Gibt's bald in der ganzen Castroper Altstadt WLAN?

Mehrere Szenarien möglich

Wer auf dem Castroper Lambertusplatz eine Mail schreiben möchte, braucht dafür keinen eigenen Zugang zum Internet. Durch die Freifunk-Aktion der Grünen können Altstadt-Bummler dort mit dem Smartphone über das Netzwerk online gehen. Ob und wann die restliche Altstadt vernetzt wird, ist aktuell noch offen.

CASTROP-RAUXEL

, 31.07.2015, 06:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben vier Möglichkeiten“, sagt Florian Schlüter Vorstandsmitglied von CasConcept (ehemals Cityring Altstadt). Diese heißen:

  • Weiterhin kein freies Internet anbieten,
  • Kooperation mit einem kommerziellen Anbieter,
  • eine landesweite Lösung des Kabelanbieters Unitymedia,
  • Freifunk, bei dem Privatpersonen oder Gewerbetreibende ihre Internetbandbreite zur öffentlichen Nutzung zur Verfügung stellen.

Eine Kooperation mit einem kommerziellen Anbieter, der freies Internet per WLAN zur Verfügung stellt, wird aktuell noch von den Stadtwerken geprüft. Vorbild ist da die Innenstadt Gelsenkirchens. Dort versorgt der Anbieter Gelsen-Net die örtliche Einkaufsmeile mit Internet. Diese Variante sei allerdings die kostenintensivste. „Hier entstünden nicht nur einmalige Kosten, sondern auch laufende“, sagt Schlüter.

Der Vorteil: Eine lückenlose Versorgung wäre bei der Variante sichergestellt. Interessierte könnten dann beispielsweise nach einer kurzen Registrierung beim Anbieter zeitlich limitiert das freie Netz nutzen. „Wir wollen aber eigentlich eine günstige Lösung finden“, so Schlüter für CasConcept.

Unitymedia wäre "die einfachste Lösung für alle"

Am liebsten wäre es ihm, wenn der Internetriese Unitymedia seine Versprechungen wahr machen würde, 100 NRW-Innenstädte mit freiem Internet zu versorgen. Dann müsste Castrop-Rauxel eigentlich zu diesen 100 Städten zählen. „Es wäre die einfachste Lösung für alle. Wir müssten uns keine Gedanken über Haftungsrisiken und Kosten machen“, so Schlüter.

Wie groß die Chancen für Castrop-Rauxel stehen, unter diesen 100 Städten zu sein, will Unitymedia aktuell noch nicht bekannt geben. „Die Chancen für Dortmund sind größer, weil Dortmund einfach eine größere Stadt ist“, sagt Helge Buchheister, Pressesprecher von Unitymedia. Dennoch werde man Castrop-Rauxel nicht ausschließen und die Infrastruktur vor Ort prüfen. „Möglich, dass wir auch in Castrop-Rauxel bald die Innenstadt mit freiem Internet versorgen werden“, so Buchheister. Unitymedia bietet ab August die ersten Hotspots für freies Internet in Düsseldorf an.

Freifunk wäre preiswert und pragmatisch

Die preiswerteste Möglichkeit, in der Castroper Altstadt kostenloses WLAN für alle Bummler anbieten zu können, wäre Freifunk. Beim Freifunk stellen Privatpersonen oder Gewerbetreibende ihre Internetbandbreite zur öffentlichen Nutzung zur Verfügung. Die Grünen haben so ein Netzwerk bereits auf dem Lambertusplatz eingerichtet.

Hierfür müssten pro Gewerbetreibendem ein spezieller Router angeschafft werden, der das Netzwerk einerseits sichert und andererseits die Bandbreite zur Nutzung ohne besonderen Zugangsschlüssel zur Verfügung stellt.

Und das geht so: Die Router sind miteinander verbunden und geben das Internetsignal weiter, auf dem Handy erscheint das Netz mit dem Namen „Freifunk“. Ohne Registrierung oder Kosten können Smartphonebesitzer sich einloggen und das Internet nutzen.

„Dies wäre die pragmatischste Lösung“, sagt Carsten Schlüter vom Verein CasConcept. Bei den einmaligen Kosten, die durch die Anschaffung der Router entstünden, könnte sich Schlüter vorstellen, dass CasConcept finanziell mithelfen könnte.

„Das Wichtigste ist, dass die Besucher der Altstadt profitieren. Was dann im Endeffekt für ein Logo auf dem Internet 'klebt' ist uns ganz egal“, so Florian Schlüter. Ob und wann es so weit sein wird, steht aber noch in den Sternen.

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Eine Karte mit allen Freifunk-Standorten im Großraum Recklinghausen gibt es .
Eine Anleitung, wie man einen Router einrichtet, gibt's auf .
Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Rechtssicherheit beim Freifunken gibt es .

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