits in Verhandlungen mit Interessenten sei, dann wären die noch vorhandenen Flächen in wenigen Monaten aufgebraucht. „Dann haben wir gar nichts mehr“, sprach Ratte Tacheles.

Der Industriepark Rütgers muss noch entwickelt werden, ehe er vermarktet werden kann.

Der Industriepark Rütgers muss noch entwickelt werden, ehe er vermarktet werden kann. © Quelle Stadt

Die einzige Hoffnung auf Entlastung geht vom sogenannten Industriepark Rütgers aus, auf dem man 24,6 Hektar Fläche vermarkten könnte. Diese Fläche nördlich und nordöstlich der eigentlichen Rütgers-Werke muss aber noch entwickelt werden.

Thomas Ratte: „Wenn man weiß, wie lange schon die Entwicklung einer simplen Ackerfläche dauert, der kann sich vorstellen, wie es mit diesem Gelände aussieht, wo es auch um Wasser- und Bodenbelastung und Kampfstoffe geht.“ Da spreche man eher von drei als von zwei Jahren, bis die Fläche vermarktbar sei.

Wie die Politik mit diesen Botschaften umgeht, bleibt abzuwarten.

*Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version das Artikels hatten wir hier anstelle von 2,3 von 3,8 Hektar geschrieben.

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