Gleich drei Häuser kommen jetzt in Castrop-Rauxel unter den Hammer

rnZwangsversteigerungen

Drei Zwangsversteigerungen stehen in Castrop-Rauxel an: zwei Einfamilienhäuser und ein Wohn- und Geschäftshaus. Was nach Schnäppchen aussieht, kann sich aber als Fehlgriff entpuppen.

Castrop-Rauxel

, 21.09.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich bei den einschlägigen Immobilienportalen im Internet über neue Angebote in Castrop-Rauxel informieren lässt, der stolperte in den vergangenen Tagen über gleich drei Zwangsversteigerungs-Objekte, die hier im Angebot sind.

Ein echtes Schnäppchen

Beim ersten Objekt handelt es sich laut Gutachten um ein zweigeschossiges, unterkellertes Reihenmittelhaus mit ausgebautem Dachgeschoss und zwei Garagen auf einem 311 Quadratmeter großen Grundstück an der Lunastraße 38. Das Wohngebäude wurde 1953 errichtet und hat eine überschlägige Wohnfläche von 122 Quadratmetern.

Wie es weiter heißt, wurde dem Sachverständigen keine Besichtigung ermöglicht. Die Ermittlungen erfolgten daher nur auf Grund der rudimentär zur Verfügung stehenden Bauunterlagen. Interessenten daher wird dringend eine Einsichtnahme in das Gutachten empfohlen. Der Preis allerdings macht das Gebäude interessant, denn es ist mit einem Verkehrswert von nur 115.000 Euro ein echtes Schnäppchen.

Ein Wohn- und Geschäftshaus

Drei übereinander liegende Wohnungen und ein Ladenlokal im Erdgeschoss stehen im südöstlichen Eckflügel des Wohn- und Geschäftshauses an der Mühlenstraße 5 in der Castroper Altstadt zur Zwangsversteigerung an.

Das Gebäude wurde 1957 errichtet, 2008 erfolgte die Umwandlung in Wohnungs- und Teileigentum.

Das Ladenlokal hat eine Nutzfläche von ca. 63 Quadratmeter und steht zur Zeit leer. Die darüber liegenden Wohnungen haben eine Wohnfläche von jeweils rund 90 Quadratmetern und sind alle vermietet.

Der Verkehrswert der Gesamtimmobilie wird mit 364.000 Euro angegeben.

Einfamilienhaus in Frohlinde

An der Kuopiostraße 36 schließlich wird ein frei stehendes Einfamilienhaus unter den Hammer kommen. Das eingeschossige Haus mit ausgebauten Dachgeschoss, Spitzboden und einer angebauten Garage mit Satteldach steht auf einem 1500 Quadratmeter großen Grundstück, wurde 2000 errichtet und hat eine Gesamtwohnfläche von 258,8 Quadratmetern.

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Allerdings, so steht es in den Erläuterungen zu diesem Objekt, habe das Gebäude deutliche Bauschäden und Baumängel, die in einem zusätzlichen Fachgutachten genau aufgeführt sind und mit einer Summe von rund 114.000 Euro bewertet wurden. Der Verkehrswert wird trotzdem mit 530.000 Euro angesetzt.

Die drei Objekte stehen am 6. Oktober (Lunastraße und Mühlenstraße) und am 3. November (Kuopiostraße) zur Zwangsversteigerung am Amtsgericht an der Bahnhofstraße an. Sind gleich drei Zwangsversteigerungen in so kurzer Zeit eine Ausnahme oder die Regel? Das haben wir bei zuständigen Rechtspfleger Michael Fahnenschmidt am Amtsgericht nachgefragt.

Zahlen sind stark rückläufig

„Das ist im Moment die absolute Ausnahme“, ordnet Michael Fahnenschmidt die Zwangsversteigerungen ein. Seit zwei oder drei Jahren sei die Zahl der Zwangsversteigerungen ansonsten stark rückläufig gewesen. „man kann sagen, dass wir derzeit weniger als ein Drittel an Versteigerungen haben als zu den Hochzeiten“, so Fahnenschmidt.

Früher, also zu Zeiten höherer Immobilienzinsen, habe man allein am Castrop-Rauxeler Amtsgericht im Jahr 50 bis 60 Zwangsversteigerungen abwickeln müssen, „in diesem Jahr hatte ich dagegen insgesamt erst 12 Fälle“, so der Rechtspfleger, der seit vielen Jahren im Metier ist.

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Die Ballung von nun drei Terminen in kurzer Zeit habe schlicht und ergreifend mit der Corona-Krise zu tun. „Wegen Corona mussten wir erst alle Termine absagen, konnten erst im August wieder mit dem Termingeschäft beginnen“, so Michael Fahnenschmidt. Dazu waren auch neue Besucher-Regelungen aufzustellen, denn Zwangsversteigerungen sind natürlich öffentlich. Das sei aber inzwischen geregelt, jeder Interessent habe die Gelegenheit, sein Gebot abzugeben.

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